Bundestagswahl

Jetzt auch analog: Wahl-O-Mat zum Aufkleben

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Patrick Andreas
Marcus Weinberg und Katharina Beck probierten es aus.

Marcus Weinberg und Katharina Beck probierten es aus.

Foto: Patrick Andreas

Angebot für Schüler und Erstwähler: Politische Positionen durch farbige Punkte mit denen der Parteien abgleichen.

Hamburg. Nachdem bereits seit Donnerstag der Wahl-O-Mat als Online-Tool im Internet bereit steht, eröffnete die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) am Freitag den „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg. Die Aktion funktioniert analog zum Original aus dem Netz – dieselben Fragen, dieselben Antwortmöglichkeiten, dieselben Parteien, deren Haltungen mit der eigenen verglichen werden können.

Das Modell, bei Zustimmung oder Nicht-Zustimmung zu den 38 Thesen durch das Aufkleben von verschiedenfarbigen Punkten funktioniert, soll insbesondere den Erstwählerinnen und Erstwählern als Kernzielgruppe dienen. Der Wahl-O-Mat sei hierbei aber keine spezifische Wahlempfehlung, sondern lediglich ein Anreiz, sich stärker mit den politischen Inhalten auseinander zu setzen, betonte Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

1600 Schülerinnen und Schüler haben sich schon angemeldet

Zwar haben sich bereits rund 1600 Schülerinnen und Schüler aus 22 Schulen für die nicht-digitale Variante angemeldet, jedoch seien auch ältere Generationen herzlich eingeladen, den „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ auszuprobieren und so direkt vor Ort in einen politischen Austausch zu treten.

Bis Sonntag, an dem die Bücherhallen ausnahmsweise geöffnet haben, kann die Öffentlichkeit das Angebot noch nutzen; danach wandern die fünf Tafeln samt Thesen an die Staatliche Gewerbeschule, Ernährung und Hauswirtschaft G3 am Brekelbaums Park 6. Hier können die Schulklassen den Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ bis zum 24. September nutzen.

Die diesjährige Bundestagswahl sei „so spannend wie selten“, sagte der Vorstand der Bücherhallen, Michael Studt. Da sollte man beim Wählen ganz genau wissen, was man in Zukunft von der Politik erwartet. Um herauszufinden, ob sich auch Hamburgs Kandidatinnen und Kandidaten völlig im Klaren darüber sind, mit welcher Partei sie inhaltlich tatsächlich am meisten übereinstimmen, waren sie die Ersten, die mit dem Aufkleben ihrer Punkte die Tafeln verschönerten.

Wahl-O-Mat: Instrument gegen Politikverdrossenheit?

Vertreten waren alle sechs Parteien, die im jetzigen Bundestag sitzen: Aydan Özoğuz (SPD), Marcus Weinberg (CDU), Katharina Beck (Bündnis 90/Die Grünen), Johan Graßhof (die LINKE), Michael Kruse (FDP) und Nicole Jordan (AfD) gaben ihre Meinungen zu den Thesen ab. Totale Überraschungen blieben bei der Auswertung aus.

Dafür erachten die Politikerinnen und Politiker den Wahl-O-Maten aus ganz unterschiedlichen Gründen für wichtig: Für die einen stellt das Tool ein Instrument gegen Politikverdrossenheit dar, für die anderen geht es vor allem darum, mithilfe des Wahl-O-Maten Vorurteile gegen Parteien abzubauen und sich lieber selbst eine Meinung zu bilden.

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