Gott und die Welt

Weltenwechsel zum Guten

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Katharina Fenner
Katharina Fenner, Kirchlicher Entwicklungsdienst der Nordkirche.

Katharina Fenner, Kirchlicher Entwicklungsdienst der Nordkirche.

Foto: Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost

Es ist Gottes Mutgeschichte, an die wir uns auf dem Weg Richtung Weihnachten erinnern und die zu unserer Geschichte werden will.

Hamburg. Advent heißt Ankunft. Gott bleibt nicht für sich, sondern kommt an in unserer Welt mit menschlichem Antlitz, davon erzählt die Bibel. Der Himmel kommt herunter auf die Erde. Gott wechselt die Welt und wandelt unsere. Es ist Gottes Mutgeschichte, an die wir uns auf dem Weg Richtung Weihnachten erinnern und die zu unserer Geschichte werden will, alle Jahre wieder. Gott bleibt nicht für sich, sondern kommt heraus aus seiner Komfortzone. Gott hat den Mut, menschlich zu werden und mutet uns zu, dabei mitzumachen.

Vielleicht beginnt das kleiner als wir denken, und weder besonders fromm noch besonders religiös. Zum Beispiel als Eingeständnis, dass es so, wie es ist, nicht bleiben kann. Oder als Sehnsucht, dass es schöner werden soll in der Welt: friedlicher, fairer, freundlicher.

Fürchtet euch nicht, rufen die Engel uns Menschen guten Willens zu. Macht´s wie Gott, bleibt nicht für euch selbst. Brecht auf, wagt es, mutig mitzumachen und eure Welt zu wechseln: eure Selbstbezogenheit, eure Blase, eure Bequemlichkeit.

Da sind die Weihnachtwege von Jan und Mika aus Greifswald, die ihr Auto mit Zelten, Schlafsäcken und Isomatten vollpacken und an die polnisch-belarussische Grenze fahren, um sie dort den im Niemandsland gefangenen Geflüchteten zu bringen. Da sind die Weihnachtsworte von Fatima am Bett, lächelnde Augen trotz Maske, eine letzte Berührung auch durch Schutzanzug und -handschuhe hindurch, damit Frau Schmidt bei ihrem letzten Atemzug nicht allein ist. Da ist Annes Weltladen, in dem sie vor Weihnachten Sonderschichten schiebt, damit die fair gehandelten Produkte unter die Leute kommen für ein kleines Stück Gerechtigkeit.

Es ist nicht der komfortable und nicht der gefahrlose Weg – weder für Gott noch für alle, die ihre Welt wechseln, damit es menschlicher, gerechter und besser werden kann. Und dennoch gibt es viele, die dabei mitmachen und die zeigen, dass sich die Welt wirklich wandelt: zum Guten. Manchmal merkt man das nicht gleich, aber Gottes Menschlichkeit ist in allen wirksam, die sich mutig auf Weihnachtwege wagen und zu Boten der Liebe werden. Und das kommt an, nicht nur im Advent.

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