Angriff auf Polizisten

Ida-Ehre-Schule: Elternrat übt scharfe Kritik an der Leitung

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Die Ida Ehre Schule in Hamburg-Harvestehude

Die Ida Ehre Schule in Hamburg-Harvestehude

Foto: Marcelo Hernandez

Nach dem Angriff auf einen Polizisten hätte die Leitung ihre Schüler schützen müssen. Diesen und weitere Vorwürfe erhebt der Elternrat.

Harvestehude.  Im Streit um die Gewaltvorfälle an der Ida-Ehre-Schule vor zweieinhalb Wochen hat der Elternrat schwere Vorwürfe gegen die Schulleitung und die Schulbehörde erhoben. „Wir sind der Meinung, dass die Schulleitung im Zusammenwirken mit Schulaufsicht und Behörde ihrem verpflichtenden Auftrag, die Schule und ihre Schüler zu schützen, sich auch im Zweifel grundsätzlich vor sie zu stellen sowie eine interne Klärung (inklusive Unschuldsvermutung) herbeizuführen, nicht gerecht wurde und dies auch fortgesetzt nicht wird”, heißt es in einer einstimmigen Stellungnahme des Rats.

Am 19.August hatte ein für die Betreuung der Schule zuständiger Polizeibeamter („Cop4You”) versucht, einen 13-Jährigen in Gewahrsam zu nehmen, der einen anderen Schüler attackiert hatte. Daraufhin griffen nach Darstellung der Polizei vermutlich vier weitere Schüler den Beamten an, beleidigten und traten ihn, als er am Boden lag.

Ida-Ehre-Schule: Elf Schüler vorläufig vom Unterricht suspendiert

Zahlreiche Schüler sollen Zeugen der dramatischen Ereignisse gewesen sein. Der 13-Jährige, der die Stadtteilschule Harvestehude besuchte, war schon mehrfach wegen Gewaltvorfällen in Erscheinung getreten und erhält jetzt Einzelunterricht. Gegen die vier anderen Schüler, die die Ida-Ehre-Schule besuchen, laufen Ermittlungsverfahren. Insgesamt elf Schüler sind vorläufig vom Unterricht suspendiert.

Der Elternrat spricht in seiner Stellungnahme lediglich von einem „Vorfall zwischen Polizei und Kindern bzw. Jugendlichen in der Straße Schlankreye” und wirft der Schulleitung, der Behörde und den Medien „eine einseitige Darstellung und voreilige Bewertung des Vorfalls” vor. Es fehlten eine Einbeziehung der Perspektive der Schüler und „vertrauliche pädagogische Gespräche” seitens der Schule.

Schulbehörde nimmt die Schulleitung in Schutz

„Stattdessen erleben wir als Eltern und Familien bis heute ein reflexhaftes Auffahren des gesamten Arsenals an restriktiven Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, pauschalisierende und ausweichende Kommunikation auf allen Ebenen und formalistische Reaktion auf allen Ebenen”, schreibt der Elternrat, der auch die Suspendierungen kritisiert.

Die Schulbehörde nimmt die Schulleitung dagegen in Schutz. „Die Ida-Ehre-Schule hat nach den Gewaltvorfällen vor der Schule besonnen und klug gehandelt und zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Vorfälle pädagogisch aufzuarbeiten”, heißt es in einem Statement der Behörde. Dabei seien auch zahlreiche Gespräche mit Schülern, Eltern und Lehrern geführt worden. In der Stellungnahme des Elternrats fehle „eine klare Distanzierung gegenüber den Gewalttaten”. Es würde verschwiegen, dass „die Kinder und Jugendlichen gegenüber einem Polizisten, der die Schüler schützen wollte, in einer ungewöhnlichen Weise gewalttätig geworden sind”, heißt es in der Stellungnahme der Behörde. pum

( pum )

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