Auszeichnung

Der Hamburger Gründerpreis ist wieder zurück

| Lesedauer: 4 Minuten
Die Preisträger 2021 vor der Fischauktionshalle (v.l.): Karl-Heinz Hebrok (Cartoflex), Anne Lemcke (Ankerkraut), Oliver Lichtenstein, Jerry Tang und Mitja Wittersheim (Beagle Systems

Die Preisträger 2021 vor der Fischauktionshalle (v.l.): Karl-Heinz Hebrok (Cartoflex), Anne Lemcke (Ankerkraut), Oliver Lichtenstein, Jerry Tang und Mitja Wittersheim (Beagle Systems

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Statt der einst 800 Gäste waren nur hundert Personen geladen. Gewinner sind erfolgreiche Menschen mit Visionen und Engagement.

Hamburg. Der Hamburger Gründerpreis ist in der Fischauktionshalle zurück. Nachdem die Veranstaltung 2020 wegen der Pandemie nur in kleinstem Rahmen in der Handelskammer durchgeführt wurde, fand sie am Montagabend wieder in gewohnter Umgebung am Hafen statt – allerdings weiterhin in abgespeckter Form. Statt der einst 800 Gäste waren lediglich hundert Personen geladen – vor allem Preisträger aus den vergangenen Jahren sowie die Laudatoren.

An runden Tischen für maximal jeweils zehn Personen wurde Platz genommen. Servicekräfte servierten das Menü – unter anderem Rinderfilet mit Meerrettich-Senfsauce. Das sonst übliche Buffet gab es mit Blick auf die Hygienevorschriften nicht. Zudem hatten nur Genesene, Geimpfte oder negativ Getestete Zutritt. Doch der guten Laune an diesem besonderen Abend tat dies keinen Abbruch. Im Gegenteil. Am Eingang hörte man durch die Masken hindurch immer wieder Kommentare wie „endlich wieder in der Fischauktionshalle“ oder „schön, dass man sich wieder sieht“.

Verleihung des Gründerpreises in der Fischauktionshalle

Hamburger Gründerpreis: Die Gala der Sieger

Den Gästen, aber vor allem den Siegern des Gründerpreises war die Freude über die Preisübergabe vor Live-Publikum anzumerken. So war es eine besondere Geste, dass zu Beginn der Gala die Gewinner des Vorjahres vom Tech-Start-up Nect in der Kategorie Existenzgründer, vom Solarparkbetreiber Enerparc (Aufsteiger) und Volkmar Wywiol (Lebenswerk) auf die Bühne geholt wurden. Auch sie sollten in den Genuss eines großen Applauses kommen. Haspa-Chef Harald Vogelsang machte in seiner Begrüßungsrede klar, wie sehr er sich freue, dass die Gründerpreis-Gala trotz Corona wieder in der Fischauktionshalle stattfinde.

Zudem wagte er einen Rückblick auf die vergangenen knapp 19 Monate Pandemie: „Krisen zeigen schonungslos, was funktioniert und was nicht. Kurzarbeit hat funktioniert, Homeschooling eher nicht. Die Impfstoffentwicklung hat funktioniert, die Verteilung am Anfang eher nicht. Katastrophenhilfe funktioniert, unsere Warnsysteme eher nicht.“ Damit werde auch der Handlungsbedarf immer klarer – allem voran die dringenden Investitionen in Digitalisierung und Klimaschutz, so Vogelsang.

Lars Haider hielt die Laudatio auf Anne und Stefan Lemcke

Seit vielen Jahren richtet die Haspa zusammen mit Studio Hamburg, Hamburg 1, Handels- und Handwerkskammer sowie dem Abendblatt diesen wichtigsten Unternehmerpreis der Stadt aus. Und eine Jury kürt schließlich die Gewinner, die auch in diesem Jahr vor allem für Ideenreichtum, Innovation, Mut sowie Durchhaltevermögen standen. Den Preis in der Kategorie Existenzgründer bekam in diesem Jahr das Gründertrio Oliver Lichtenstein (26), Jerry Tang (31) und Mitja Wittersheim (26) des Drohnenentwicklers Beagle Systems vom Präsidenten der Handwerkskammer Hjalmar Stemmann überreicht.

Im Anschluss hielt Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider die Laudatio auf Anne und Stefan Lemcke, das Gründerpaar des Gewürz-Spezialisten Ankerkraut. „Sie gehören zu den sympathischsten, ehrlichsten und unterhaltsamsten Unternehmern, die ich in den vergangenen zehn Jahren kennengelernt habe. Ich glaube, ich habe mit niemandem sonst in meinem Podcast ,Entscheider treffen Haider‘ länger gesprochen als mit den beiden, mit denen es niemals lang noch langweilig wird“, so Haider. Stefan Lemcke fehlte allerdings auf der Veranstaltung, weil er bei den Kindern auf Mallorca weilte.

Zum Abschluss der Veranstaltung bat Moderatorin Vanessa Seifert Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) auf die Bühne, der nach seiner Laudatio den Preis für das Lebenswerk an den Unternehmer Karl-Heinz Hebrok überreichte. Dressel bezeichnete Hebrok als einen „Macher, oder besser noch: einen Möglich-Macher“ und verwies sowohl auf dessen unternehmerisches wie soziales Engagement. Ein gelungener Abschluss eines Gründerpreises, der bereits stark an die guten, alten Zeiten vor Corona erinnerte. Nun freuen sich alle auf die große Gala 2022.

( ode )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg