Kochbücher

So geht Speisen à la Downton Abbey

| Lesedauer: 7 Minuten
Marlies Fischer
Chef-Patissier Marco D’Andrea hat ein Buch zur Tea Time geschrieben.

Chef-Patissier Marco D’Andrea hat ein Buch zur Tea Time geschrieben.

Foto: Verlag / Markus Hoefemann

Noch auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk? Oliver, Henssler und Co. waren sehr produktiv! Das sind ihre neuen Werke.

Hamburg.  Restaurants haben geöffnet, die kulinarische Vielfalt ist in Hamburg und im Norden wieder verfügbar. Aber die Pandemie hat uns gelehrt: Selbst am Herd stehen ist lebensnotwendig. Überdies ist Kochen sinnlich, macht Spaß und zufrieden, wenn das Ergebnis auf dem Teller liegt. Und damit es nicht bei Nudeln mit Sauce aus dem Glas oder Tiefkühlpizza aus dem Backofen bleibt, lohnt es sich immer wieder, in Kochbüchern zu stöbern. Das Abendblatt stellt einige appetitanregende Werke vor.

Das perfekte Weihnachtsgeschenk: Kochbücher von Jamie Oliver oder Steffen Henssler

Yotam Ottolenghi hat den Lockdown genutzt, um seine Speisekammer zu inspizieren und zu überlegen, wie die Vorräte zu einem schmackhaften Gericht werden. Der britische Küchengott wurde in Israel geboren und lebt in London. Was kann man aus einer Dose Kichererbsen, einer Packung weiße Bohnen oder einem Beutel Tiefkühl-Erbsen zaubern? In seinem neuen Buch „Shelf Love“ stellt er aus bereits vorhandenen Zutaten Rezepte vor, die er zusammen mit seinem Team in der Ottolenghi Test Kitchen im Norden der britischen Hauptstadt entwickelt hat.

Ob cremiger Hummus oder Blumenkohl-Käse-Kuchen, Tabouleh-Bratlinge oder Blaubeer-Zitrone-Sahne-Schnitten - die mehr als 80 Rezepte sind köstlich, alltagstauglich und vermitteln das gewisse Ottolenghi-Etwas. Vorne wartet das Buch mit einem alphabetischen Register und Zutatenlisten auf. Und hinten folgt eine Aufteilung etwa in „kinderfreundlich“, „nur ein Topf/Pfanne/Blech“ oder „in weniger als einer Stunde fertig“. Sehr praktisch und sehr einladend, sofort das Vorratsregal zu überprüfen.

Der Profi weiß: „Kochen und essen sind tröstend“

In Großbritannien ist Nigella Lawson eine feste Größe, wenn es ums Essen geht. Die Autorin und Fernsehköchin, in Deutschland regelmäßig auf RTL Living zu sehen, teilt ihre große Leidenschaft fürs Kochen und ihre Liebe zu guten Lebensmitteln in ihrem neuen Buch „Kochen, essen, leben“.

„Kochen und essen sind tröstend“, sagt die 61-Jährige. „Ich lebe allein, die Arbeit am Buch war ein guter Gefährte während des Lockdowns.“ Es finden sich nicht nur Rezepte für etwa Spaghetti mit Mangold, Chili und Sardellen oder Hähnchen mit Knoblauch-Sahne-Sauce oder Crème Caramel für nur eine Person. Das Werk ist auch ein feines Lesebuch über Genuss, Zutaten oder die Entwicklung eines Rezeptes und gibt Einblicke in die Rhythmen und Rituale in Lawsons Küche.

Das letzte Kapitel widmet sich Weihnachten und bietet europäische Rezepte: toskanische Brotsuppe, den schwedischen Fischauflauf Janssons Versuchung, skandinavischen Gurkensalat, Schwarzwälder Brownies. Die Autorin hat mal in Deutschland gelebt, ihr Vater Nigel war in den 80er-Jahren britischer Schatzkanzler (Finanzminister) unter Margaret Thatcher. Die Familie kennt also durchaus die Vorzüge einer EU-Mitgliedschaft ...

Ein Kochbuch passend zu Weihnachten

Rund um die schönste Jahreszeit dreht sich alles im Buch „Weihnachten“ von Theresa Baumgärtner. Die Autorin, in Hamburg geboren und in Luxemburg mit ihrer Familie zu Hause, schwelgt in Dezember-Freuden, serviert alkoholfreien Punsch und feine Plätzchen, bereitet knusprige Ente und Gans sowie zartes Rehragout zu, liefert die besten Rezepte für das Weihnachtsfrühstück. Und Basteltipps gibt es auch noch!

