Corona Hamburg

Fehlerhafte Covid-19-Tests an Schulen: Das plant die Politik

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Joana Ekrutt
Die zurzeit an Schulen in Hamburg eingesetzten Schnelltests melden offenbar sehr häufig eine Corona-Infektion, die sich bei der Überprüfung nicht bestätigt.

Die zurzeit an Schulen in Hamburg eingesetzten Schnelltests melden offenbar sehr häufig eine Corona-Infektion, die sich bei der Überprüfung nicht bestätigt.

Foto: dpa

Schulen und Kitas ächzen unter der Last falsch-positiver Schnelltests. Offenbar liegt das aber nicht nur an den Testkits selbst.

Hamburg. Die Angebotsfrist im Verfahren für die Neubeschaffung der Antigen-Schnelltests anderer Hersteller für Schulen und Kitas in Hamburg endet am 1. Dezember. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der CDU-Fraktion hervor.

Da die zentral für alle Hamburger Behörden und staatlichen Einrichtungen nach einer vorherigen Ausschreibung beschafften Corona-Tests der Firma Genrui oftmals ein falsch-positives Ergebnis anzeigten, hatten die zuständigen Behörden kurzfristig ein neues Ausschreibungsverfahren auf den Weg gebracht. Anfang Dezember soll die Entscheidung für den neuen Testanbieter fallen.

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Laut Senat sind insgesamt 7.346.400 Tests des Anbieters Genrui für die Schulen beschafft worden. An die Hamburger Kitas wurden zunächst 746.920 Genrui-Schnelltests geliefert. Am 22. November wurde das Kontingent für die Kitas noch einmal um weitere 1.824.535 aufgestockt. „Nach den bisher vorliegenden Rückmeldungen der Kitas wird die Testmenge für den Zeitraum bis einschließlich zur dritten Kalenderwoche 2022 ausreichen“, heißt es in der Senatsantwort.

An drei Hamburger Schulen mit vergleichsweise hohen Meldungen von falsch-positiven Schnelltestergebnissen wurde Anfang November ein Vergleichstest mit Tests des Anbieters Lyher durchgeführt, „um einen Eindruck zu erhalten, ob das aktuelle Phänomen testunabhängig auftritt“. So wurden in der ersten Novemberwoche an jeweils einer Schule jeder Schulform und in der zweiten Novemberwoche an den beiden weiterführenden Schulen ausschließlich Tests der Marke Lyher verwendet.

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„Im Ergebnis sank die Anzahl der falsch-positiven Tests mit der Sorte Lyher“, so der Senat. An der Stadtteilschule Horn zeigt sich die hohe Fehlerquote der Genrui-Schnelltests besonders deutlich. So waren von den 2477 in der letzten Oktoberwoche durchgeführten Corona-Schnelltests der Marke Genrui 52 Ergebnisse falsch-positiv. Eine Woche zuvor waren es 46 von 2.943. Bei den Testungen mit der Marke Lyher war pro Testwoche von 1490 beziehungsweise 1633 durchgeführten Tests jeweils nur ein Test falsch-positiv.

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Am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium wurden im Testzeitraum mit den Lyher-Schnelltests keine positiven Testergebnisse gemeldet. An der Grundschule Ohkamp waren in der ersten Lyher-Testwoche von insgesamt 800 Tests einer, in der zweiten Woche drei falsch-positiv. Die Genrui-Tests lieferten in den beiden Wochen zuvor bei 1200 durchgeführten Tests jeweils fünf falsch-positive Testergebnisse.

Der Senat weist in seiner Antwort darauf hin, „dass falsch-positive Testergebnisse auf derzeit verbreitete Erkältungssymptome beziehungsweise auf einen Keim (Staphylococcus aureus) zurückzuführen sind, der in erkältungsstarken Monaten vermehrt im vorderen Nasenbereich auftreten kann“. Zudem sei der Test Marke Genrui vom Paul-Ehrlich-Institut validiert.

„Was Eltern und Schüler in ganz Hamburg schon wussten, nämliche eine zu hohe Fehlerquote bei den Tests von Genrui gegenüber den Tests von Lyher, ist nunmehr auch belegt“, sagte der CDU-Abgeordnete Richard Seelmaecker dem Abendblatt. „Statt die Fehler klar einzugestehen und abzustellen, versucht sich der Senat rauszureden.“ Die neuen Testkits sollen laut Schulbehörde Anfang Januar zur Verfügung stehen. Bis dahin müssten die Genrui-Tests weiterverwendet werden, da das vorhandene Restkontingent an Lyher-Tests nicht für einen flächendeckenden Einsatz ausreicht.

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