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Mehr als 650 Sturm-Einsätze – Ampelausfall in Hamburg

| Lesedauer: 11 Minuten
Feuewehrleute befestigen von Balkonen aus einen umgestürzten Baum. Der Baum war von Sturmtief Daniel auf ein Haus in Hamburg gekippt worden.

Feuewehrleute befestigen von Balkonen aus einen umgestürzten Baum. Der Baum war von Sturmtief Daniel auf ein Haus in Hamburg gekippt worden.

Foto: Frank Bründel / CityNews TV/dpa

Verkehrseinschränkungen durch umgestürzte Bäume. Mann kommt ums Leben. Fischmarkt überspült. Der Wetter-Liveblog.

Hamburg. Das Sturmtief Daniel hat Hamburg und Norddeutschland am Mittwoch und in der Nacht kräftig durchgeschüttelt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde (Windstärke 11) gewarnt. In Mecklenburg-Vorpommern fiel zudem noch Schnee.

Herunterfallende Äste und umgestürzte Bäume sorgten bereits im Laufe des Nachmittags für Verkehrsbehinderungen. Am Abend nahm die Zahl der Feuerwehr-Einsätze wegen des Wetters deutlich zu. In der Nacht hat eine Sturmflut schließlich den Fischmarkt überspült. Bis zum Donnerstagmorgen rückten Feuerwehr und Polizei in Hamburg zu mehr als 650 Einsätzen aus. Heute wird es laut DWD ruhiger, allerdings mit Regen- und Schnee- sowie Graupelschauern auch leicht winterlich.

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Sturm führt zu Unfall und Ampelausfall in Stellingen

Der Sturm hat in Hamburg-Stellingen zu einem Unfall mit weitreichenden Folgen geführt. In der Nacht war ein Lkw samt Anhänger auf der Kieler Straße unterwegs, als eine Windböe den Anhänger gegen einen Ampelmast schleuderte. Der Fahrer des Lkw blieb glücklicherweise unverletzt. Das teilte ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale mit. Der Ampelmast jedoch ist hinüber und wird nun im Laufe des Tages ausgetauscht. Der Vorgang soll bis zum Mittag andauern. Bis dahin regelt die Polizei den Verkehr.

Achtung! Frost und Glätte in Hamburg

Sturmtief Daniel hat die Temperaturen in Hamburg sinken lassen. Zwar hat sich die Sturm-Lage wieder beruhigt, nur vereinzelt treten noch Böen auf, doch dafür müssen Autofahrer im Berufsverkehr nun vorsichtig sein. In der Stadt sei noch bis 10 Uhr mit Frost zu rechnen. Streckenweise könne es Glätte wegen überfrierender Nässe und sogar etwas Neuschnee geben, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Warnung vor Sturmböen an der Ostseeküste

In Hamburg hat der Deutsche Wetterdienst die Amtliche Warnung vor schweren Sturmböen wieder aufgehoben, in Schleswig-Holstein gilt sie noch: Von Flensburg über Neumünster bis Lübeck und an der gesamten Ostseeküste müsse weiter mit Windgeschwindigkeiten von 65 km/h aus nordwestlicher Richtung gerechnet werden. Die Warnung gilt zunächst bis 13 Uhr am Donnerstag.

Entwurzelter Baum stürzt auf Cabrio – Fahrer tot

Ein entwurzelter Baum auf der B4 bei Wesendorf (Landkreis Gifhorn) ist auf ein Auto gestürzt. Der Fahrer kam dabei ums Leben. Der Baum war am Mittwochabend wegen der schweren Sturmböen umgekippt und traf ein Cabrio mit Stoffdach, wie die Polizei mitteilte. Der Baum traf den 63-Jährigen Fahrer auf dem Kopf. Er starb noch am Unfallort. Sein 35 Jahre alter Sohn kam mit leichten Verletzungen davon.

