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Winkeleisen-Angriff auf Polizistin: Fast fünf Jahre

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Blick auf das Ziviljustizgebäude des Landgerichts Hamburg.

Blick auf das Ziviljustizgebäude des Landgerichts Hamburg.

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Zwei Hamburger Zivilbeamte wollen in einer Winternacht einen Laubendieb auf frischer Tat festnehmen. Doch der Einbrecher reagiert unerwartet. Mit einem Winkeleisen schlägt er heftig auf eine Polizistin ein - und muss nun für Jahre ins Gefängnis.

Hamburg. Im Prozess um einen nächtlichen Angriff auf zwei Polizisten mit einem Winkeleisen hat das Landgericht Hamburg einen 33-Jährigen zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die Strafkammer sprach den Rumänen am Donnerstag wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und versuchten Diebstahls schuldig. Der Bauarbeiter habe ein Teilgeständnis abgelegt, sagte ein Gerichtssprecher (Az. 601 Ks 5/21).

Demnach war der Angeklagte kurz vor der Tat vom 27. Januar 2021 von Berlin nach Hamburg gekommen. Er sei verärgert über ausstehende Lohnzahlungen gewesen und habe sich abends in einer Unterkunft mit zwei Kollegen betrunken. Als kein Alkohol mehr da war, habe er in Lauben im Stadtteil Alsterdorf nach Nachschub suchen wollen.

Ein Anwohner alarmierte die Polizei, wie das Gericht erklärte. Zwei Zivilbeamte legten sich vor einer Laube, aus der Geräusche kamen, auf die Lauer. Doch als der Angeklagte über das Gartentor stieg, habe er eine Polizistin im Gebüsch entdeckt und sie mit einem 52 Zentimeter langen Winkeleisen angegriffen.

Er versetzte ihr einen derart wuchtigen Schlag auf den Kopf, dass sie benommen zu Boden ging. Dann schlug er erneut auf sie ein. Als ihr Kollege hinzukam, versuchte der Angeklagte, auch diesen Beamten anzugreifen. Doch der Polizist konnte den Schlag abwehren und erlitt nur an der Hand eine Verletzung.

Der Angeklagte habe die Frau mit bedingter Tötungsabsicht geschlagen, um seine Einbruchsversuche zu verdecken, stellte das Gericht fest. Der Beamte habe als Zeuge ausgesagt, dass er einen solchen Angriff von einem "Laubendieb" in seiner Dienstzeit seit den 90er Jahren noch nie erlebt habe, sagte der Gerichtssprecher.

Die Polizistin leide zwar noch unter Spätfolgen, ihre Verletzungen seien aber im Verhältnis zur Gefährlichkeit des Angriffs gering gewesen. Nur deswegen sei die Strafe so "moderat" ausgefallen.

© dpa-infocom, dpa:211125-99-143199/2

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