Ausflüge

Zehn Tipps für Herbstspaziergänge in Hamburg und im Umland

| Lesedauer: 12 Minuten
Fast genauso bunt wie der Frühling kann der Herbst im Stadtpark sein.

Fast genauso bunt wie der Frühling kann der Herbst im Stadtpark sein.

Foto: Michael Rauhe / HA

Ob der Herbst golden oder doch eher grau daher kommt: Ein Spaziergang an der frischen Luft ist gut für Körper und Seele.

Herbstspaziergänge haben einen besonderen Charakter. Man spürt zwar noch etwas Wärme, doch in der Luft liegt oft bereits ein Hauch von Nebel und am Boden nasses Laub.

Zehn Tipps aus der Abendblatt-Redaktion für stimmungsvolle Touren in Hamburg und umzu – und eine allgemeine Empfehlung für Quiddjes: Wetterfeste Kleidung bietet sich im Norden eigentlich immer an. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur ... Sie wissen schon.

Segeberger See

Mit seinen 170 Hektar, eingebettet in die Holsteinische Knick- und Hügellandschaft, ist der Segeberger See eines der größeren Binnengewässer in Schleswig-Holstein. Die große See-Runde startet auf dem südlichen Parkplatz Backofenwiese. Im Uhrzeigersinn geht es nun um den See herum. Die Wanderung führt über die ansehnliche Promenade mit vielen Sitzgelegenheiten, vorbei am Kneipp-Tretbecken und dem Musikpavillon auf den naturbelassenen, festen Weg am Westufer.

Hier geht es direkt am Wasser und unter dem schützenden Blätterdach der Bäume entlang. An der nördlichen Spitze des Sees lädt eine der beiden Badestellen des Sees zu einer Rast ein. Der benachbarte Campingplatz bietet die Möglichkeit zur Einkehr. Dann geht es in einem leichten Anstieg auf die Südseite. Auf dem höchsten Punkt schweift der Blick über weite Felder und Wiesen, den See und den Segeberger Kalkberg. Durch Stipsdorf und vorbei an den Segelvereinen, dem Strandbad und Bootsverleih geht es zurück zum Ausgangspunkt. Im Café Goldmarie an der Seepromenade warten Kaffee, Kuchen, Snacks und Drinks auf hungrige Wanderer. Die Runde dauert etwas zwei Stunden. (abm)

Fischbeker Heide

Die Heide ist der Hit, die Perle im Hamburger Süden, und Sie müssen nicht einmal weiter Richtung Lüneburg fahren, um die atemberaubende Schönheit einer Heidelandschaft mitten in Hamburg zu genießen: In der Fischbeker Heide können Sie stundenlang über feinsandige Wege laufen, Hügel erklimmen, über verschlungene Pfade durch den Wald wandern, während Ihnen immer wieder Radsportler, vor allem Mountainbike-Fahrer, begegnen, die das Terrain für seine Vielzahl an Steigungen und Gefällen schätzen.

Das Beste: Wegen der enormen Ausdehnung – es handelt sich mit 773 Hektar um eines der größten Naturschutzgebiete Hamburgs – kommen sich Wanderer, Radsportler und Spaziergänger so gut wie nie in die Quere. Allenthalben ist es friedvoll ruhig. Auch am Himmel. An den Wochenenden sieht man mitunter die Flieger vom Segelflug-Club Fischbek ihre Runde ziehen. Die Landschaft ist heidetypisch von lilafarbenen Blüten geprägt, zu sehen sind auch Heidschnucken, seltene Schmetterlingsarten und die Zauneidechse in für Hamburg ungewohnter Häufigkeit. Wo starten? Am besten am Fischbeker Heidehaus der Loki-Schmidt-Stiftung. Der Weg zum Parkplatz ist von Schlaglöchern gesäumt, aufgepasst. (dah)

Arboretum Ellerhoop

Es sind diese intensiven Farben, die Düfte und Vielfältigkeit der Pflanzen, die jeden Besuch im Arboretum Ellerhoop zum Erlebnis für Große und Kleine werden lassen. Auf rund 17,3 Hektar es gibt es mehr als 4000 verschiedene Baumarten und Pflanzensorten zu bestaunen. Ein Rundweg führt durch das flache Gelände, rechts und links gibt es Themenbereiche, mit einem Meer aus blauen, roten, purpurnen oder weißen Blumen, dazu Wasserspiele, kleine farbige Steinbeete, mit Stühlen und Bänken zum Ausruhen.

Aktuell gibt es eine Kürbisausstellung, und rund um den kleinen Lotos-See ist das Farbenspiel der Bäume im Herbst natürlich ein besonderes Highlight, wenn Rot-Ahorne, Felsenbirnen, Nymphenbaum und andere große Gewächse ihre Blätter verfärben. So kann man mitten in Schleswig-Holstein einen wirklich traumhaften „Indian Summer“ erleben. Zum Abschluss des Spaziergangs lohnt ein Besuch im Café. Das Arboretum ist tgl. von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt 9 Euro, Kinder bis 16 J. frei, Alles Infos:arboretum-ellerhoop.de (tes)

Niendorfer Gehege

Es ist der Wald gleich vor der Haustür – nur rund 20 Minuten von der Innenstadt entfernt lädt das Niendorfer Gehege zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Ein guter Start- und Zielpunkt: das Waldcafé Corell (Niendorfer Gehege 50). Das Blockhaus mit Grasdach ist ein beliebter Ausflugsort mit sechseckigem Lokal, einer Terrasse und einem Kioskgarten. Von der Terrasse öffnet sich der Blick Richtung Kollau und Pferdekoppeln. Nebenan liegt ein Ponyhof. Vom Corell führt einer der Wege zur Kollau. Weiter geht’s über die Feldmark, an Kleingartenkolonien vorbei zurück ins rund 150 Hektar große Gehege mit bis zu 200 Jahre alten Buchen und Eichen.

Jogger, Spaziergänger und Radfahrer teilen sich die gut befestigten Wege von insgesamt 15 Kilometer, ohne sich allzu sehr ins Gehege zu kommen. Neben dem Ponyhof vor allem bei Familien beliebt: der große Waldspielplatz und das benachbarte Damwildgehege auf einer Waldlichtung. Nicht weit von dort entfernt steht die jetzt sanierte rund 120 Jahre alte Mutzenbecher-Villa. Wer es mag, kann der Kollau und später der Tarpenbek folgen bis nach Eppendorf – und, wenn die Kraft reicht, weiter die Alster entlangspazieren. (lein)

Junkernfeld

Wer gerne Wildgänse oder Kraniche im Herbst sehen möchte, muss nicht bis in die Nähe von Cuxhaven fahren. Bereits unmittelbar südlich von Hamburg, in der Gemeinde Seevetal, gibt es mit dem Junkernfeld ein Naturschutzgebiet, in dem sich zahlreiche gefiederte Gäste aus Skandinavien über den Winter aufhalten. Sie lassen sich vom etwa acht Kilometer langen Rundwanderweg ums Junkernfeld ausgezeichnet beobachten.

Der flache Weg führt durch Wiesen zunächst entlang der Seeve, die der Gemeinde ihren Namen gegeben hat. An der Mündung des kleinen Flusses geht es ein Stück elbabwärts, bevor der Weg über den Herrendeich wieder zurück zum Ausgangspunkt und Parkplatz am Vogelbeobachtungsturm kommt. Zu erreichen ist das Junkernfeld über die Ortschaft Hörsten, dort über die Straße Zum Junkernfeld, die direkt zum Vogelbeobachtungsturm führt. Ein zweiter Parkplatz ist an der Kreuzung Herrendeich/Alter Elbdeich in Over. Von dort geht man die Runde einfach anders herum. (il)

Harburger Berge

Die Alpen sind es nicht: Wer in den Harburger Bergen wandert, der braucht nur (regenfeste) Turnschuhe, aber keine Bergstiefel. Aber es geht ständig auf und ab. Auf dem zehn Kilometer langen Rundwanderung W1, der auf der Internetseite regionalpark-rosengarten.de vorgeschlagen wird, sind zum Beispiel 300 Höhenmeter zu bewältigen. Natürlich nicht in einem, sondern in einer Handvoll Aufstiegen auf Berge mit Höhen von 46 bis 74 Metern.

Auf der Strecke liegt die Neugrabener Heide, doch meist geht es durch Mischwälder. Wem die Halbtagstour zu lang ist, der kann auf dem Wegenetz östlich des Ehestorfer Heuwegs eigene kleinen Touren starten. Ein beliebter Ausgangspunkt ist die Kärntner Hütte an der Cuxhavener Straße 55. Hier gibt es Info-Tafeln, einen großen Parkplatz und eine Bushaltestelle der Linie 141. Das Wandergebiet ist auch von der S3-Station Neuwiedenthal gut erreichbar. (hi)

