Pilotprojekt

Hamburg misst jetzt, wie durstig Straßenbäume sind

An den neu gepflanzten Bäumen am Bruno-Tesch-Platz in Altona messen Sensoren, wie viel Wasser die Pflazen benötigen.

An den neu gepflanzten Bäumen am Bruno-Tesch-Platz in Altona messen Sensoren, wie viel Wasser die Pflazen benötigen.

Foto: Bezirksamt Altona

Im Bezirk Altona erfassen Sensoren, wie viel Feuchtigkeit die Bäume benötigen. So soll nicht nur eine Überwässerung verhindert werden.

Hamburg. Wie durstig sind eigentlich Straßenbäume? Um diese Frage zu beantworten, hat der Bezirk Altona am Bruno-Tesch-Platz ein Pilotprojekt gestartet, das mit Hilfe von Sensoren den Feuchtigkeitsgehalt im Boden und an den Wurzeln der Pflanzen misst. Die Daten sollen dabei helfen, die Bäume zielgerichtet zu bewässern und auch Wasser zu sparen, wie das Bezirksamt am Donnerstag mitteilte. Ähnliche Projekte gibt es auch schon im Bezirk Bergedorf und in Norderstedt.

"Neben unseren Wäldern sind auch Straßenbäume den Folgen des Klimawandels ausgesetzt", sagt Bezirksamtssprecher Mike Schlink. "Immer länger werdende Trockenperioden erfordern eine gezielte, bedarfsgerechte Bewässerung." Gleichzeitig gelte es, mit der Ressource Wasser verantwortungsvoll umzugehen und das rechte Maß zu finden, so der Sprecher weiter. "Eine – wenn auch gutgemeinte – Überwässerung kann für die Pflanze genauso schädlich wie eine Dürreperiode sein."

Sensoren messen die durstig Straßenbäume sind

Um den tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanzen besser abschätzen zu können, wurden daher im Zuge der Neugestaltung des Bruno-Tesch-Platzes nicht nur zehn Amberbäume gepflanzt. Zugleich installierten Mitarbeiter des Bezirksamts auch mehrere Sensoren im Bodenbereich rund um die Bäume. Diese messen nun die sogenannte Wasserspannung im Erdreich, welche Rückschlüsse auf die Versorgung des Baumes erlaubt. Dabei gilt vereinfacht gesagt: Je geringer die Spannung, desto besser geht es dem Baum.

Die erfassten Daten werden von Mitarbeitern der Abteilung Stadtgrün mithilfe eines digitalen Messgeräts regelmäßig ausgelesen. "Anhand der so gewonnen Werte lässt sich ein pauschales, großzügiges Bewässern der Gehölze vermeiden", so Schlink. "Stattdessen wird nur dann gegossen, wenn es nötig ist."

( bob )

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