Polizei Hamburg

Vandalismus bei Blitzgeräten: „Die Täter haben es leicht“

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Immer wieder werden Farbanschläge auf Bliter verübt (Symbolbild).

Immer wieder werden Farbanschläge auf Bliter verübt (Symbolbild).

Foto: IMAGO / Becker&Bredel

Rund 100-mal wurden Blitzer demoliert: Täter legen 160.000 Euro teure Geräte mit Farbe lahm. Ein Stadtteil ist besonders betroffen.

Hamburg. Bereits rund 100-mal wurden in diesem Jahr an Hamburgs Straßen „Blitzer“ demoliert. Die Polizei ist alarmiert. Mittlerweile werden sogar Beamte eingesetzt, um die in Teilen der Bevölkerung ganz offensichtlich unbeliebten Anlagen zur Überwachung der Geschwindigkeit vor Vandalismus zu schützen.

Besonders oft betroffen waren Blitzanhänger. Sie waren in 76 Fällen Ziel der Täter. In der Regel sind es Farbanschläge, die auf die Anhänger verübt werden. Die Täter sprühen Farbe auf das Sichtfenster. Die Folge: Das Gerät ist lahm gelegt. In einigen Fällen wurden auch Sprüche auf der Hülle, die die Technik umgibt, aufgebracht, die sich gegen die Polizei richten. Polizeiintern spricht man von großen Ausfallzeiten und hohen Kosten, die durch solche Taten entstehen.

Polizei Hamburg: „Die Täter haben es auch leicht“

„Die Täter haben es auch leicht“, sagt ein Beamter. „Man braucht nur ein paar Sekunden, um so ein Gerät mit Farbe zumindest vorübergehend auszuschalten.“ In wenigen Fällen sind die Täter drastischer: Im Stadtteil Eißendorf wurde vor einem Jahr ein Blitzanhänger mit brennbarer Flüssigkeit übergossen, angesteckt und so völlig zerstört.

In Altona war es in der letzten Zeit besonders schlimm. Dort gab es fünf Anschläge auf solche Anlagen. In allen Fällen wurden die Blitzanhänger mit Farbe beschmiert. Jetzt legten sich Fahnder auf die Lauer. Doch der Einsatz war ein Flop, es gab keine Festnahmen.

Vandalismus wird Polizei Hamburg weiter beschäftigen

Das Thema dürfte die Polizei weiter beschäftigen. Im April hatte Hamburg vier neue der jeweils 160.000 Euro teuren Anhänger in Betrieb genommen – weitere sind bestellt. Insgesamt sollen es bald 20 solcher Anhänger sein, die in Hamburg eingesetzt werden. Die Tatgelegenheiten werden damit deutlich mehr werden. Die Blitzer stehen mehrere Tage an einer Stelle. Personal wird kaum gebraucht. Die Geräte schicken die Fotos von den geblitzten Autofahrern online an die Auswerter, die dann ein Bußgeldverfahren einleiten. Nur zum Abstellen und Abholen kommen Beamte oder Mitarbeiter der Polizei vorbei.

Bei der Polizei geht man davon aus, dass es nicht nur genervte Autofahrer sind, die die Geräte demolieren. Die aufgesprühten Sprüche deuten auch darauf hin, dass einige Taten auf das Konto von politisch motivierten Tätern gehen dürften.

( zv )

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