Wandsbeker Gehölz

Eichen und Buchen recken sich dem Himmel entgegen. Sie ragen meterweit empor. Sobald sich die ersten Blätter verfärben und die Sonne durch die Baumkronen blitzt, zeigt sich das Wandsbeker Gehölz in seiner vollen Pracht. Das herbstliche Schauspiel spiegelt sich in zwei Tümpeln zu beiden Seiten des Waldstücks und lädt zum Verweilen ein. Am westlichen Ende hat der damalige Gutsherr eine kleine Insel für besonders große Bäume aufschütten lassen. Das Gehölz selbst ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand eine Gutsanlage mit Schloss auf den Relikten der alten Wandesburg, wurde aber schon wenige Jahrzehnte später wieder abgerissen. Heute erinnern nur noch Straßennamen wie die angrenzende Schlossstraße an den Bau. Auf insgesamt zwei Kilometern Länge und 200 Meter Breite lädt das geschichtsträchtige Waldstück zu Spaziergängen ein, auch mit Kindern. Für sie gibt es einen Spiel- und Bolzplatz. (lak)

Stadtpark

Das Schöne im und am Stadtpark ist seine Vielfalt – nicht nur im Frühling und Sommer, erst recht im Herbst. Auch Alteingesessene entdecken in Hamburgs rund 150 Hektar großer „grüner Lunge“ immer wieder neue Ecken. Der 1914 eröffnete Park in Winterhude gilt bis heute als gelungenes Beispiel für die Wandlung der deutschen Garten- und Landschaftsarchitektur vom Volksgarten hin zum Volkspark. Dank der vielen Wege kreuz und quer lässt sich die Dauer der Spaziergänge von gut 30 Minuten auf bis zu zwei Stunden variieren.

Vom Südring aus etwa empfiehlt sich der Gang durchs Sierichsche Gehölz, das mit seinen Eichen den Grundstock des Stadtparks bildet. Ein Zwischenstopp am oder sogar auf dem Planetarium (tolle Sicht bis zur Alster) lohnt immer. Das denkmalgeschützte Sierichsche Forsthaus an der Otto-Wels-Straße 3, Sitz des Stadtpark Vereins Hamburg e. V, bietet Informations und Kommunikationsmöglichkeiten. Wem die Wege entlang der großen Festwiese hinunter zum Stadtparksee am Wochenende womöglich zu voll sind, gehe lieber abseits davon vorbei am Planschbecken weiter in Richtung Lesecafé. Von dort ist es nicht weit zum Pinguin-Brunnen von August Gaul, wie überhaupt die verschiedenen Kunstwerke eine genau Betrachtung lohnen. (str)

Ohlsdorfer Friedhof

Der Ohlsdorfer Friedhof ist viel mehr als ein Begräbnisplatz. Oder anders beschrieben: Er hat alles, was andere Hamburger Parks bieten – aber eben auch noch viel mehr. Der wohl größte Parkfriedhof der Welt, zumindest aber Europas, ist gartenarchitektonisch in so viele unterschiedliche Bereiche unterteilt, dass man dort tagelang umherstreifen und immer wieder neue Ecken entdecken könnte – darunter Wiesen und Teichanlagen mit seltenen Vögeln, Baumriesen und ungewöhnliche Ökozonen.

Hinzu kommen die Themenfelder, die sich anhand der gut gemachten Homepage leicht finden und ablaufen lassen. Wer leicht in trübe Stimmung gerät, sollte sich vorstellen, dass er ein Freilichtmuseum oder einen Themenpark durchwandert, wo es viel zu sehen und, dank ausführlicher Erklärungstafeln, zu erfahren gibt. Modern, weltoffen und abwechslungsreich präsentiert sich Ohlsdorf seit einiger Zeit, zum Trübsalblasen ist die Anlage eigentlich viel zu schade. Aber wer sie doch bewusst als Friedhof erleben möchte, kann die unvergleichliche Ruhe genießen. (schmoo)

Klövensteen

Wer Glück hat, leise ist und gut hinschaut, kann im Rissener Wildgehege eine Menge zu sehen bekommen. Frettchen, Uhus und Wildschweine leben hier. Seit Kurzem ist es auch das Zuhause vom kleinen geretteten Damhirsch Karl und seiner Freundin, dem Reh Kathi. Eingebettet im Forst Klövensteen, ist es besonders im Herbst einen Ausflug wert. Den coronakonformen Besuch des Geheges ermöglichen ehrenamtliche Helfer des Fördervereins. Der Eintritt ist weiterhin kostenlos, ein Spende möglich.

Nach einem Gang (Einbahnstraßenregelung) durch das Wildgehege können Besucher den Klövensteen in all seinen Farben genießen und die Runde auf den vielen Wegen beliebig erweitern. Eine Stärkung gibt es beispielsweise bei der kleinen Ponywaldschänke am Eingang zum Wildgehege, Sandmoorweg 160. Das Wildgehege ist von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist um 17.30 Uhr. (krk)

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