Stromnetz Hamburg

Sichere Stromversorgung – doch auch höhere Preise

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Karin Pfäffle, Geschäftsführerin des Stromnetz Hamburg GmbH

Karin Pfäffle, Geschäftsführerin des Stromnetz Hamburg GmbH

Foto: Dirk Uhlenbrock / Stromnetz

„Wichtiger Wirtschaftsmotor“: Die städtische Firma investiert in seine Anlagen und sorgt für 399 Millionen Euro Wertschätzung.

Hamburg.  Seit Hamburg das städtische Stromnetz im Jahr 2014 von dem Energiekonzern Vattenfall zurückkaufte, hat sich die zuständige Stromnetz Hamburg GmbH in mehrfacher Hinsicht positiv entwickelt – zum Vorteil der Hansestadt: Mit dieser Botschaft präsentierte das Unternehmen am Mittwoch seine jüngste Standortbilanz.

Demnach ergab sich im Jahr 2020 durch Aufträge, die in der Metropolregion vergeben wurden, sowie durch Investitionen in das Stromnetz, durch Löhne, Steuern und Abgaben an die Stadt ein volkswirtschaftlicher „Impuls“ von rund 460 Millionen Euro für die Metropolregion. Davon seien 340 Millionen Euro auf Hamburg entfallen, sagte Stromnetz-Geschäftsführerin Karin Pfäffle.

Stromnetz Hamburg: Sichere Versorgung zu höheren Kosten

Rechne man hinzu, was Nutznießer dieser Leistungen wie externe Unternehmen und Mitarbeiter aus den Leistungen wirtschaftlich machten, komme man auf eine Wertschöpfung von 399,4 Millionen Euro im Jahr 2020 für Hamburg – im Jahr 2017 habe sich die Wertschöpfung noch auf 295,4 Millionen Euro belaufen, sagte Thomas Lehr, Geschäftsführer des Leipziger Marktforschungsinstituts Conoscope, das die Analyse erstellt hat. Die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2020 zeigten „eindrucksvoll die Bedeutung der Stromnetz Hamburg“, sagte Lehr.

Bemerkenswert sei, dass die volkswirtschaftlichen Effekte für die Hansestadt und die Metropolregion trotz der Corona-Pandemie gewachsen seien. Im Jahr 2020 habe die Geschäftstätigkeit von Stromnetz für 2082 Vollzeitjobs in Hamburg gesorgt. Im Jahr 2017 waren es noch 1883 Vollzeitarbeitsplätze. Jeder Arbeitsplatz bei Stromnetz sichere rechnerisch 1,4 weitere Vollzeitarbeitsplätze in der Hansestadt.

Stromnetz-Geschäftsführerin Pfäffle: „Die Preise werden steigen“

All das zeige, dass die städtische Firma als „wichtiger Wirtschaftsmotor“ fungiere, sagte Stromnetz-Geschäftsführerin Karin Pfäffle. Seit dem Rückkauf des Stromnetzes von Vattenfall habe das städtische Unternehmen kontinuierlich in seine Anlagen investiert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sagte Pfäffle.

Das wirke sich allerdings auf die Netzentgelte aus, die das Unternehmen verlangt. „Die Preise werden steigen“, sagte Pfäffle. Weil die Netzentgelte umgelegt rund 25 Prozent des Strompreises ausmachen, könnte dies für steigende Strompreise in Hamburg sorgen.

Stromnetz Hamburg versorgt 1,1 Millionen Haushalte

Stromnetz hatte 2020 rund 93,4 Millionen Euro Gewinn gemacht, etwas mehr als 2019 – damals waren es 91,9 Millionen Euro. Den Gewinn führte das Unternehmen an die Stadt ab; er dient zur Finanzierung des Rückkaufs. Die Stadt hatte dafür mehr als 610 Millionen gezahlt.

Als Eigentümer des Stromverteilungsnetzes und der dazugehörenden Netzanlagen versorgt die Stromnetz Hamburg GmbH rund 1,1 Millionen Haushalte und Gewerbetreibende mit Strom. Für Stromkunden stellt das Unternehmen den Anschluss zur Verfügung, für Stromanbieter den Zugang zu dem städtischen Netz.

( mha )

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