Prozess Hamburg

Hat ein Münzhändler 21 Millionen Euro Steuern hinterzogen?

Eine Statue der Göttin Justitia am Eingang eines Gerichtsgebäudes (Symbolbild).

Eine Statue der Göttin Justitia am Eingang eines Gerichtsgebäudes (Symbolbild).

Foto: Stefan Puchner / dpa

Der 73 Jahre alte Hamburger steht seit Freitag als mutmaßliches Mitglied einer Bande vor dem Landgericht.

Hamburg. Ein Prozess um Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 21 Millionen Euro beim Handel mit Münzen hat am Freitag vor dem Landgericht Hamburg begonnen. Vor Gericht stehen der Inhaber (73) eines Hamburger Unternehmens für Münzhandel und ein leitender Mitarbeiter (47) sowie ein Angestellter (31) einer slowakischen Firma für Münzhandel. Sie sollen laut Anklage Mitglieder einer Bande sein.

Gegenstand des Verfahrens ist laut Gericht ein „Umsatzsteuer-Karussell“ mit Platinmünzen. Münzen seien von Deutschland ins Ausland und wieder zurück nach Hamburg über Zwischenhändler verkauft worden. Einer dieser Vorlieferanten habe dabei laut Anklage keine Umsatzsteuer bezahlt, sagte ein Gerichtssprecher.

Steuerhinterziehung in Millionenhöhe: 18 Fälle angeklagt

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Das habe das Hamburger Unternehmen gewusst und trotzdem zwischen März 2018 und Juni 2020 unrechtmäßig Vorsteuerabzüge in Millionenhöhe bei den Finanzbehörden geltend gemacht. Bei dem Inhaber und seinem Mitarbeiter geht es nach Angaben des Gerichts um 18 Fälle, bei dem Angestellten der ausländischen Firma um 13 Fälle.

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Zum Prozessauftakt sagte der Anwalt des 73-Jährigen, sein Mandant werde sich gegen die Vorwürfe verteidigen. Für die anderen Angeklagten wurde laut Gerichtssprecher noch nichts erklärt. Ein mutmaßlicher Komplize, ebenfalls 31, wurde Anfang Juli in Chemnitz wegen Millionenbetrugs unter anderem beim Handel mit Münzen verurteilt. Der Prozess wird am 8. September fortgesetzt. Termine bis Ende Januar sind angesetzt.

( dpa )

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