Corona News für den Norden

Neue Corona-Verordnung: Hamburg weitet 2G-Regel aus

| Lesedauer: 17 Minuten
Julia Offen, stellvertretende Pressesprecherin des Hamburger Senats (Archivbild).

Julia Offen, stellvertretende Pressesprecherin des Hamburger Senats (Archivbild).

Foto: imago/Chris Emil Janßen

Der Überblick: Inzidenz in Hamburg und Schleswig-Holstein steigt. GEW fordert kostenlose Tests und Masken.

Hamburg. Am Sonnabend läuft die aktuelle Corona-Verordnung aus. Die Inzidenz in der Hansestadt steigt, doch anders als im vergangenen Herbst sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mehr als 70 Prozent der Hamburger inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Senat in Hamburg beriet daher am Dienstag über das neue Regelwerk und informierte auf einer Landespressekonferenz über eine Anpassung der Maßnahmen.

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Auch in Schleswig-Holstein ist ein deutlicher Anstieg der Corona-Zahlen zu verzeichnen. Die Behörden zählten am Montag 228 neue Neuinfektionen, am Dienstag sogar 324. Mehr dazu lesen Sie in unseren Corona News.

Corona News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 19. Oktober:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 6414 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 193.423), 453 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 62), 2057 Todesfälle (+6). Sieben-Tage-Wert: 1476,3 (Stand: Donnerstag).
  • Schleswig-Holstein: 5415 neue Corona-Fälle (180.911), 315 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 58). 1932 Todesfälle (+4). Sieben-Tage-Wert: 896,1, Hospitalisierungsinzidenz: 5,87 (Stand: Donnerstag).
  • Niedersachsen: 10.705 neue Corona-Fälle (532.232), 136 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Krankenhäusern, 7029 Todesfälle (+15). Sieben-Tage-Wert: 512,4; Hospitalisierungsinzidenz: 4,9 (Stand: Donnerstag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2137 neue Corona-Fälle (124.228), 247 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1603 Todesfälle (+4), Sieben-Tage-Wert: 662,0; Hospitalisierungsinzidenz: 5,9 (Stand: Donnerstag).
  • Bremen: 1250 neue Corona-Fälle (72.009), 157 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 22), 621 Todesfälle (+1. Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1259,0; Bremerhaven: 1194,1; Hospitalisierungsinzidenz Bremen: 14,65, Bremerhaven: 15,85 (Stand: Donnerstag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

Inzidenz in Schleswig-Holstein erneut deutlich gestiegen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuansteckungen in Schleswig-Holstein ist am Dienstag wieder deutlich gestiegen - auf 324 Fälle. Das geht aus den Zahlen der Landesmeldestelle vom Abend (Stand 19.30 Uhr) hervor. Am Montag hatten die Behörden 228 neue Fälle gezählt, am Dienstag vor einer Woche waren es 119.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Land kletterte auf 39,1. Am Vortag hatte die Zahl neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 32,6 gelegen. Die Zahl der Patienten und Patientinnen, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt wurden, stieg von 52 auf 61. Davon lagen 17 weiter auf Intensivstationen (Vortag 15), von denen 12 beatmet wurden. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100 000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken aufgenommen wurden - gab die Meldestelle leicht gesenkt mit 1,13 an.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 Gestorbenen stieg um 3 auf 1707. Als genesen gelten inzwischen rund 75 400 Menschen. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Segeberg (57,9), am niedrigsten im Kreis Schleswig-Flensburg (17,8).

Roncalli begrüßt Senatspläne zu Weichnachtsmärkten

Nach coronabedingter Unterbrechung 2020 wird der Roncalli-Weihnachtsmarkt in diesem Jahr auf dem Hamburger Rathausmarkt stattfinden. Allerdings sei noch nicht klar, nach welchen Regeln der Markt stattfinden wird, sagte Sprecherin Heide Mombächer am Dienstag. „Wir sind noch in Gesprächen mit der Stadt und freuen uns erst einmal, dass wir überhaupt öffnen können.“

Der Senat will den Hamburger Weihnachtsmarktbetreibern die Öffnung der Märkte sowohl nach 3G-Regeln – also für Geimpfte, Genesene und neagtiv Getestete – als auch nach 2G-Regeln nur für Geimpfte und Genesene ermöglichen. Im 2G-Fall würden Masken- und Abstandspflicht sowie eine Begrenzung der Besucherzahlen wegfallen. Allerdings müssten der gesamte Markt oder einzelne Bereiche, in denen 2G gelten soll, umzäunt sein, wie Vizesenatssprecherin Julia Offen mitteilte.

Eine Entscheidung für den Roncalli-Weihnachtsmarkt sei noch nicht gefallen, sagte Mombächer. Klar sei nur, dass der Aufbau des Marktes am 8. November beginne. „Ab dem 22. November sind wir dann bis zum 23. Dezember für Besucher da.“

CDU-Fraktionschef trotz Impfung infiziert

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kieler Landtag Tobias Koch hat sich trotz vollständigen Impfschutzes mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt der Fraktionsgeschäftsführer Hans-Jörn Arp am Dienstag mit.

Behrens: Infektionsgeschehen wird nach Ferien ansteigen

Die Gesundheitsbehörden in Niedersachsen rechnen für die Zeit nach den Herbstferien wieder mit mehr Ansteckungen durch das Coronavirus. Doch aufgrund der hohen Impfquote sei die Situation eine ganz andere als noch vor einem Jahr, sagte der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Fabian Feil, am Dienstag in Hannover. Es sei mit erheblich weniger schweren Verläufen und weniger Krankenhausaufenthalten zu rechnen. Gleichwohl erneuerte er seinen Appell an Ungeimpfte: „Lassen Sie sich impfen, Sie schützen sich und andere.“

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) zufolge haben derzeit 80,3 Prozent der über Zwölfjährigen in Niedersachsen eine Erstimpfung erhalten. 76,2 Prozent dieser Menschen seien vollständig geimpft. In den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen sei die Lage entspannt. Allerdings seien rund 95 Prozent der Covid-Patienten ungeimpft. Insgesamt sei die Lage „sehr stabil und gut kontrollierbar“. Bis auf die Landkreise Cloppenburg und Gifhorn liege die Inzidenz in allen Kreisen unter 100. In keinem Landkreis sei eine Warnstufe ausgegeben worden.

Mit Blick auf die Ende November auslaufenden Ausnahmeregelungen zur epidemischen Lage sagte Behrens, es sei zunächst Aufgabe des Bundestages, diese Regelungen zu verlängern oder zu verändern. Sie könne sich jedoch nicht vorstellen, dass es bei 1,5 Millionen ungeimpften Menschen in Deutschland keine Regeln geben werde. Sollte es keine Entscheidung des Bundesparlaments geben, könne das Land Niedersachsen aufgrund föderaler Strukturen eigenständig handeln.

Die niedersächsische Corona-Verordnung sei bis zum 10. November befristet, erläuterte Behrens. Schon jetzt seien die Regelungen auf einem minimalen Niveau: Im Grunde bezögen sich die Beschränkungen nur noch auf die 2-G- oder 3-G-Regeln und die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung im Einzelhandel und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu tragen. Die Verordnung werde rechtzeitig erneuert und anpasst.

CDU-Fraktionschef Koch mit Covid-19 infiziert

Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kieler Landtag, Tobias Koch, hat sich während einer Auslandsreise mit dem Coronavirus angesteckt. Dies teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Hans-Jörn Arp, am Dienstag mit. Koch sei trotz vollständiger Corona-Impfung infiziert worden. Ihm gehe es gut. Koch befindet sich zu Hause in Quarantäne. Er hatte am Montag seinen 48. Geburtstag. Koch werde nach seiner Genesung seine Tätigkeit baldmöglichst wieder aufnehmen, kündigte Arp an.

Der Winterdom kehrt zurück – unter diesen Bedingungen

Der Hamburger Dom kehrt im November zurück auf das Heiligengeistfeld – aber unter 2G-Bedingungen. Das teilte die Wirtschaftsbehörde am Dienstag mit. Hier erfahren Sie, welche Regeln dann genau gelten und was die Besucher alles an Attraktionen erwartet.

Senat über neue Corona-Verordnung: 2G-Regel wird ausgeweitet

Auf einer Landespressekonferenz im Rathaus hat der Senat am Dienstagmittag über die aktuelle Corona-Lage in der Stadt informiert. Es seien Eckpunkte für die neue Corona-Verordnung beschlossen worden, wie die stellvertretende Senatsprecherin Julia Offen sagte.

Hamburg weitet die 2G-Regelung auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels aus. Geimpfte und Genesene können teilnehmende Einrichtungen dann von Sonnabend an ohne Maske nutzen, Ungeimpfte haben keinen Zutritt. Die Betreiber könnten selbst entscheiden, ob sie künftig nach 2G ohne Maske oder weiter auch ungeimpfte Kunden, dann aber mit Maske, bedienen wollen.

2G-Zugangsmodelle sind jedoch nicht möglich in Betrieben und Geschäften der täglichen Versorgung. Dazu zählen der Großhandel, Lebensmitteleinzelhandel und Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Babyfachmärkte, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen und Zeitungs- und Zeitschriftenläden, Reinigungen und Waschsalons, Tierbedarfsmärkte, Fahrzeug- und Fahrrad-Reparaturbetriebe. Dort sollen künftig weiterhin auch Ungeimpfte einkaufen können.

Die neue Corona-Verordnung werde noch zwischen den Behörden abgestimmt, am Freitag veröffentlicht und am Sonnabend in Kraft treten, sagte Offen.

Die 2G-Ausnahmeregelungen für die 12- bis 17-Jährigen sollen verlängert werden. Kostenlose Tests für Schüler soll es ebenfalls bis Ende des Jahres geben. "Kinder und Jugendliche gelten weiterhin als getestet, wenn sie zur Schule gehen. Sie dürfen an 2G-Veranstaltungen teilnehmen und zudem kostenlos getestet werden", erläuterte Offen.

Große Weihnachtsmärkte haben die Möglichkeit, ihre Märkte zu umzäunen und 2G oder 3G anwenden, so Offen. Bei 2G würden die Maskenpflicht, die Abstandsregeln und die Kapazitätsgrenzen fallen. Bei 3G müssten jedoch die Regeln der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung eingehalten werden.

Dennoch dürfe auch bei 3G-Weihnachtsmärkten Alkohol ausgeschenkt werden, jedoch nur in bestimmten abgesperrten Bereichen und nach Registrierung. Dort werde es zudem ein Ausschankverbot ab 22 Uhr gelten. Das Außerhausverkaufsverbot alkoholischer Getränke ab 22 Uhr in Hotspots soll ebenso bestehen bleiben, "weil der Senat das für richtig hält", begründet Offen.

Wenn die pandemische Lage vom Bundestag nicht verlängert wird, ist noch unklar, welche Auswirkungen das für Hamburg hätte. "Diese Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen", so Offen.

Die CDU-Fraktion begrüßt die Anpassung der Corona-Regeln. "Der Impffortschritt und die aktuelle Corona-Lage machen es möglich, Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren. Dazu gehört auch, dass in diesem Jahr Weihnachtsmarktbesuche und natürlich auch Silvesterfeiern mit den bestehenden Hygieneregeln wieder möglich werden", erklärt Dennis Thiering. Bleibe die Situation auch an den Schulen stabil, müsse dort als nächstes die Maskenpflicht fallen.

"Freedom Day": Plassmann fordert Ende der Corona-Maßnahmen

Walter Plassmann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), hat sich angesichts des Impffortschritts für einen „Freedom Day“ ausgesprochen, an dem alle Corona-Schutzmaßnahmen beendet werden. Ähnlich hatten es bereits Länder wie England und Dänemark praktiziert. Hier lesen Sie den ausführlichen Artikel zum "Freedom Day".

Dank Corona: Weniger Krätze-Fälle in Schleswig-Holstein

Durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie haben sich weniger Menschen in Schleswig-Holstein mit Krätze angesteckt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK Nordwest hervor. Danach wurden 2020 im nördlichsten Bundesland fast 10.500 Fälle verzeichnet, rund 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor mit über 13.400 Fällen.

Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Parasiten (Krätzmilben) ausgelöst wird. Typische Symptome sind starker Juckreiz und eine schuppig-krustige Haut mit kleinen Knötchen. Die Krankheit sollte mit Salben und Tabletten behandelt werden.

Die Übertragung einer einzigen Milbe reicht aus, um Krätze zu verursachen. Daher kann eine Ansteckung mit Krätze jeden treffen und hat nicht unbedingt etwas mit mangelnder Hygiene zu tun. Direkt von Mensch zu Mensch ist die gewöhnliche Krätze nur ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht. Auch eine Übertragung durch Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche ist möglich. Handschütteln, Umarmungen oder eine Untersuchung der Haut von Patienten sind dagegen ohne Risiko.

Wieder mehr Neuinfektionen: Inzidenz in Hamburg steigt weiter

Am Dienstag hat die Hamburger Sozialbehörde 240 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 65 mehr als am Montag (175) und 59 mehr als am Dienstag vor einer Woche (181). Damit steigt der Inzidenzwert weiter an und liegt nun bei 69,8 (Vortag 66,7). Zusammengerechnet wurden in den vergangenen sieben Tagen 1329 neue Corona-Fälle gemeldet.

In der Woche davor waren es1248 Infektionen. Davon konnten 161 einen Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden. Zudem sind 30 Infektionen auf eine Ansteckung im Ausland zurückzuführen, wie der Senat am Dienstag mitteilte.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 94.944 Corona-Infektionen registriert. Von ihnen gelten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 89.300 als genesen. Dem Institut zufolge haben in Hamburg bislang 1.356.681 Menschen zumindest eine Erstimpfung erhalten, 1.303.444 Personen sind vollständig geimpft.

In Hamburger Krankenhäusern werden aktuell 101 Corona-Patienten behandelt. 32 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die Behörde meldete zudem keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Bislang sind 1763 Menschen gestorben.

Gesundheitsminister Garg rät zu Corona-Auffrischungsimpfungen

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg hat dazu aufgerufen, die Möglichkeiten zu Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus wahrzunehmen. „Lassen Sie sich im Zweifel von der Ärztin oder dem Arzt Ihres Vertrauens beraten, und nutzen Sie die Angebote der Ärztinnen und Ärzte und der mobilen Impfteams im Land!“, erklärte der FDP-Politiker am Dienstag. Er bekräftigte: „Um gut und sicher durch Herbst und Winter zu kommen, möchte ich noch einmal alle, die sich noch nicht zu einer Corona-Schutzimpfung entscheiden konnten, ermuntern, sich impfen zu lassen.“

Schleswig-Holstein sei mit einer hohen Impfquote und niedrigen Inzidenzen generell gut aufgestellt, sagte Garg. Nach dem jüngsten Stand sind im Norden 73,4 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens einmal geimpft und 70,5 Prozent vollständig. Bei den Erwachsenen beträgt die Quote der vollständig Geimpften 82,2 Prozent und bei den ab 60-Jährigen 88,9 Prozent.

Auffrischungsimpfungen erhielten in Schleswig-Holstein bisher mehr als 68.000 Menschen. Diese Impfungen mit mRNA-Impfstoffen (Biotech und Moderna) können in Arztpraxen wahrgenommen werden. Dies gilt für Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind und die letzte Impfung vor mehr als sechs Monaten erhalten haben. Zudem soll es eine individuelle Abwägung mit dem Impfarzt geben. Ebenfalls berechtigt sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem und solche, die mit Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, sofern die letzte Impfung mehr als sechs Monate beziehungsweise vier Wochen zurückliegt. Gleiches gilt für Bewohner und Personal von Pflegeheimen sowie medizinisches Personal mit Kontakt zu Infizierten.

GEW fordert kostenlose Corona-Tests und Masken zum Semesterstart

Zum Start des Wintersemesters an den Hochschulen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kostenlose Corona-Tests und medizinische Schutzmasken für Studenten und Beschäftigte gefordert. Hygieneregeln, die das 3G-Prinzip einschlössen, seien weiterhin erforderlich, sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende Andreas Keller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

Armbänder für Studierende, die den Impfstatus zeigten, oder entsprechende Einträge in den Studierendenausweis lehne die GEW jedoch ab. „Praktikabel erscheinen stichprobenartige Kontrollen beim Zutritt zu den Gebäuden oder Räumen der Lehrveranstaltungen“, sagte Keller.

Er verlangte zudem, dass sich Hochschulen an Impfkampagnen beteiligen und Angebote auf dem Campus machen. Aus Rücksicht auf Menschen, die nicht geimpft werden könnten oder besonders vulnerabel seien, sollten Lehrveranstaltungen auch weiterhin in hybrider Form angeboten werden.

Die wichtigsten Varianten des Coronavirus im Überblick

Nach Anregung der Weltgesundheitsorganisation WHO werden die Varianten des Coronavirus seit Mai 2021 nicht mehr nach den Staaten benannt, in denen sie zuerst nachgewiesen wurden, sondern nach den Buchstaben des griechischen Alphabets. So soll eine Stigmatisierung beispielsweise von Ländern verhindert werden, in denen besonders ansteckende Virusmutationen zuerst nachgewiesen wurden.

Derzeit gelten fünf Formen des Coronavirus als besorgniserregend ("Variants of Concern"):

  • Alpha: Die im September 2020 zuerst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7, die das ursprüngliche Coronavirus fast vollständig verdrängt hatte, bevor sie ihrerseits von der Delta-Variante verdrängt wurde
  • Beta: Eine Form des Coronavirus, die im Mai 2020 in Südafrika entdeckt wurde, wissenschaftliche Bezeichung: B.1.351, B.1.351.2, B.1.351.3
  • Gamma: Die zunächst in Brasilien im November 2020 nachgewiesene Mutation P.1 und ihre Subformen P.1.1 und P.1.2
  • Delta: Die Corona-Variante B.1.617.2 (und ihre Subformen AY.1, AY.2, AY.3), zuerst im Oktober 2020 in Indien gefunden
  • Omikron: Die Corona-Variante B.1.1.529 wurde im November 2021 in mehreren afrikanischen Ländern nachgewiesen und verbreitet sich

Außerdem beobachtet die WHO weitere vier Mutationen als bedeutsame "Variants of Interest" :

  • Lambda: C.37, im Dezember 2020 in Peru entdeckt
  • Mu: B.1.621, im Januar 2021 erstmals in Kolumbien nachgewiesen

Göttinger Forscherin Priesemann plädiert für Pandemierat

Die Göttinger Physikerin Viola Priesemann würde sich bei künftigen Pandemien eine „deutlichere Trennung von politischer Abwägung und wissenschaftlicher Expertise“ wünschen. In einem Interview in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte die Forscherin: „Dazu könnte ein Pandemierat beitragen, der Wissen, Unsicherheiten und Szenarien zusammenträgt und all das kommuniziert: Was passiert, wenn wir einen Freedom Day wagen?“

Die Wissenschaftlerin vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation entwickelt seit Beginn der Pandemie Modellrechnungen für die Ausbreitung des Coronavirus.

In der aktuellen Diskussion darüber, ob nur noch geimpfte und genesene Menschen Zugang zu bestimmten Einrichtungen wie Restaurants oder Kinos bekommen sollten, sagte Priesemann: „Wenn es um die Frage "2G oder 3G" geht, bin ich ganz klar für 3G. 2G bedeutet, Menschen auszuschließen. Der Druck, der durch die kostenpflichtigen Tests aufgebaut wird, ist schon hoch genug.“ Bei 3G stehen die jeweiligen Einrichtungen auch Getesteten offen.

