Hamburg

Cannabis für 150.000 Euro angebaut: 38-Jähriger vor Gericht

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Mann aus Bramfeld hat Cannabis im Keller angebaut. Nun steht er in Hamburg vor Gericht (Symbolfoto).

Ein Mann aus Bramfeld hat Cannabis im Keller angebaut. Nun steht er in Hamburg vor Gericht (Symbolfoto).

Foto: Herwig Czizek / picture alliance

Mit einem Komplizen soll Mario K. im Keller eine Cannabisplantage betrieben haben. Er steht nicht zum ersten Mal vor einem Richter.

Hamburg. Ein Stauraum für ausgediente Möbel und den Schlitten, Platz für die Waschmaschine, vielleicht auch Regale mit Konserven: So stellt man sich gemeinhin einen Kellerraum vor. Doch die Fläche, die Mario K. im Untergeschoss eines Hauses in Bramfeld zur Verfügung stand, ist offenbar für weitaus kreativere Zwecke genutzt worden: Hier wuchsen und gediehen Cannabispflanzen, und hier war das Zentrum für einen lukrativen Handel mit dem Rauschgift.

So sieht das zumindest die Staatsanwaltschaft, die dem 38-jährigen Mario K. gemeinschaftlichen Handel mit Drogen vorwirft. So habe der Hamburger gemeinsam mit einem Bekannten einen Kellerraum genutzt, der zu dessen Wohnung gehörte, um dort Cannabispflanzen anzubauen und großzuziehen. Dabei sollen die beiden Männer insgesamt fast 30 Kilogramm Marihuana geerntet haben.

Cannabisplantage im Keller: Erlös von 154.000 Euro

Laut Ermittlungen verkauften sie davon mehr als 27 Kilogramm mit einem Erlös von mehr als 154.000 Euro an unterschiedliche Abnehmer. Pro Einheit kassierten sie zwischen 5,50 und 6,50 Euro, heißt es in der Anklage weiter. Als die Polizei den Keller seinerzeit leer räumte, fand sie neben der Plantage eine geladene Schreckschusswaffe. Der Bekannte von K. ist bereits unter anderem wegen Drogenhandels zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Lesen Sie auch:

Die Verteidigung von Mario K. regt zum Prozessauftakt ein Rechtsgespräch an. Ziel solle eine Verständigung auf ein ungefähres Strafmaß sein, wobei der Verteidigerin eine Strafe von zwei Jahren oder weniger vorschwebt — die zur Bewährung ausgesetzt werden solle. Doch dies erscheint weder der Staatsanwaltschaft noch dem Gericht angemessen. Die Anklagebehörde könne sich ein Urteil zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren vorstellen, heißt es. Die niedrigere Strafe kommt aus Sicht der Staatsanwaltschaft allerdings nur bei einem Geständnis in Betracht.

Cannabis im Keller: Angeklagter vorbestraft

Hintergrund: Mario K. ist bereits 2015 wegen Drogenhandels verurteilt worden, seinerzeit ging es ebenfalls um Marihuana. Er hatte 14 Monate mit Bewährung erhalten. Damals hatte er im Prozess beteuert, er werde so etwas nicht wieder tun. „Aber es ging praktisch von einer Tat in die nächste über“, so die Vorsitzende. Der Prozess wird fortgesetzt.

( bem )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg