Hamburger Event

Warum der Presseball vom Atlantic ins Grand Elysée zieht

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Ulrich Gaßdorf
Januar 2020: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) tanzt mit Moderatorin Pinar Atalay auf dem 71. Hamburger Presseball im Hotel Atlantic.

Januar 2020: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) tanzt mit Moderatorin Pinar Atalay auf dem 71. Hamburger Presseball im Hotel Atlantic.

Foto: dpa/Georg Wendt

Jahrzehntelang wurde der Presseball in Hamburg im Atlantic gefeiert. Das ist nun vorbei. Das sind die neue Pläne für das Event.

Hamburg. Das der Hamburger Presseball im Atlantic veranstaltet wird, dass hat Tradition. Seit 1995 und zuvor bereits von 1950 bis 1973 wurde das wichtigste gesellschaftliche Ereignis der Hansestadt in den Festsälen des Grandhotels ausgerichtet. Wegen Corona musste das glamouröse Event zum ersten mal in seiner mehr als 70-jährigen Geschichte in diesem Jahr ausfallen.

Das Abendblatt erfuhr exklusiv: Der Presseball feiert zwar am 29. Januar 2022 sein Comeback, aber nicht im Atlantic, sondern im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee. Das bestätigte Karsten Lüchow, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung der Hamburger Presse, die den Presseball veranstaltet, auf Anfrage.

Presseball: Eintritt kostete zuletzt 260 Euro

„Wir können uns das Atlantic schlicht nicht mehr leisten. Wir haben intensiv verhandelt, doch wir konnten uns nicht auf einen für uns akzeptablen Preis einigen. Wir sind unserer Stiftung gegenüber verpflichtet und können es uns nicht erlauben, mit dem Presseball große Verluste einzufahren“, sagte Lüchow dem Abendblatt. Der Finanzvorstand der Stiftung, Martin Schnitker, ergänzte. „Wir können auch nicht die Eintrittspreise deutlich erhöhen, um weiter im Atlantic feiern zu können.“ Diese lagen zuletzt bei 260 Euro und für Journalisten bei 130 Euro.

Am 29. Januar werden sich die rund 700 Gäste also im Großen Festsaal des Luxushotels einfinden. „Mit dem Wechsel ins Elysée werden wir den Presseball auch ein wenig neu erfinden“, kündigt Lüchow an. So wird es nicht mehr den Einzug der Debütanten im Festsaal geben. „Wir wollen die Räume festlich dekorieren und so eine echte Ballatmosphäre schaffen“, sagt Lüchow.

2G-Regel für den Hamburger Presseball geplant

Im Spiegelsaal des Fünf-Sterne-Superior-Hotel wird es eine Disco geben, damit bis zum Morgengrauen gefeiert werden kann. Beim Essen wird sich allerdings nichts ändern, auch in der neuen Location wird es ein Buffett geben. Über den Wechsel ins Grand Elysée sollen die Sponsoren des Balls jetzt informiert werden. Fest steht bereits, dass beim Presseball das 2G-Modell angewendet wird. Das heißt es gibt so gut wie keine Auflagen, die Maskenpflicht und Abstandsregelungen fallen beispielsweise weg. Es dürfen aber nur Geimpfte und Genesene teilnehmen.

Das Grand Elysée gehört dem Unternehmer Eugen Block, der die Steak-Restaurant-Kette Block House betreibt. Für den 81-Jährigen ist es ein Coup, dass die Macher des Presseballs jetzt in seine Nobelherberge wechseln. Auch der traditionelle Blankeneser Neujahrsempfang, der zuletzt auf dem Süllberg ausgerichtet wurde, wird am 14. Januar 2021 zum ersten Mal im Grand Elysée statt finden.

Unterdessen sieht Franco Esposito, geschäftsführender Direktor vom Atlantic, sein Haus weiterhin als die Nummer eins in der Hansestadt und sagte dem Abendblatt: „Das Atlantic ist und bleibt der gesellschaftliche Mittelpunkt Hamburgs. In der Zukunft – wenn die Menschen wieder im großen Rahmen feiern möchten – werden viele festliche Bälle in unseren Sälen veranstaltet.“

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