Junge gestorben

Kindstod nach Corona-Impfung: UKE sucht weiter nach Ursachen

| Lesedauer: 2 Minuten
Der Tod eines zwölfjährigen Jungen aus Norddeutschland nach einer Corona-Impfung beschäftigt die Experten des Universitätsklinikums Eppendorf (Symbolbild).

Der Tod eines zwölfjährigen Jungen aus Norddeutschland nach einer Corona-Impfung beschäftigt die Experten des Universitätsklinikums Eppendorf (Symbolbild).

Foto: David Young / dpa-tmn

Weil der Zwölfjährige erhebliche Vorerkrankungen hatte, dauern die Untersuchungen an. Cuxhavener Landrat spricht Mitgefühl aus.

Cuxhaven. Im Fall des zwölf Jahre alten Jungen aus dem Kreis Cuxhaven, der zwei Tage nach seiner Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus gestorben ist, stehen noch weitere Untersuchungen zur Todesursache an.

„Ein vorläufiger Bericht über die vom Gesundheitsamt des Landkreises in Auftrag gegebene Obduktion legt derzeit nahe, dass der Tod des Kindes mit der Impfung in Zusammenhang stehen könnte. Mit Blick auf dessen Vorerkrankungen kann aber laut Rechtsmedizinischem Institut des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) vor Auswertung der feingeweblichen Untersuchungen eine mögliche andere Ursache noch nicht vollständig ausgeschlossen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Cuxhaven von Donnerstagabend.

UKE: Zwölfjähriger erheblich vorerkrankt

Nach Abendblatt-Informationen brauchen die Experten des UKE noch rund zwei Wochen, um anhand dieser weitergehenden Untersuchungen eine verlässliche Aussage über die genauen Todesumstände zu machen. Die Vorerkrankungen des Kindes seien erheblich.

„Für jeden von uns ist die Vorstellung unerträglich, das eigene Kind zu verlieren“, stellt Landrat Kai-Uwe Bielefeld betroffen fest. „Unabhängig davon, welche Ergebnisse die noch ausstehenden Untersuchungen bringen, die Angehörigen trifft dieser tragische Fall mit aller Unbarmherzigkeit. Sie haben unser aller tiefes Mitgefühl.“

Kindstod nach Coronaimpfung: Die Studienlage

Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Coronaimpfung bei Kindern und Jugendlichen sind extrem selten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) führte bis 30. September fünf solcher Verdachtsfälle auf, die sich auf einen tödlichen Ausgang im Abstand von zwei bis 24 Tagen nach der Biontech-Impfung beziehen. Bei mindestens drei der Jugendlichen bestanden laut PEI schwere Vorerkrankungen.

Darauf bezieht sich auch Bielefeld in seiner Stellungnahme: „Bisher hat das Paul-Ehrlich-Institut keinen der dort gemeldeten Todesfälle nach Covid-19-Impfung von 12- bis 17-Jährigen als wahrscheinlich oder möglicherweise im ursächlichen Zusammenhang mit der Covid-Impfung stehend bewertet. Die abschließende Bewertung in diesem Fall steht leider immer noch aus.“

Abwägung: „In aller Regel eine Impfempfehlung“

Landrat Bielefeld betont auch, dass der Landkreis die mobilen Impfangebote wie geplant aufrechterhalten werde. „So tragisch dieser Einzelfall ist, generell gilt, dass wir mit den Impfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) das wichtigste Instrument gegen das Virus in der Hand haben. Die Abwägung der Risiken einer Impfung mit denen einer möglichen Infektion ergibt gerade auch bei Menschen mit Vorerkrankungen in aller Regel eine Impfempfehlung.“

Die Stiko hatte Mitte August eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen ausgesprochen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg