Hamburg-Altona

Nach 171 Jahren: Schöne Rotbuche wird gefällt

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So bleibt die Buche an der Waitzstraße in Erinnerung.

So bleibt die Buche an der Waitzstraße in Erinnerung.

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Der Baum an der S-Bahn-Station Othmarschen war schwer krank. Nachpflanzung geplant. Warum die Fällung mitten in der Nacht stattfand.

Hamburg. Seit Jahrzehnten war sie für Passanten und Nutzer des S-Bahnhofs Othmarschen ein vertrauter Anblick, jetzt ist das Ende der schönen Rotbuche am westlichen Bahnhofszugang gekommen. Der 1850 gepflanzte Baum ist schwer krank und muss kurzfristig gefällt werden. Bei Baumkontrollen Anfang des Monats wurde ein Befall mit einem Schädling festgestellt.

Der Riesenporling (Meripilus giganteus) ist ein stark holzzerstörender Pilz, der eine sogenannte Weißfäule im Wurzelbereich der Bäume hervorruft. Wie das Bezirksamt Hamburg Altona mitteilt, wird die Standsicherheit der befallenen Bäume durch den Wurzelholzabbau so stark beeinträchtigt, dass ein Erhalt nicht möglich ist. Das Amt hat sich auch deshalb für das schnelle Abholzen entschieden, weil die Buche direkt neben der viel frequentierten Fußgängerunterführung zwischen Waitz- und Hammerichstraße steht.

Nächtliche Fällung von Rotbuche in Hamburg-Altona

Südlich des Baums verlaufen die S-Bahn-Gleise. Auch der kleine Platz davor wird viel genutzt, und entsprechend groß war die Gefahr, dass Passanten durch eine zu späte Fällung gefährdet werden könnten. Wegen des exponierten Standorts wurde eine höchst ungewöhnliche Fällzeit vereinbart – nämlich mitten in der Nacht. Die Arbeiten begannen bereits am heutigen Freitagmorgen um 1 Uhr. Bis 4 Uhr wurde an der Bahnseite gearbeitet, danach folgte die der Waitzstraße zugewandte Seite.

Auf diese Weise, so die Überlegung, kann eine unvorhergesehene Unterbrechung des Bahnverkehrs durch herabfallende Äste ausgeschlossen werden, da um diese Zeit ohnehin keine Züge fahren. Die Arbeiten sollen am heutigen Freitag gegen 10 Uhr unterbrochen werden. Erst am morgigen Sonnabend werden die Restarbeiten gegen 14 Uhr wieder aufgenommen, weil dann der Besucherverkehr an der Waitzstraße abflaut. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Abend.

Hamburg-Altona: „Es herrscht bei allen Traurigkeit“

Wie Andreas Frank von der Interessengemeinschaft (IG) Waitzstraße sagt, habe sich die Nachricht von der Fällaktion nach der Ankündigung wie ein Lauffeuer in der Gegend verbreitet. „Es herrscht bei allen Traurigkeit“, sagt Frank „viele wollten erst gar nicht glauben, das der Baum fallen muss.“

Die IG schlägt dem Bezirksamt jetzt eine Überplanung des kleinen Platzes vor, der nach Ende der Baumarbeiten aus ihrer Sicht zum Bahndamm hin erweitert werden könnte. Einen schwachen Trost gibt es für alle, die jetzt um den Baum trauern: Eine Nachpflanzung ist geplant.

( schmoo )

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