Prozess Hamburg

Zwei Frauenmorde in den 90er-Jahren: 68-Jähriger vor Gericht

In Hamburg beginnt am Dienstag ein Prozess gegen einen 68-Jährigen, der in den 90er-Jahren zwei Frauen ermordet haben soll (Symbolbild).

In Hamburg beginnt am Dienstag ein Prozess gegen einen 68-Jährigen, der in den 90er-Jahren zwei Frauen ermordet haben soll (Symbolbild).

Ab Dienstag steht ein Mann vor Gericht, der zwei Frauen missbraucht und getötet haben soll. Wie die Polizei ihm auf die Spur kam.

Hamburg. Ein sich bereits in Sicherungsverwahrung befindlicher Straftäter muss sich von Dienstag an vor dem Hamburger Landgericht wegen zweifachen Mordes verantworten. Dem 68-Jährigen werde vorgeworfen, in den 1990er-Jahren zwei Frauen jeweils aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat getötet zu haben, teilte die Pressestelle des Gerichts mit.

Das erste Opfer war demnach eine 28-Jährige, die der Angeklagte im Jahr 1993 in ihrer Wohnung in Hamburg-Billbrook aufgesucht, sexuell missbraucht und dann mit einem Handtuch erwürgt haben soll. Die Anklage geht davon aus, dass der Deutsche daraufhin zwei Handtaschen und einen Wohnungsschlüssel entwendete. Sechs Jahre später, im Jahr 1999, soll der heute 68-Jährige eine 79 Jahre alte Frau in ihrer Wohnung in Hamburg-Billstedt auf ähnliche Weise missbraucht und getötet haben. Im Anschluss soll er Schmuck sowie eine Handtasche mit persönlichen Dokumenten und einem Scheckkartenheft gestohlen haben.

Zwei Frauenmorde: Parallelen zu anderen Taten des Angeklagten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die für die Ermittlungen zuständige damalige Spezialdienststelle beim Landeskriminalamt schon in den 90er-Jahren Hinweise auf eine mögliche Verwicklung des heute 68-Jährigen verfolgt. Diese seien jedoch für eine Strafverfolgung nicht ausreichend gewesen. Im Zuge einer Neubewertung der beiden „Cold Cases“ seien den Ermittlern nun Parallelen zu früheren Taten des Angeklagten aufgefallen, die letztendlich den Anstoß zum aktuellen Mordprozess gegeben hätten.

Der Angeklagte wurde bereits 2011 vom Landgericht Lübeck wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zulasten seiner eigenen Nichte zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Davor sei er bereits mehrfach wegen verschiedener Delikte strafrechtlich verurteilt worden, darunter auch wegen Sexualstraftaten zulasten von Frauen unterschiedlichen Alters, sagte ein Gerichtssprecher. Das Schwurgericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt.

( dpa )

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