Verkehr

Anwohner-Parkgebühr soll auf 65 Euro pro Jahr steigen

dpa

Erst 25, dann 45 und nun 65 Euro: Das Anwohnerparken soll Anfang nächsten Jahres in Hamburg erneut teurer werden. Während der grüne Verkehrssenator darin im europaweiten Vergleich noch ein Schnäppchen sieht, empört sich die Opposition über "Abzocke".

Hamburg. Die Hamburger Anwohner-Parkgebühren sollen zum 1. Januar nächsten Jahres auf 65 Euro steigen. Ein entsprechender Vorschlag befinde sich in der Senatsabstimmung, die rot-grünen Koalitionspartner seien sich jedoch einig, teilte die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende am Mittwoch mit. Zuvor hatte "bild.de" über die Erhöhung berichtet. Erst zum vergangenen 1. Juli war die jährliche Gebühr von 25 auf 45 Euro (bei Online-Beantragung) angehoben worden. Seitens der CDU-Opposition war von "Abzocke" die Rede.

Nach Darstellung der von Senator Anjes Tjarks (Grüne) geführten Behörde ist das Parken in Hamburg im Vergleich zu anderen deutschen und europäischen Städten immer noch preiswert. In Wien müssten die Autofahrer 160 Euro pro Jahr für ihren reservierten Stellplatz bezahlen.

Im Übrigen werde die Unterhaltung öffentlicher Straßen und Parkflächen stetig teurer. Bau, Reinigung, Instandsetzung und Überwachung verursachten jährliche Kosten von rund 120 Euro je Stellplatz. "Das im internationalen Vergleich sehr günstige Bewohnerparken deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Ausgaben", erklärte Behördensprecher Dennis Krämer.

Der Verkehrsexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Richard Seelmaecker, sieht in den Mehrbelastungen der Autofahrer eine "rot-grüne Schikane". "Bei einem geplanten Anstieg auf 65 Euro pro Jahr kann man bereits von rot-grüner Abzocke sprechen." Tjarks wolle damit "nicht nur seine ideologiegetriebene Abneigung gegenüber Autos im Stadtverkehr zum Ausdruck bringen, er verkennt vor allem den Wunsch vieler Hamburgerinnen und Hamburger, mit einem eigenen Pkw unabhängig und mobil zu bleiben", sagte Seelmaecker. "Durch die geplante Maßnahme soll stumpf mit dem Gebührenhammer das Autofahren unattraktiver gestaltet werden."

© dpa-infocom, dpa:211006-99-501730/3

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( dpa )