Evangelische Kirche

Hamburger Bischöfin ist Favoritin für den EKD-Ratsvorsitz

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Edgar Hasse
Die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs ist eine von zwei Favoritinnen für das Amt des EKD-Ratsvorsitzes.

Die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs ist eine von zwei Favoritinnen für das Amt des EKD-Ratsvorsitzes.

Foto: picture alliance

Kirsten Fehrs könnte in der kommenden Woche an die Spitze der Evangelischen Kirche gewählt werden. Doch es gibt eine Konkurrentin.

Hamburg. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wählt in der kommenden Woche ihr neues Oberhaupt. Nach Abendblatt-Informationen ist die Hamburger und Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs, 60, eine von zwei Favoritinnen für das Amt des EKD-Ratsvorsitzes. Der bisherige Ratsvorsitzende, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, 61, tritt nicht mehr an. Ebenfalls als Favoritin gilt die westfälische Präses ( Bischöfin) Annette Kurschus.

Gewählt wird der oder die Nachfolgerin am Mittwoch von der EKD-Synode. Im Gespräch sind auch der Berliner Bischof Christian Martin Stäblein und der hessische Kirchenpräsident Volker Jung.

Hamburger Bischöfin könnte EKD-Ratsvorsitzende werden

Das „Kirchenparlament“ mit seinen 128 Mitgliedern wollte eigentlich in üblicher Präsenzsitzung in Bremen tagen. Doch angesichts der Entwicklung der pandemischen Lage soll die bereits am Sonntag beginnende Tagung ausschließlich digital stattfinden.

Die bislang letzte Frau als Ratsvorsitzende war die ehemalige hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann. Sie war nach einer Alkohol-Autofahrt im Jahr 2010 von ihrem Posten zurückgetreten.

Besonderes Procedere für die Wahl

Die Wahl für den EKD-Ratsvorsitz folgt einem eigenen Procedere. Es gibt, anders als in den Landessynoden, keinen Wahlausschuss, der vorab Personen berufen. Dafür gibt es den neuen Rat der EKD, der am kommenden Dienstag von der Synode gewählt wird. Die neuen Ratsmitglieder entscheiden in einer internen Sitzung am Dienstagabend, wen sie den EKD-Synodalen zur Wahl des/der Vorsitzenden vorschlagen werden. Die Entscheidung trifft dann das Kirchenparlament am Mittwochmittag.

Wie es in Kirchenkreisen heißt, war es in der Vergangenheit ein ungeschriebenes Gesetz, dass der/die Geistliche, die bei der Wahl in der Rat bereits die meisten Stimmen der Synodalen bekommen hat, in der anschließenden internen Runde als Vorsitzende/r vorgeschlagen wurde. Ob das dieses Mal auch so sein wird, bleibt ungewiss.

21 Kandidaten insgesamt für den Rat der EKD

Für den Rat der EKD kandidieren neben den beiden Favoritinnen insgesamt 21 Persönlichkeiten, darunter auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Sprecher des evangelischen Arbeitskreises der Union, Thomas Rachel.

Kirsten Fehrs ist seit 2011 Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck. Sie wurde am 12. September 1961 in Wesselburen an der schleswig-holsteinischen Westküste geboren. Nach Studium und Ordination war sie Gemeindepastorin im holsteinischen Hohenwestedt und Bildungsreferentin sowie Personal- und Organisationsentwicklerin. 2006 trat Kirsten Fehrs das Amt als Pröpstin und Hauptpastorin an der Hauptkirche St. Jacobi an.

Fehrs ist bundesweit bekannt

Bundesweit bekannt geworden ist sie als Mitglied und bis 2020 Sprecherin des Beauftragtenrates zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. In der Nordkirche liegt ihr vor allem die Seelsorge am Herzen. Kirsten Fehrs ist unter anderem zuständig für den entsprechenden Hauptbereich der Nordkirche. Außerdem gehört sie dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. Die evangelischen Landeskirchen in Deutschland zählen rund 20,5 Millionen Mitglieder.

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