Sturm Daniel sorgt in Hamburg für mehr als 650 Einsätze

Umgefallene Bäume, Gerüste und Straßenschilder sorgten für insgesamt 216 Feuerwehr-Einsätze sowie etwa 450 Einsätze der Polizei in Hamburg, sagten zwei Sprecher am Donnerstagmorgen. Zudem kam es durch Bäume auf den Gleisen immer wieder zu Einschränkungen im Zugverkehr.

Der Fischmarkt und vereinzelte Straßen wurden überflutet, dabei stand das Wasser zeitweise etwa zwei Meter über dem Mittleren Hochwasser. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr und Polizei niemand.

Knapp 180 Sturmeinsätze im Süden Schleswig-Holsteins

Fast 180 Mal mussten Feuerwehr und Polizei von Mittwoch bis zum frühen Donnerstag im Süden von Schleswig-Holstein wetterbedingt ausrücken. Schwere Sturmböen sorgten für umgestürzte Bäume auf Fahrbahnen und umgefallene Gegenstände wie Absperrgitter, wie ein Sprecher der Regional-Leitstelle Süd am frühen Donnerstagmorgen sagte. Verletzte gab es demnach nicht.

Auf der A1 zwischen Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) und dem Autobahnkreuz Bargteheide müsse nach einem Lkw-Unfall noch das Fahrzeug geborgen werden. Aufgrund des starken Windes war dies am Mittwochabend nicht möglich gewesen. Die Bergung werde auf den Donnerstagvormittag verlegt, hieß es weiter. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt.

Sturm: Lage in Hamburg hat sich wieder beruhigt

"Es ist ruhiger geworden", teilte der Lagedienst der Feuerwehr auf Abendblatt-Nachfrage gegen 23.50 Uhr mit. Derzeit laufen noch einige Einsätze, die Zahl der Meldungen habe jedoch ab etwa 23 Uhr mit Abflachen des Windes deutlich abgenommen. Zwischen 17 und 23 Uhr war die Feuerwehr jedoch durchgängig im Einsatz, teils an bis zu 100 Orten gleichzeitig – verteilt über das gesamten Stadtgebiet.

Der Großteil der Meldungen betraf heruntergefallene Äste und umgestürzte Bäume – etwa auf Straßen, Stromleitungen, Gleisen, Oberleitungen der Bahn oder Fahrzeugen. Dabei sei den ganzen Abend über keine Person verletzt worden, teilte der Sprecher mit.

Für die in der Nacht angekündigte Sturmflut bereite sich die Feuerwehr nicht besonders vor. Das sei für Hamburger Verhältnisse "keine große Sache", teilte der Sprecher mit. Es bestehe die Warnstufe 0 (von 4). Die entsprechenden Bereiche rund um den Hafen, den Fischmarkt und die Hafencity sollten jedoch gemieden werden.

Wetter: Viele Gefahrenstellen im Landkreis Cuxhaven

Wegen des Sturms kam es am Mittwochabend auch im Landkreis Cuxhaven zu einem stark erhöhten Einsatzaufkommen. Das teilte die Polizeiinspektion Cuxhaven mit. Es habe "bereits diverse Gefahrenstellen durch umgestürzte Bäume, Schilder oder Baustellenabsperrmaterial" gegeben. "Vermeiden Sie wenn möglich unnötige Fahrten und fahren Sie äußerst vorsichtig", rät die Polizei bei der aktuellen Wetterlage.

Polizei spricht Sturmflut-Warnung für Hamburg aus

"Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt vor einer Sturmflut in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag", teilte die Polizei Hamburg am Mittwochabend gegen 21.07 Uhr via Nina-App und Katwarn-Meldung mit. Dabei werde der sogenannte Hochwasserscheitel in Hamburg gegen 2.03 Uhr mit einer Höhe zwischen 3.65 und 4.15 Metern über Normalhöhennull erwartet.

"Verlassen Sie tiefliegende Gebiete, insbesondere im Hafen, in der HafenCity und den elbnahen Gebieten und umfahren Sie diese weiträumig", so die Polizei. Fahrzeuge sollten in höher gelegene Gebiete gebracht werden.

