Tourismus

Warum Goldgräberstimmung in Hamburgs Luxushotels herrscht

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Ulrich Gaßdorf
Der geschäftsführende Direktor Ingo C. Peters und die Auszubildende Anna-Marie Thomsen im Vier Jahreszeiten in Hamburg. Das Hotel verzeichnet eine hohe Nachfrage.

Der geschäftsführende Direktor Ingo C. Peters und die Auszubildende Anna-Marie Thomsen im Vier Jahreszeiten in Hamburg. Das Hotel verzeichnet eine hohe Nachfrage.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Ob Grand Elysée, Vier Jahreszeiten oder Atlantic: Bei den Häusern boomt es – auch an den Festtagen. Woran das liegt.

Hamburg. Der Tourismus in Hamburg boomt nach der Corona-Zwangspause. Allein im August konnten die Hotels rund 1,35 Millionen Übernachtungen verzeichnen. Das Abendblatt hat in der Branche nachgefragt: Es herrscht Goldgräberstimmung: „Wir waren im August und im September an den Wochenenden nahezu ausgebucht. Auch der Oktober läuft äußerst gut“, sagt Ingo C. Peters.

Der geschäftsführende Direktor vom Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg erzielt im Vergleich zur Vor-Pandemiezeit in 2019 etwa ein Plus von 35 Prozent bei den Übernachtungsraten. Dem Vernehmen nach, werden für Doppelzimmer zum Innenhof am Wochenende Preise von 625 Euro mit Frühstück aufgerufen und gebucht. „Wir profitieren davon, dass das Klientel, das sonst auf St. Barth oder in Nizza wäre, in diesem Jahr in Hamburg Urlaub macht. Und diese anspruchsvollen Gäste sind bereit dazu, entsprechende Raten zu bezahlen“, sagt Peters.

Hotels in Hamburg: Auch beim Grand Elysée läuft es

Auch in der Vorweihnachtszeit dürfte in dem Luxushotel weiter die Kasse klingeln: „Wir haben vor allem an den Wochenenden nur noch wenige Zimmer zur Verfügung.“ Auch die Gastronomie im Vier Jahreszeiten sind stark gefragt. „Wir haben Abende, da können wir im Nikkei Nine bis zu 100 Reservierungswünsche nicht annehmen, weil unsere beiden Sitzungen bereit restlos ausgebucht sind.“ Auch an den Festtagen und an Silvester sind in den Restaurants nur noch Restplätze frei.

Beim Fünf-Sterne-Superior-Hotel Grand Elysée an der Rothenbaumchausee läuft es ebenfalls: „Wir freuen uns über einen Gästeanstieg sowohl in unseren Restaurants als auch bei den Übernachtungen. Es ist deutlich zu merken, dass die Gäste wieder das Verlangen haben, zu verreisen, sich zu treffen und zusammenzukommen“, sagt André Vedovelli, Vorstand der Elysée Hotel AG. Die Restaurants Theo´s und Brasserie Flum seien stärker nachgefragt als im Erfolgsjahr 2019. Bei den Zimmerbuchungen entschieden die Gäste immer noch sehr kurzfristig und kämen teils sehr spontan.

Viele Besucher machen Urlaub in der Stadt

Besonders frequentiert sei es in diesem Jahr in den Sommer- und Herbstferien gewesen. Viele der Gäste hätten Urlaub in der Stadt gemacht und die vielfältigen Kultur- und Kulinarikangebote der Hansestadt genutzt. Auch die Vorweihnachtszeit ist bereits gut gebucht. „Mit Blick auf den Dezember sind wir ebenfalls zuversichtlich. Für die Adventswochenenden liegt die Zimmerauslastung aktuell bei knapp 50 Prozent und für das Silvesterwochenende sind unsere Suiten bereits alle reserviert.“

Auch das Grandhotel Atlantic erfreut sich einer großen Nachfrage: „Seit einem Monat verspüren wir einen deutlichen Buchungsanstieg und erwarten, dass sich der positive Trend im Herbst fortsetzen wird. Allerdings buchen die Gäste ihren Aufenthalt weiterhin sehr kurzfristig, weshalb die Anfragen für Weihnachten noch verhalten sind. Eine Ausnahme bildet Silvester, die Nachfrage entwickelt sich heute bereits gut“, sagt der geschäftsführende Direktor Franco Esposito.

Hotels in Hamburg: The Madison zieht positive Bilanz

Das The Madison Hotel am Michel kann ebenfalls gute Zahlen vorweisen. „Wir teilen den positiven Ausblick von Hamburg Tourismus: Im Madison ist die Entwicklung der Auslastung und der durchschnittlichen Zimmerrate sehr gut. Nach einem überdurchschnittlich guten August mit über 90 Prozent Belegung waren auch die Monate September und Oktober trotz fehlendem Messe- und Kongressgeschäft sehr zufriedenstellend.

Die Vorausbuchungen – insbesondere für die Adventswochenenden und für Silvester – stimmen uns positiv. Hamburg begeistert die Besucher, sie wollen wieder etwas Schönes erleben und genießen“, sagt Direktor Thomas Kleinertz. Bei mehr als 80 Prozent im Durchschnitt liegt im Oktober die Auslastung in den Hotels Hafen Hamburg und Empire Riverside auf dem Kiez. Direktor Enrico Ungermann hat nur ein Problem: In seine 20 up Bar im Empire Riverside kann Ungermann nur eine begrenzte Gästeanzahl einlassen.

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