Schule Hamburg

Grundschüler testen neues Training zur Schreibförderung

| Lesedauer: 3 Minuten
Schule Hamburg: Das Fördermaterial "Die Schreibstarken" für die dritte und vierte Klasse wird in Hamburg an zunächst fünf Schulen erprobt. Senator Ties Rabe hofft, dass Schreibflüssigkeitstraining an einer großen Zahl Hamburger Schulen implementieren zu können.

Schule Hamburg: Das Fördermaterial "Die Schreibstarken" für die dritte und vierte Klasse wird in Hamburg an zunächst fünf Schulen erprobt. Senator Ties Rabe hofft, dass Schreibflüssigkeitstraining an einer großen Zahl Hamburger Schulen implementieren zu können.

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Laut Bildungsstudien können bis zu einem Fünftel der Kinder nicht flüssig schreiben. Neues Projekt startet in Hamburg und Berlin.

Hamburg. In Hamburg und Berlin testen 1000 Grundschüler und Grundschülerinnen ein neues Training zur Schreibförderung. Dabei geht es um flüssiges Schreiben – also die Fähigkeit, Buchstaben, Wörter und Sätze schnell, mühelos und ohne Fehler aufzuschreiben. Das Fördermaterial "Die Schreibstarken" für die dritte und vierte Klasse wird in Hamburg an zunächst fünf Schulen erprobt.

„Die Entwicklung und Pilotierung eines Schreibtrainings für Grundschulen setzt unsere Strategie zur gezielten Förderung der sprachlichen Basiskompetenzen fort", sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. Neben dem Lesen sei das Schreiben eine zweite ganz zentrale Kompetenz, die alle Schüler gut beherrschen müssten, um gut in der Schule und im Leben zurechtzukommen.

Schule Hamburg: Rabe will Schreibtraining an vielen Grundschulen

"An einer wirksamen Förderung der Lese- und Schreibkompetenzen führt insbesondere in der jetzigen Zeit kein Weg vorbei und wir dürfen keine Gelegenheit auslassen, die bei vielen Schülerinnen und Schülern pandemiebedingt entstandenen Lernrückstände aufzuholen", so Rabe. "Ich bin gespannt auf die Forschungsergebnisse und würde mich freuen, auch das Schreibflüssigkeitstraining an einer großen Zahl Hamburger Schulen implementieren zu können.“

Nur wer flüssiges Schreiben beherrscht, ist in der Lage, schwierigere Texte zu schreiben. Bildungsstudien zeigen jedoch, dass bis zu einem Fünftel der Schüler nicht über diese Kompetenzen im Schreiben verfügt. Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln entwickelt daher gemeinsam mit der Hamburger Schulbehörde und der Berliner Senatsbildungsverwaltung ein Schreibtraining für Grundschulen. "Ziel ist, das flüssige Schreiben zu verbessern", heißt es in der Mitteilung der Hamburger Schulbehörde.

Schule Hamburg: Schreibtrainingsprojekt läuft bis Ende 2022

Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, weist darauf hin, dass es für Schreibflüssigkeit – anders als für Leseflüssigkeit – bislang kaum Förderkonzepte gebe, die wissenschaftlich fundiert und erprobt seien. "Mit diesem Projekt haben wir die Chance, ein solches Förderkonzept auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu entwickeln, seinen Einsatz in der Praxis zu erproben und die Wirksamkeit zu überprüfen", so Becker-Mrotzek.

Das neue Schreibtraining wird zunächst an jeweils fünf Schulen in Berlin und Hamburg erprobt. An der Studie im Sommer und Herbst nehmen knapp 1000 Schülerinnen und Schüler teil. Die Wissenschaftler erheben die Leistungen der Jungen und Mädchen vor und nach dem Einsatz. Anschließend soll das Training überarbeitet werden, damit es dann an weiteren Grundschulen in Hamburg und Berlin eingeführt werden kann.

Das Projekt „Die Schreibstarken. Schreibflüssigkeit in der Grundschule trainieren“ läuft bis Ende 2022. Es basiert auf Vorarbeiten aus dem Forschungsprojekt „Lese- und Schreibflüssigkeit – Konzeption, Diagnostik, Förderung“ (2015 bis 2019), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ein Team des Mercator-Instituts hatte ein Förderkonzept inklusive Fördermaterialien für Schüler der sechsten Klasse entwickelt und erprobt.

( coe )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg