Hotel Atlantic

Leben im Luxushotel als Nachbar von Udo Lindenberg

| Lesedauer: 5 Minuten
Ulrich Gaßdorf
Direktor Franco Esposito steht im Wohnzimmer einer 80-Quadratmeter-Suite mit Alsterblick  in der vierten Etage des Grandhotels.

Direktor Franco Esposito steht im Wohnzimmer einer 80-Quadratmeter-Suite mit Alsterblick in der vierten Etage des Grandhotels.

Foto: Michael Rauhe

Das Hotel Atlantic an der Außenalster vermarktet nun Suiten für Langzeitaufenthalte. Die Miete pro Monat ist hoch.

Hamburg.  Das Hotel Atlantic an der Außenalster gehört zu den ersten Adressen in der Hansestadt. Wie ein weißes Schloss mutet das imposante weiße Gebäude mit Wasserblick an. Die Innenstadt ist nur wenige Gehminuten entfernt, und die Kunsthalle liegt sozusagen um die Ecke. Seit 1909 empfängt das Grandhotel Gäste aus aller Welt.

Hier wurden schon Szenen für den James- Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ mit Pierce Brosnan gedreht. Die Nobelherberge ist beliebt bei prominenten Gästen aus dem Showbusiness, dem Hochadel und bei Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein Gast lebt bereits seit Jahrzehnten sozusagen als Dauermieter in einer Suite des Atlantic – Panikrocker Udo Lindenberg.

Wie Udo Lindenberg: Suite mieten im Hotel Atlantic

Und das Fünf-Sterne-Superior-Hotel vermarktet seit geraumer Zeit seine Suiten für einen Langzeitaufenthalt. Den Vertrieb hat Grossmann & Berger übernommen. Wer auf der Internetseite des Hamburger Immobiliendienstleisters sein Häkchen bei „Premium-Immobilien“ macht, der gelangt schnell zu der Offerte.

Dort wird die 130-Quadratmeter-Präsidentensuite unter dem Motto „Wohnen auf Grandhotel-Niveau“ beworben. Diese habe neben dem exklusiven Wohn-, Ess- und Schlafzimmer ein Bad aus weißem Marmor und eine separate Küche, ist dem Exposé zu entnehmen. Preis auf Anfrage. Aber auch weitere Suiten ab 60 Quadratmeter Wohnfläche können für längere Aufenthalte angemietet werden – hier liegt der Preis pro Monat bei ab 5000 Euro.

Hotel Atlantic: Michel und die Alsterfontäne sind zu sehen

In eine etwas größere Suite mit zwei Zimmern in der vierten Etage bittet der geschäftsführende Atlantic-Direktor Franco Esposito zum exklusiven Ortstermin mit dem Abendblatt. „Wir haben 22 Suiten und die sind ideal für einen Langzeitaufenthalt. Die Gäste haben dann ihre eigenen großzügigen Räume und können alle Annehmlichkeiten eines Luxushotels genießen“, sagt Esposito und lässt den Blick aus dem Wohnzimmer mit Kronleuchter, Flachbildschirm und einer eleganten lila-schwarz gepunkteten Couchecke über die Alster schweifen.

Auch der Michel und die Alsterfontäne sind von hier aus zu sehen. Die 80 Quadratmeter erstrecken sich über zwei Räume und ein Badezimmer mit Marmorwaschtisch, Dusche und Badewanne. Auch das großzügige Schlafzimmer verfügt über einen eigenen Fernseher, und im Kleiderschrank warten eine Yogamatte und Bügelbrett auf die Gäste. Es gibt eine Espressomaschine und eine gut gefüllte Minibar – die muss allerdings extra bezahlt werden. Apropos Preise. Dem Vernehmen nach würde diese Suite ab 6525 Euro pro Monat kosten. Ein guter Deal, denn pro Nacht wird für dieses Produkt ab 588 Euro aufgerufen.

Langzeitbewohner können Concierge-Service nutzen

Was erwartet die Langzeitbewohner, die dann sozusagen Nachbarn von Ausnahmekünstler Udo Lindenberg werden, im Atlantic? Die Gäste können einen Concierge-Service nutzen, der sich beispielsweise um Konzertkarten, Tischreservierungen kümmert oder die besten Adressen zum Shoppen kennt. Auch der Fitness- und Wellnessbereich mit Sauna und Schwimmbad sind im Mietpreis inbegriffen. „Natürlich können die Gäste unser Frühstücksbüfett im Alstersalon genießen“, sagt Esposito.

Auch ein 24-Stunden-Roomservice steht zur Verfügung. Wer also um Mitternacht noch Hunger auf ein Wiener Schnitzel verspürt, der muss nur kurz zum Hörer greifen. Ein Wäsche- und Einkaufsservice wird ebenfalls angeboten. In der Tiefgarage kann das Auto abgestellt werden – allerdings müssen diese Annehmlichkeiten extra bezahlt werden. „Ein Hotel ist natürlich auch der passende Ort, um Gäste zu empfangen. Die muss man allerdings nicht in seine Suite bitten, sondern kann dafür die repräsentativen öffentlichen Bereiche des Hotels nutzen. Dazu stehen unsere Lobby, die Bar und unsere beiden hauseigenen Restaurants zur Verfügung. Und natürlich Besprechungsräume“, sagt Esposito.

Es gibt bereits Anfragen fürs Langzeitwohnen im Atlantic

Der leidenschaftliche Gastgeber, der seit Anfang 2016 Direktor des Grandhotels ist, bringt es auf den Punkt. „Wer im Hotel lebt, der bucht ein Rundum-sorg­los­-Paket. Es ist immer ein Ansprechpartner da. Und wenn man seine Ruhe möchte, zieht man sich in die Suite zurück, und wenn man ein wenig Trubel möchte, begibt man sich in die Lobby oder nimmt einen Drink an der Bar“, sagt Esposito.

Es gibt bereits einige Anfragen für das Langzeitwohnen im Atlantic. „Zum einen sind unsere Zielgruppe Gäste, die sich wegen beruflicher Projekte für längere Zeit in Hamburg aufhalten und sozusagen ihr eigenes Reich haben möchten. Die nach dem Wochenende nicht in ein Hotelzimmer, sondern in ihre eigene Suite zurückkehren möchten. Aber zum Beispiel kann auch die Renovierung der eigenen vier Wände bedeuten, dass man für eine längeren Zeitraum ins Hotel zieht“, sagt Esposito.

Langzeitbewohner bekommen eine Privatführung vom Chef

Und sicherlich würden die Langzeitbewohner auf Wunsch auch eine Privatführung vom Chef persönlich durch das traditionsreiche Haus bekommen. Das kennt der 58-Jährige in- und auswendig. Denn im Atlantic hat Esposito bereits Mitte der Achtzigerjahre seine Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht.

Übrigens bietet auch das The Fontenay, das auf der anderen Alsterseite liegt, Langzeitwohnen an. Das sind dann allerdings Mietwohnungen. Diese 17 „Residenzen“ in dem Luxushotel sind ab 80 Quadratmeter groß und erfreuen sich offensichtlich großer Beliebtheit. Aktuell sind alle Einheiten vermietet.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg