Hamburger Hafen

Frachtsegler „Peking“ erhält historischen Motor

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Faszination "Peking" – was den Viermaster auszeichnet

Faszination "Peking" – was den Viermaster auszeichnet

Für die einen ist die "Peking" Symbol der Hansestadt, für andere war sie Elternhaus und für Mathias Kahl ist sie ein Denkmal an seinen Vater. Von 1928 bis 1931 fuhr er auf dem Flying P-Liner zur See und war seither von der Viermastbark fasziniert. Sein Sohn erzählt seine Geschichten.

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Originalmotoren der Viermastbark waren schon in den 1930er-Jahren abhanden gekommen. Baugleicher Motor bei Sammler entdeckt.

Hamburg. Der Frachtsegler "Peking" im Hamburger Hafen hat einen historischen Motor erhalten. Wind und Muskelkraft waren einst die einzigen Energiequellen für den Betrieb der Viermastbark. Mit einer Ausnahme: An Deck standen zwei Hilfsmotoren, um das Laden und Löschen zu erleichtern und dadurch die Liegezeiten in Chile und Hamburg deutlich zu verkürzen.

Die Originalmotoren des Schiffes kamen bereits in den 1930er-Jahren in England abhanden, als der „Hamborger Veermaster“ dort als Schulschiff auflag. Doch nun wurde auf Initiative des Vereins PEKING-Freunde ein baugleicher Motor gefunden.

Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, wurde einer der wenigen noch erhaltenen sogenannten Gnom-Motoren bei einem Sammler in Bingen am Rhein entdeckt, der sich zum Tausch gegen einen historischen Motor im Besitz von Hamburg Wasser bereit erklärte. Im kommenden Jahr soll der Motor an Deck der "Peking" eingebaut werden, "um damit die früheren Ladevorgänge authentisch demonstrieren zu können".

Der Frachtsegler "Peking"

  • Die "Peking" wurde 1911 bei Blohm+Voss gebaut.
  • Sie gehört zu den legendären "Flying P-Linern" der Reederei F. Laeisz, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Sicherheit berühmt waren.
  • Vor drei Jahren wurde das Schiff aus New York nach Deutschland geholt, wo es bei der Peters Werft in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein aufwendig restauriert wurde.
  • Der Bund hatte insgesamt 38,5 Millionen Euro für die Restaurierung bereitgestellt.

Hamburger Hafen: Frachtsegler "Peking" bekommt historischen Motor

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH): „ Dass es nun gelungen ist, eines der wenigen noch vorhandenen Exemplare dieses historischen Gnom-Motors zu erlangen und damit den Kreis der Ausstattungselemente der Viermastbark zu bereichern, ist für mich eine große Freude."

Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser: „Ein kleines Stück Geschichte der Hamburger Wasserversorgung wandert für einen sehr guten Zweck an den Rhein. Wir freuen uns, dass wir mit der Bereitstellung unseres historischen MAN-Motors aus dem Wasserwerk Billbrook einen Teil dazu beitragen können, dass die "Peking" wieder motorisiert wird.“

Viermastbark "Peking" zurück in Hamburg
Viermastbark "Peking" zurück in Hamburg

Mathias Kahl, Vorsitzender Freunde der Viermastbark PEKING e.V. weist darauf hin, dass mit der Beschaffung und Restaurierung des Gnom-Motors jedoch erst der erste Schritt getan sei. Nun müsse noch die dazu passende Seilwinde beschafft werden, um den Motor an Deck wirklich funktionsfähig zu machen. Der Verein bittet dafür um weitere Spenden.

( hie )

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