Immobilien Hamburg

Rekordpreise! Die Nachfrage nach Luxus-Objekten steigt

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Ulrich Gaßdorf
Immobilien auf der Uhlenhorst mit Blick auf den Feenteich, der mit der Außenalster verbunden ist, gehören zu den teuersten Objekten in Hamburg.

Immobilien auf der Uhlenhorst mit Blick auf den Feenteich, der mit der Außenalster verbunden ist, gehören zu den teuersten Objekten in Hamburg.

Foto: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Penthouse für elf Millionen Euro und 778 Eigentumswohnungen für mehr als 7000 Euro pro Quadratmeter im ersten Halbjahr 2021 verkauft.

Hamburg. Der Markt für Luxus-Immobilien in der Hansestadt Hamburg befindet sich weiterhin im Aufwind. Es werden nach wie vor Rekordpreise erzielt. Im ersten Halbjahr diesen Jahres wechselte eine Villa in Harvestehude für 11,9 Millionen Euro den Eigentümer. Die teuerste verkaufte Wohnung ist nach Abendblatt-Informationen ein Penthouse mit 430 Quadratmetern in der HafenCity, für das elf Millionen Euro bezahlt wurden. Für ein Penthouse mit Alsterblick auf der Uhlenhorst wurde ein Preis von 33.900 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Diese Zahlen gehen hervor aus einer Studie von Dahler & Company, die die Verkäufe von Eigentumswohnungen ab 7000 Euro pro Quadratmeter und für Ein- und Zweifamilienhäuser ab einem Verkaufswert von 750.000 Euro dokumentiert. Grundlage dafür sind die Datenerhebungen des städtischen Gutachterausschusses, in dem alle Verkäufe dokumentiert werden.

Luxusimmobilien: Repräsentative Stadthäuser besonders beliebt

Im Abendblatt-Gespräch sagte Luxusmakler Björn Dahler, Geschäftsführer von Dahler & Company, zu den schwindelerregenden Verkaufspreisen in Harvestehude, auf der Uhlenhorst und in der HafenCity: „Es gibt eine gewisse Anzahl von Kaufinteressenten, für die Geld keine Rolle spielt, vorausgesetzt es gelingt, eine der besonders seltenen Immobilien zu finden, bei der alles stimmt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Immobilie unmittelbar an der Alster liegt und durch eine herausragende Architektur und eine besonders exklusive Ausstattung besticht.“

Besonders beliebt sind auch die repräsentativen Stadthäuser in Stadtteilen wie Rotherbaum oder Harvestehude, die laut Dahler für vier bis acht Millionen Euro gehandelt werden. „Diese Immobilien werden in der Regel gar nicht erst öffentlich angeboten, sondern an vorgemerkte Kunden vermittelt.“ Die Warteliste ist lang, aktuell sind dem Vernehmen nach allein bei Dahler & Company einige hundert Kunden vorgemerkt, die Interesse an einem Stadthaus haben.

Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser hat sich positiv entwickelt

Zurück zu den aktuellen Verkaufszahlen Untersucht wurden die Teilmärkte Alster-Ost, Alster-West/Eppendorf, Alstertal/Walddörfer, Eimsbüttel/Altona/St. Pauli, Elbvororte, HafenCity und Rahlstedt: Im ersten Halbjahr wurde mit 778 verkauften Eigentumswohnungen ein Gesamtumsatz von rund 745,9 Millionen Euro erzielt. Das ist ein neuer Rekord – zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2020 wurden 354 Immobilien in den untersuchten Teilmärkten für insgesamt 344,8 Millionen Euro verkauft. „Die Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Premiumsegment während der Coronapandemie deutlich gestiegen ist. Zahlreiche Neubauprojekte haben dazu beigetragen, dass die Zahl der Verkäufe um mehr als 100 Prozent zugenommen hat“, sagt Dahler. Mehr als 50 Prozent der verkauften Objekte, sind erst 2020 fertiggestellt worden oder befinden sich noch im Bau.

Positiv hat sich auch der Markt für Ein- und Zweifamilienhäusern in der Hansestadt entwickelt. 330 Objekte wurden verkauft und dafür insgesamt rund 558,5 Millionen Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2020 wurden in der Hansestadt 248 Häuser veräußert und insgesamt 362,4 Millionen Euro erzielt. Ausgesprochen beliebt sind die Elbvororte, zu denen Stadtteile wie Blankenese, Nienstedten und Othmarschen zählen. In den Elbvororten wurden im ersten Halbjahr mit rund 229 Millionen Euro der höchste Umsatz verzeichnet. Dort wurden 126 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Interessant ist auch, dass von den insgesamt 330 veräußerten Eigenheimen, für 65 Objekte mehr als zwei Millionen Euro gezahlt wurden, davon lagen alleine 35 in den Elbvororten.

Luxusimmobilien: Spitzenpreise werden in der HafenCity erzielt

Björn Dahler sagt. „Die Nachfrage ist ähnlich wie in den anderen Top-Standorten Deutschlands auch in Hamburg seit Jahren ungebrochen hoch. Das anhaltende Interesse trifft im Premium- und Luxussegment jedoch zunehmend auf ein begrenztes Angebot, sodass der Wettbewerb um verfügbare Immobilien zugenommen hat.“ Der Immobilienexperte prognostiziert. „Das wachsende Interesse an Immobilien außerhalb der Stadtgrenzen der Metropolregionen könnte jedoch zu einer Streuung der Nachfrage führen. Bereits jetzt ist erkennbar, dass sich auch hier die Preise weiter in die Höhe bewegen.“

Weitere Preissteigerungen dürfte es auch in der HafenCity geben. Die teuerste Wohnung, die im ersten Halbjahr in Hamburg verkauft wurde, liegt in Hamburgs jüngsten Stadtteil. Das Penthouse für elf Millionen Euro befindet sich im Luxuswohnturm The Crown im Strandkai-Quartier. Für den stolzen Preis ist ein unverbaubarer Wasserblick inklusive. Das rund 60 Meter hohe Gebäude, wird erst 2023 fertiggestellt. Doch trotz durchschnittlicher Quadratmeterpreise von 17.000 Euro sind bereits 71 der 75 Wohnungen verkauft.

Im ersten Halbjahr wurden in der Hansestadt 35 Wohnungen verkauft, für die mehr als 15.000 Euro pro Quadratmeter bezahlt wurden. Davon wurden allein 19 Transaktionen in der HafenCity abgewickelt. Bei den Eigentumswohnungen, für die mehr als 9000 Euro pro Quadratmeter erzielt wurden, nimmt der Teilmarkt Alster-Ost den Spitzenplatz mit 127 verkauften Wohnungen ein. Dazu zählen unter anderen Stadtteile wie St. Georg, Winterhude und auf der Uhlenhorst.

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