Flughafen Hamburg

Sorgen am Airport: Viele verzichten auf das Fliegen

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Eine Lufthansa-Maschine startet am Flughafen Hamburg.

Eine Lufthansa-Maschine startet am Flughafen Hamburg.

Foto: Imago / MiS

Alarmierende Zahlen: Mehr als 100 Millionen Euro Verlust trotz Kostensenkungen. Die Passagierzahlen haben sich halbiert.

Hamburg.  Der Großteil der Deutschen ist mittlerweile geimpft, die Reiserestriktionen sind zumindest gelockert – aber der Hamburger Flughafen spürt dies bei den Passagierzahlen nicht wie erhofft. Zum vierten Mal in diesem Jahr senkte Airport-Chef Michael Eggenschwiler am Mittwoch seine Prognose. Mit 5,5 Millionen Fluggästen rechnet er nun für 2021 – im Januar nannte er noch 8,5 Millionen als Zielmarke.

Doch vor allem im ersten Halbjahr flogen deutlich weniger Menschen als gedacht. Von Juli bis September zeigt der Trend zwar nach oben, und die Zahl der Passagiere lag deutlich über Vorjahresniveau, aber im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 klafft noch eine erhebliche Lücke.

Flughafen Hamburg: Kaum Geschäftsreisen

Derzeit liege man bei 40 bis gut 50 Prozent des damaligen Fluggastaufkommens, so Eggenschwiler. Vor allem Geschäftsreisen finden selten statt. Die in den ersten neun Monaten gezählten 3,2 Millionen Passagiere bedeuten im Vergleich zu demselben Zeitraum 2019 ein Minus von 76 Prozent.

Fürs Gesamtjahr droht erneut ein dickes Minus. „Beim finanziellen Ergebnis werden wir wieder einen hohen Verlust ausweisen. Es werden mehr als 100 Millionen Euro sein“, sagte Eggenschwiler. Ende März war er noch von 90 Millionen Euro Verlust ausgegangen. Trotz verfolgter Kostensenkungsmaßnahmen würden eingeplante Erlöse wie zum Beispiel aus Starts und Landungen fehlen.

Flughafen Hamburg: Corona trifft Branche hart

Für die am Freitag beginnenden Herbstferien rechnet der Flughafen mit im Schnitt zusammen 230 Abflügen und Ankünften pro Tag – vor zwei Jahren waren es mit 410 fast das Doppelte. Damals flogen im Jahresdurchschnitt 47.000 Reisende pro Tag. Nun wird an den besten Oktober-Tagen mit maximal gut 35.000 Menschen gerechnet.

„Wir waren als eine der ersten Branchen von Corona wirklich hart getroffen“, sagte Eggenschwiler. „Und ich gehe davon aus, dass wir eine der letzten sein werden, die zu wirklicher Normalität zurückkehren.“

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