Immobilien Hamburg

Wie neue Bauvorhaben die HafenCity verändern

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Ulrich Gaßdorf
Besichtigung Bauprokekt "Eleven Decks". Projekt von "Dahler Company" Lothar Schubert Björn Dahler im Überseequartier

Besichtigung Bauprokekt "Eleven Decks". Projekt von "Dahler Company" Lothar Schubert Björn Dahler im Überseequartier

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services / HA

306 Eigentumswohnungen entstehen über dem Einkaufsquartier. Auf Baufeld 108 ist ein Hochhaus mit 13 Etagen geplant.

Hamburg. Es ist aktuell eines der größten Wohnungsbauvorhaben in der HafenCity. Die Rede ist von Eleven Decks – so der Name des Projekts von DC Developments. 306 Eigentumswohnungen – darunter 18 Penthouses mit begrünten Dachgärten – entstehen in drei Gebäuden auf dem Areal des Westfield Hamburg-Überseequartiers. Das französische Unternehmen Unibail-Rodamco-Westfield plant hier ein XXL-Einkaufszentrum mit rund 200 Geschäften, Gas­tronomie und Entertainment. Bürotürme, drei Hotels und ein neues Kreuzfahrtterminal sind dort auch geplant.

Oberhalb der Ladenflächen realisiert DC Developments die Eleven Decks – zwei Etagen für den Wohnungsbau wurden bereits errichtet. Insgesamt soll der Gebäudekomplex rund 40 Meter hoch werden. Die Fertigstellung ist erst im dritten Quartal 2023 geplant. Doch es gibt bereits einen Run auf die Wohnungen, die durchschnittlich rund 11.300 Euro pro Quadratmeter kosten und zwischen 39 und 200 Quadratmetern groß sind.

„Wir starten jetzt mit der offiziellen Vermarktung, haben aber vorgemerkten Kunden bereits einen Teil der Wohnungen angeboten. Bislang wurden bereits Kaufverträge für 85 Wohnungen unterschrieben, bei 20 weiteren Objekten steht der Kaufabschluss noch an“, sagt DC Developments’ Geschäftsführer Björn Dahler. Er möchte mit den Eleven Decks „Impulse für neue Wohnformen setzen. Community-Spaces wie Büroflächen oder auch Clubbing-Bereiche sind bereits heute in den USA immer häufiger anzutreffen.“

HafenCity: Bewohner sollen sich austauschen

Diesem amerikanischen Vorbild folgen die Projektentwickler jetzt im südlichen Überseequartier. So sind rund 600 Quadratmeter für Gemeinschaftsflächen reserviert, die exklusiv den Bewohnern und ihren Gästen zur Verfügung stehen. Dazu gehört ein Bereich mit offener Küche, Speisezimmer, Bar und Lounge. Auch einen Raum mit Billardtisch wird es geben sowie Co-Working-Spaces. Zudem sind ein Fitness- und Yogaraum geplant. In der sechsten Etage gibt es eine große Terrasse, die für private Veranstaltungen gebucht werden kann.

Für die Vernetzung der Bewohner wird eine Gebäude-App entwickelt, über die die Hausgemeinschaft kommunizieren kann. Wie die Architektur des elfgeschossigen Gebäudes aussieht, erklärt DC Developments’ Geschäftsführer Lothar Schubert bei einem Ortstermin auf der Baustelle. Noch ist allerdings ein wenig Fantasie notwendig. „Eleven Decks zeichnet sich durch eine Schiffsbug-Optik mit abgetrennten Dachgärten mit Elb-Ausrichtung aus.“ Der begrünte Innenhof mit 1600 Quadratmetern steht ebenfalls exklusiv den Bewohnern zur Verfügung.

Bauprojekt in der HafenCity mit besonderem Beton

Unterdessen wurde im Kesselhaus in der HafenCity am Mittwoch der Sieger eines Architekturwettbewerbs für ein Projekt auf dem Baufeld 108 im Quartier Elbbrücken vorgestellt. Den ersten Preis hat das Berliner Büro Kim Nalleweg Architekten erhalten. Am Amerigo-Ves­pucci-Platz soll bis 2025 ein 13-geschossiger Hochpunkt mit 95 frei finanzierten Mietwohnungen entstehen. Dieser wird verbunden mit einem siebengeschossigen Gebäude, in diesem sind 86 geförderte Mietwohnungen geplant. Die Dachterrasse soll begrünt werden und allen Bewohnern zur Verfügung stehen. In dem Gebäudeensemble soll im Erdgeschoss auf 900 Quadratmetern auch eine Kita einziehen, und 2.000 Quadratmeter sind für Shops und Gastronomie geplant.

Bauherrin ist die Patrizia AG, und Harald Wüst, Leiter Projektentwicklung Norddeutschland, sagte: „Es ist eine Freude, ein weiteres Projekt in der HafenCity entwickeln zu dürfen, das in puncto Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion neue innovative Wege geht.“ Erstmals überhaupt bei einem Gebäude solle Gradientenbeton zum Einsatz kommen, kündigte Wüst an und erklärte die Vorteile.

„Mit der Gradientenbeton-Technologie können die Masse und das Gewicht der einzelnen Bauteile um mindestens 50 Prozent verringert und somit graue Energie und graue Emissionen eingespart werden.“ Lob für den Entwurf gab es von Franz-Josef Höing. Der Oberbaudirektor sagte: „Was für ein schönes großstädtisches Haus. Elegant, mit sehr guten Grundrissen. Teil der Stadt, nachhaltig und heiter.“

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