Wohnungsbau

CO2-neutrales „Zukunftshaus“ im Münzviertel geplant

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Ulrich Gaßdorf
Die Fassade des Zukunftshauses wird begrünt.

Die Fassade des Zukunftshauses wird begrünt.

Foto: Urbainity

Die Bewohner dürfen nur Ökostrom nutzen. Die Hausgemeinschaft kommuniziert per App. Wann die Wohnungen fertig werden.

Hamburg. Immobilienprojekte hat Henrik Diemann in den vergangenen 15 Jahren mit seiner Firma Metropol schon viele entwickelt – in Hamburg unter anderem den Süderfeld Park mit mehr als 400 Wohnungen unweit vom UKE. Doch nun hat der Architekt seinem Unternehmen mit Urbainity nicht nur einen neuen Namen gegeben, sondern hat eine „klare Vision, den künftigen Transformationsprozess der Städte hin zu einem urbanen, Ressourcen schonenden Lebensraum voller Vielfalt aktiv voranzutreiben“, sagte Diemann dem Abendblatt.

Was der Firmenchef damit meint, möchte er mit seinem Team nun im Münzviertel unweit vom Hauptbahnhof präsentieren. „Wir schließen dort eine Baulücke, die seit mehr als 70 Jahren brach liegt“, sagt Diemann über das Grundstück, das anmutet wie ein schmales Handtuch. Doch dort soll Großes entstehen, von „einem Zukunftshaus“ spricht der Bauherr, „das im Betrieb CO2-neutral sein wird, also ein Null-Emissionshaus“, kündigt Diemann an.

Wohnungsbau: Zehn Millionen Euro für das Zukunftshaus

Im Juli fiel der Startschuss für das Gebäude an der Repsoldstraße mit 25 Ein- und Zweizimmereigentumswohnungen mit Größen von 30 bis 50 Qua­dratmetern. Außerdem gibt es noch ein Penthouse mit 135 Quadratmetern. Dem Vernehmen nach liegt die Investitionssumme für das Zukunftshaus bei rund zehn Millionen Euro.

„Beim Bau setzen wir auf höchste Dämmstandards für die Außenhülle, sodass nur eine geringe Heizenergie benötigt wird. So viel Energieeffizienz fördert der Gesetzgeber, und jeder Käufer erhält von der KFW einen Zuschuss von 24.000 Euro. Wir belegen zusätzlich das gesamte Dach sowie Teile der Fassade mit Solarmodulen, um Ökostrom zu erzeugen. Zudem müssen sich die künftigen Wohnungseigentümer dazu verpflichten, dass der Allgemeinstrom nur aus 100 Prozent erneuerbarem Ökostrom gespeist werden darf.“

Um die nicht vermeidbaren CO2-Emissionen zu kompensieren, werde Urbainity in einen Solarpark auf dem Land investieren, kündigte der Projektentwickler an.

Bewohner sollen über eine App kommunizieren

Und die Bewohner sollen sich wie in der Natur fühlen. Die Rückfassade des Öko-Gebäudes soll wie die Dachflächen begrünt werden. „Beim Ausbau der Wohnungen setzen wir schadstoffarme Materialien ein, um eine gesunde Raumluftqualität zu erzielen. Es werden Materialien und Kleber mit entsprechenden Zertifikaten wie dem Blauen Engel eingesetzt“, sagt Diemann.

Der Bauherr setzt zudem auf Digitalisierung. „Es wird eine hauseigene Urbainity-App geben. Damit kann man zum Beispiel auch von unterwegs die Haustür öffnen, wenn man über das Smartphone sehen kann, dass zum Beispiel gerade ein Paket angeliefert wird. Außerdem soll auch die Hausgemeinschaft über diese App kommunizieren.“ Bei 255.000 Euro beginnen die Preise für eine 30-Quadratmeter-Wohnung. Das Penthouse liegt bei rund 1,5 Millionen Euro. Die Nachfrage ist groß, obwohl die Fertigstellung erst Anfang 2023 geplant ist.

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