E-Sport in Hamburg

Deutschlands erste E-Fitness-Anlage in Poppenbüttel eröffnet

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Maria Bethke (89) im futuristischen Fitness-Gerät „ExerCube“.  

Maria Bethke (89) im futuristischen Fitness-Gerät „ExerCube“.  

Foto: Andreas Hardt

Im Spital zum Heiligen Geist gibt es nun eine Trainingsstätte in einer virtuellen Umgebung. So funktioniert die Anlage.

Hamburg. Maria Bethke kommt ins Schnaufen: links an der Wand drücken, weiter, kleine Schritte, bücken, weiter, schauen, aufpassen, rechts drücken – puh! „Es ist wirklich anstrengend“, sagt sie, „aber es macht großen Spaß.“ Maria Bethke ist eine zierliche, aber äußerst agile und wache Frau von 89 Jahren, die im Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel wohnt.

Und sie ist gerade dabei, etwas Neues kennenzulernen und auszuprobieren. E-Sport für Senioren sozusagen, eine virtuelle Welt, die aber ganz real ist. Am Freitag wurden im Spital zum Heiligen Geist zwei „ExerCubes“ eingeweiht, Deutschlands erste Mixed Reality Spiel-Sport-Anlage in einer Senioreneinrichtung.

Insgesamt rund eine Viertelmillion Euro hat der Bau der Anlage in der ehemaligen Schwimmhalle gekostet. Die war baulich marode und wirtschaftlich nicht mehr zu unterhalten. So entstand die Idee, etwas Neues zu schaffen, das aber auch Sport und Fitness fördert. Die Deutsche Fernsehlotterie half mit 100.000 Euro, weitere lokale Unterstützer trugen ebenfalls ihr Scherflein bei. „Als uns die Idee im Sportamt vorgetragen wurde, haben wir gedacht, ,wow‘“, berichtet Sportstaatsrat Christoph Holstein in seiner Begrüßungsansprache, „das passt in unser Konzept der Active City, Menschen jeden Alters körperlich und geistig fit zu halten.“

E-Fitness-Anlage in Poppenbüttel eröffnet

Ein wenig erinnert die Szenerie an das „Holodeck“ aus der TV-Serie Raumschiff Enterprise. Der Mensch ist real, seine Umgebung virtuell. Von drei Seiten ist man von Leinwänden umschlossen, auf denen ein Spiel abläuft, in dem man Aufgaben erfüllen muss. „Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination werden trainiert, gleichzeitig das Reaktionsvermögen und die kognitive Fitness“, erklärt Ole Behr, der Leiter der Physiotherapie der Stiftung.

Er hatte die Idee, die zwei „Würfel“ des Schweizer Unternehmens „Sphery“ anzuschaffen. Für jeden Aktiven können die Trainingsinhalte und Belastungen individuell angepasst werden. So ist es möglich, dass vom Leistungssportler bis zum Rollstuhlfahrer fast jeder das Spiel nutzen kann.

Von 9 bis 14 Uhr ist die Anlage für die Stiftungsbewohner und Mitarbeitende reserviert, anschließend können Externe Einheiten mieten. So könnte sich der Unterhalt mit zweieinhalb Arbeitskräften dauerhaft tragen. Der SC Poppenbüttel ist mit seinen Sportlern schon dabei – wie Frau Bethke: „Ich komme ganz bestimmt wieder.“

( ah )

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