Hohes Notrufaufkommen in Hamburg – bis zu 100 Einsätze gleichzeitig

Schwere Sturmböen sorgen für bis zu 100 Einsätze gleichzeitig bei der Feuerwehr Hamburg. Das teilte ein Sprecher des Lagedienstes gegen 21 Uhr auf Abendblatt-Nachfrage mit. Es bestehe ein "hohes Notrufaufkommen", das sich über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Dabei handele es sich vornehmlich um Bäume, die zu fallen drohen oder bereits umgestürzt sind. Personen seien in dem Zusammenhang bisher nicht verletzt worden, so der Sprecher.

Baum auf U3-Strecke – Züge fahren wegen des Sturms langsamer

In Hamburg blockierte ein Baum auf den Gleisen der U3 zwischen Kellinghusenstraße und Saarlandstraße etwa zwei Stunden lang den Zugverkehr. Ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen wurde zwischenzeitlich eingerichtet. Gegen 20.30 Uhr teilte die Hochbahn darüber hinaus auf Twitter mit, dass die Züge der U-Bahn-Linien wegen der Sturmwarnung "ab sofort aus Sicherheitsgründen außerhalb der Tunnelstrecken mit 40 statt mit 80 km/h" unterwegs seien.

Hamburger Dom wegen schließt wegen des Sturms früher

Auf dem Hamburger Dom war wegen des Sturms schon früher Schluss als sonst. "Liebe Dom-Fans, der Winterdom muss für heute leider aufgrund des Sturms schließen. Morgen um 15.00 Uhr geht’s weiter", schrieben die Betreiber gegen 19.30 Uhr auf Facebook.

Wetter: Hamburger Feuerwehr verzeichnete bereits 36 Sturmeinsätze

Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete bis zum frühen Abend 36 Sturmeinsätze, die nach Angaben des Lagedienstes von heruntergefallenen Ästen über herumfliegende Planen bis zu umgestürzten Baugerüsten reichten. Die Lage sei überschaubar, hieß es. Verletzt worden sei niemand.

Gegen 18.30 Uhr warnte die Feuerwehr mit ihrem digitalen Meldesystem VOST via Twitter erneut vor "ordentlich Starkwind", die das Sturmtief Daniel nach Hamburg und in den Norden bringe. Bis etwa 23 Uhr können schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Kilometern pro Stunde auftreten, heißt es in der Mitteilung.

Dutzende Wettereinsätze in Schleswig-Holstein

Auch die Polizei in Schleswig-Holstein berichtete von vielen Dutzend Sturmeinsätzen. Meist habe es sich um auf Straßen gefallene Äste, umgestürzte Bäume oder umgewehte Baustellenabsperrungen gehandelt, hieß es in den Leitstellen. Verletzte gab es nicht.

Verkehrsbehinderungen im Norden: Zug ausgefallen

Herabfallende Äste und Bäume auf den Straßen sorgen bereits seit dem Nachmittag für Verkehrsbehinderungen im Norden. Zwischen Flensburg und Schleswig blockierte ein umgestürzter Baum am Mittwochnachmittag die Gleise der Regionalbahn von Flensburg nach Hamburg, wie die Bahn bei Twitter mitteilte. Ein Zug fiel auf der Teilstrecke aus. Reisende zwischen Flensburg und Schleswig wurden gebeten, auf einen späteren Zug auszuweichen.

Sturmwarnung für Ost- und Nordsee – Wasserspiegel steigt an

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die Nacht auf Donnerstag vor starkem Sturm vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee gewarnt. In der ersten Nachthälfte müsse an der Nordsee auch mit Orkanböen gerechnet werden; in der zweiten Nachthälfte über der Ostsee mit schweren Sturm- bis orkanartigen Böen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geht von einem bis zu 1,5 Meter höheren Wasserstand in der Nacht an der ostfriesischen Küste sowie im Weser- und Elbegebiet und von bis zu 75 Zentimetern an der nordfriesischen Küste aus. Von einer Sturmflut spricht man an der Nordseeküste, wenn das Hochwasser mehr als 1,5 Meter höher als normal aufläuft.

( lag/bob/ras/dpa )

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