Prozess Hamburg

14-Jähriger niedergestochen – Angeklagter schweigt noch

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Der 19 Jahre alter Angeklagter soll einen 14 Jahre alten Jugendlichen mit mehreren Messerstichen in Hamburg-Jenfeld niedergestochen haben.

Der 19 Jahre alter Angeklagter soll einen 14 Jahre alten Jugendlichen mit mehreren Messerstichen in Hamburg-Jenfeld niedergestochen haben.

Foto: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Der mutmaßliche Täter verletzte den Jungen in Jenfeld lebensgefährlich. Nun muss sich der 19-Jährige vor dem Landgericht verantworten.

Hamburg. Es sollte eigentlich eine Aussprache werden. Ganz ruhig, unter Bekannten. Doch die Stimmung bei dem Treffen kippte plötzlich, ein Streit eskalierte. Und am Ende lag einer am Boden, blutend, lebensgefährlich verletzt. Wie konnte das passieren? Und was sind die Hintergründe?

Es stehen viele Fragen im Raum, wenn jetzt vor dem Landgericht über einen Vorfall verhandelt wird, der sich am 21. Mai dieses Jahres zugetragen haben soll. Laut Anklage ist eine Auseinandersetzung unter zwei Menschen beinahe tödlich geendet.

Prozessauftakt: 14-Jähriger in Hamburg niedergestochen

Der mutmaßliche Täter ist noch jung, erst 19 Jahre alt. Versuchter Totschlag wird Tyrell W. im Prozess, der am Montag begonnen hat, vorgeworfen, daneben noch gefährliche Körperverletzung. Und die Person, die der Hamburger niedergestochen haben soll, ist sogar erst 14. Der Anklage zufolge erlitt das Opfer so schwere Verletzungen unter anderem am Bauch, dass er notoperiert werden musste.

Offenbar haben sich der Angeklagte und der 14-Jährige schon eine Weile gekannt. Brisant: Der Ältere soll vor längerer Zeit eine Beziehung mit der jüngeren Schwester des 14-Jährigen gehabt haben. Damals soll das Mädchen noch ein Kind gewesen sein, erst zwölf Jahre alt.

19 Jahre alter Angeklagte möchte noch nicht aussagen

Möglicherweise, so legen es die Ermittlungen in dem Fall nahe, wollten der Bruder der Zwölfjährigen und der 19-Jährige in der Straße Bei den Höfen in Jenfeld ein klärendes Gespräch über das bereits beendete Verhältnis führen. Sollte sich herausstellen, dass der Ältere dann wirklich zugestochen hat, wäre auch von großem Interesse, warum er zu einer eigentlich friedlich gemeinten Aussprache überhaupt ein Messer dabei hatte?

Die Klingenlänge soll 15 Zentimeter betragen haben. Ein weiterer Vorwurf gegen den 19-Jährigen: Er soll vergangenes Jahr in einem Supermarkt eine Flasche Wodka gestohlen haben. Auch dabei habe er ein Messer dabei gehabt, heißt es.

Bevor der Prozess tatsächlich beginnt, als noch Pressefotografen ihre Bilder fertigen, ist von dem Gesicht des Angeklagten kaum etwas zu sehen. Die Corona-Maske bis zu den Augen hochgezogen, darüber eine Kapuze, die ihm bis weit in die Stirn reicht: Tyrell W. legt viel Wert darauf, möglichst unerkannt zu bleiben. Aussagen möchte er jetzt noch nicht, aber am kommenden Verhandlungstag werde er zu den Vorwürfen Stellung nehmen, heißt es von dem schlanken Angeklagten. Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt.

( bem )

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