Gott und die Welt

Schule – Lernort auch für uns

Pfarrer Johannes Pricker
Pfarrer Johannes Pricker über das Lernen.

Pfarrer Johannes Pricker über das Lernen.

Foto: Ha / HA

Wenn ich die Sprache der Jugendlichen verstehen möchte, kann ich sie an und von der Schule lernen.

Hamburg. „… also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“ – Dieses wahre Wort von W. Busch lässt Erinnerungen wach werden, heitere oder bedrückende Schulerfahrungen, die jede und jeder in sich trägt. Wenn ich an Schulen vorbeigehe: große Gebäude, breite hohe Fenster, der Schulhof, Kritzeleien auf dem Pflaster, Kinderstimmen, Lachen oder manchmal Grölen von Jugendlichen.

Öffentlich hört man über Schulen Alarmsignale: „Gewalt in der Schule“, „Gleichgültigkeit und Aufsässigkeit der Schüler“, „verhaltensauffällige Kinder“ – und geht mit einem Gefühl der Ratlosigkeit weiter.

Die Schule darf nicht eine fremde Sonderwelt sein

Dennoch ist klar, „dass der Mensch was lernen muss“. Dies gilt allerdings nicht nur für Schülerinnen und Schüler. Wenn ich die Sprache der Jugendlichen verstehen möchte, kann ich sie an und von der Schule lernen. Wenn ich tiefer hören und verstehen will, was die junge Generation sagen will, wo junge Menschen um Hilfe rufen in der Suche nach ihrem Leben, wo sie anfragen und klagen – wenn ich es wirklich verstehen will, was oft in eigener, jugendlicher Sprache laut wird, bietet sich die Schule an als Lernort für mich als Seelsorger, für Lehrende, für Eltern und Erziehende und nicht zuletzt für Gesellschaft und Politik.

Die Schule darf nicht eine fremde Sonderwelt sein, sondern ein gemeinsamer Ort des Lernens – nicht nur zugunsten der Schülerinnen und Schüler, sondern mindestens ebenso zugunsten unserer gesamten Gesellschaft, die doch gerade jungen Menschen Raum zum Leben geben will. „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“

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