Verkehr Hamburg

Anwohnerparken in Hamburg soll schon wieder teurer werden

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Ein Verkehrschild in einer Straße in Hamburg-Fuhlsbüttel weist darauf hin, dass Bewohner mit Parkausweis hier gebührenfrei parken können. Vom 1. Januar 2022 an sollen Hamburger für ihren online beantragten Bewohnerparkausweis statt 45 Euro 65 Euro pro Jahr zahlen.

Ein Verkehrschild in einer Straße in Hamburg-Fuhlsbüttel weist darauf hin, dass Bewohner mit Parkausweis hier gebührenfrei parken können. Vom 1. Januar 2022 an sollen Hamburger für ihren online beantragten Bewohnerparkausweis statt 45 Euro 65 Euro pro Jahr zahlen.

Foto: IMAGO / Hanno Bode

Senat plant erneut drastische Gebührenerhöhung, auch Besucher sollen mehr fürs Parken zahlen. Das sind die Gründe.

Hamburg. Der rot-grüne Senat will die Gebühren für das Bewohnerparken in Hamburg erneut deutlich erhöhen. Derzeit kostet ein Bewohnerparkausweis 50 Euro pro Jahr. Wer den Ausweis online beantragt, zahlt aktuell 45 Euro. Vom 1. Januar kommenden Jahres an sollen die Preise jeweils – so der Plan – um 20 Euro erhöht werden.

Auch Besucher sollen künftig mehr fürs Parken zahlen. Hier soll der Preis von 2,50 Euro auf 3 Euro pro Tag angehoben werden. Das bestätigte Dennis Krämer, Sprecher der von Senator Anjes Tjarks (Grüne) geführten Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Nach Abendblatt-Informationen soll das Parkticket aus dem Automaten in bestimmten Quartieren ebenfalls teurer werden.

Verkehr in Hamburg: Bewohnerparkausweise sollen teurer werden

Beschlossene Sache ist die Gebührenerhöhung noch nicht. "Vorschläge befinden sich derzeit noch in der Senats-Abstimmung und sind mit dem Koalitionspartner besprochen und eng abgestimmt", sagt Krämer am Mittwoch. Die Preissteigerung sei moderat, so Krämer. Der Wert für das Parken im öffentlichen Raum läge dann in Hamburg trotzdem weiterhin weit hinter dem anderer deutscher und europäischer Städte.

Hintergrund der Preiserhöhung: Der ständig wachsende Parkdruck und zunehmender Verkehr durch Autofahrer auf der Suche nach Parkplätzen in Stadtteilen wie Ottensen und Eimsbüttel. "Zudem steigen die Kosten für öffentliche Straßen und Parkflächen wie Reinigung, Instandsetzung, Überwachung stetig weiter an", so Krämer.

Bewohnerparken: Gebühren decken die Kosten nicht

Beispiel: Der Bau und die Instandhaltung eines Parkplatzes verursachen laut Krämer im Schnitt 120 Euro Kosten – pro Jahr. "Diese Kosten werden zum großen Teil von der Allgemeinheit getragen. Das im internationalen Vergleich sehr günstige Bewohnerparken in Hamburg deckt derzeit nur einen Bruchteil der tatsächlichen Ausgaben."

Hinter der Gebührenerhöhung steht natürlich auch das erklärte Senatsziel Mobilitätswende: Weniger Autos in den Quartieren bedeuten mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer und mehr Lebensqualität. "Wir wollen aber auf keinen Fall Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen", so Krämer. Es gehe vielmehr um das knappe Gut öffentlicher Raum und eine gerechte Verteilung der Kosten dafür."

Gebühren fürs Bewohnerparken wurden erst im Juni erhöht

Erst zum 15. Juni dieses Jahres waren die Gebühren für das Bewohnerparken in Hamburg deutlich erhöht worden: Die Kosten wurden von 30 Euro auf 50 Euro (online 25 bzw. 45 Euro) erhöht. Neu wurde damit auch die Gebühr für die Besucherparkausweise eingeführt.

Ein Übersicht über alle Bewohnerparkgebiete in Hamburg finden Sie hier.

( ced )

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