Diese Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen

  • Biontech/Pfizer: Der erste weltweit zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wurde maßgeblich in Deutschland entwickelt. Der mRNA-Impfstoff, der unter dem Namen Comirnaty vertrieben wird, entwickelt den vollen Impfschutz nach zwei Dosen und ist für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen. Laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat er eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent – das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, sinkt bei Geimpften um den genannten Wert. Ebenfalls von Biontech stammt der erste für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zugelassene Impfstoff in Deutschland.
  • Astrazeneca: Der Vektorimpfstoff des britischen Pharmaunternehmens wird unter dem Namen Vaxzevria vertrieben. Aufgrund von seltenen schweren Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Patienten zu verwenden, die älter als 60 Jahre sind. Offiziell zugelassen ist der Impfstoff aber für Menschen ab 18 Jahren. Vaxzevria weist laut BMG nach zwei Impfdosen eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen auf.
  • Moderna: Der von dem US-Unternehmen entwickelte mRNA-Impfstoff mit dem Vertriebsnamen Spikevax ist für alle ab 12 Jahren zugelassen, die Stiko empfiehlt aufgrund eines erhöhten Risikos schwerer Nebenwirkungen aber, ihn auf die Altersgruppe der über 30-Jährigen zu beschränken. Der Moderna-Impfstoff hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent in Bezug auf schwere Erkrankungen, wenn der volle Impfschutz nach zwei Impfdosen erreicht worden ist.
  • Johnson&Johnson: Das US-Unternehmen hat einen Vektorimpfstoff entwickelt, der bereits nach einer Impfdosis Schutz vor dem Coronavirus entwickelt. Er wird unter dem Namen Covid-19 Vaccine Janssen vertrieben. Das Präparat hat laut BMG eine Wirksamkeit von bis zu 70 Prozent bezogen auf schwere Erkrankungen – zudem ist die Zahl der Impfdurchbrüche im Vergleich zu den anderen Impfstoffen erhöht, daher empfiehlt die Stiko für mit Johnson&Johnson Geimpfte schon nach vier Wochen eine zusätzliche Impfdosis mit Comirnaty oder Spikevax, um den vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Novavax: Der Impfstoff, der mitunter zu den sogenannten Totimpfstoffen gezählt wird, enthält das Spike-Protein des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2. Dabei handelt es sich aber genau genommen nicht um abgetötete Virusbestandteile, die direkt aus dem Coronavirus gewonnen werden. Das Protein wird stattdessen gentechnisch hergestellt und im Labor in Insektenzellen vermehrt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung Antikörper gegen das Protein.
  • Weitere Impfstoffe sind in der Entwicklung: Weltweit befinden sich diverse Vakzine in verschiedenen Phasen der Zulassung. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit das umstrittene russische Präparat Sputnik V sowie die Impfstoffe der Hersteller Sinovac, Sanofi und Valneva. Der deutsche Hersteller CureVac hat seinen Impfstoff vorerst aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen.

Zahl neuer Corona-Fälle im Norden steigt deutlich

Die Zahl der registrierten Corona-Neuansteckungen in Schleswig-Holstein ist am Montag deutlich gestiegen auf fast 230 Fälle. Das geht aus den Zahlen der Landesmeldestelle vom Abend (Stand 19.07 Uhr) hervor. Die Behörden zählten aktuell 228 neue Corona-Infektionen, am Sonntag waren es 47 gewesen. Am Montag vor einer Woche waren 113 neue Fälle vermeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Land kletterte auf nun 32,6. Am Vortag hatte die Zahl neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen noch klar unter 30 gelegen. Die Zahl der Patienten und Patientinnen, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt wurden, sank um einen Menschen auf 52. Davon lagen 15 weiter auf Intensivstationen (Vortag 16), von denen 9 beatmet wurden – diese Zahl blieb stabil. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz – also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken aufgenommen wurden – gab die Meldestelle leicht gesenkt mit 1,24 an.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 Gestorbenen stieg um einen Menschen auf 1704. Als genesen gelten inzwischen rund 75.200 Menschen. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Stormarn (53,5), am niedrigsten in Plön (15,5).

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Lesen Sie hier die Corona News für Hamburg vom Vortag

( maj/coe/epd/dpa )

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