Gärtnern, ernten und kochen im echten „Downton Abbey“ vermittelt der opulente Band „Das Jahr auf Highclere Castle“. Das Herrenhaus in der britischen Grafschaft Hampshire südwestlich von London ist Drehort der auch in Deutschland sehr erfolgreichen TV-Serie rund um die Familie von Robert und Cora, Lord und Lady Grantham.

Weihnachtsgeschenk: Kochen wie Jamie Oliver

Die Autorin Lady Fiona lebt mit ihrem Mann und vielen Tieren auf dem Landsitz. Sie gewährt einen exklusiven Einblick in die Parks, Gärten und Ländereien, vermittelt Gartenwissen und lüftet die Küchengeheimnisse von High­clere Castle. Passend zu den Jahreszeiten sind die mehr als 100 Rezepte, zum Beispiel Rhabarber Crumble im Frühling, kalte Gurken-Minze-Suppe im Sommer, Quiche mit Pilzen und Gruyère im Herbst oder Fasan mit geräuchertem Speck im Winter. Außerdem gibt Lady Fiona Tipps für legere Cocktailabende, festliche Dinner und gemütliche Picknicks – alles very British und ganz im Stil von „Downton Abbey“.

Alle Jahre wieder bringt der britische Erfolgskoch Jamie Oliver ein neues Buch heraus, dieses Mal ist es „Together – Alle an einem Tisch“. „Gutes Essen ist dafür da, es mit den Liebsten zu teilen“, hat der Autor durch Corona gelernt und legt mehr als 120 Rezepte für Familie und Freunde vor.

Zwei bis 14 Personen können bekocht werden mit Gemüseauflauf oder Mandarinenkuchen, Hähnchen oder Bœuf Bourguignon. Aufgeteilt sind die Zubereitungs-Anweisungen in verschiedene Themen-Tische. Mit dem Rezept-Baukasten bleibt man flexibel und pickt sich für jede Gelegenheit und Personenanzahl das Passende heraus. Außerdem sorgen zahlreiche Tipps und Tricks für Planung, Vor- und Zubereitung sowie Vorratshaltung dafür, dass beim großen Essen alle entspannt und glücklich sind.

Einmal mit Kuchen um die Welt backen

Kuchenrezepte, Backideen und internationale süße Trends hat Christian Hümbs in seinem Buch „Back dich um die Welt“ versammelt. Der Patissier, lange Zeit für Süßes und Desserts im Restaurant Haerlin (zwei Michelin-Sterne) im Hotel Vier Jahreszeiten an der Binnenalster zuständig und mittlerweile in Zürich tätig, nimmt Leserinnen und Leser mit auf eine Geschmacksreise um den Erdball. „90 süße Rezepte gegen Fernweh“ nennt der Autor, der auch als Juror in der Sat.1-Sendung „Das große Backen“ mitwirkt, sein Buch.

Die Rezepte sind nach besonderen Reiserouten sortiert, manche lassen sich schnell backen, andere Leckereien sind raffiniert und etwas anspruchsvoller. Dazu gehören nicht nur österreichische Mohnstriezel oder saftige Brownies, sondern auch niederländische Oliebollen oder eine russische Milchmädchentorte.

Kochbuchi: Von Steffen Henssler bis Vicky Leandros

Nicht zuletzt gibt es Kochbücher mit Verbindungen zu Elbe und Alster. Thomas Sampl hat „Das neue Hamburg-Kochbuch (KJM Buchverlag, 29,90 Euro) vorgelegt mit typischen Gerichten aus der Hansestadt. Steffen Henssler setzt auf die „Schnelle Nummer“ (Verlag Gräfe und Unzer, 24 Euro) mit Gerichten, die nicht länger als 25 Minuten dauern. Im März 2022 erscheint übrigens eine Neuauflage von Hensslers Klassiker „Hauptsache lecker!“ (DK Verlag Dorling Kindersley). Vicky Leandros hat mit Tochter und Sohn das Buch „Ein Hoch auf das Leben“ (Verlag Gräfe und Unzer, 26 Euro) mit alltags- und familientauglichen Rezepten erarbeitet.

Und schließlich noch etwas Hüftgold: Im Hotel Fontenay ist Marco D’Andrea für Süßes zuständig. Und dem mehrfach ausgezeichneten Patissier liegt die Teestunde mit allem Drum und Dran besonders am Herzen. In seinem Buch „Modern Tea Time“ gibt er deshalb einer der besten britischen Traditionen eine deutsche Heimat. Genuss mit kleinen Häppchen in süß und sauer, in scharf oder mild – bei D’Andreas Version an der Außenalster ist nichts verboten.

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