Bundestagswahl

Wem die Erststimme geben? Neues Tool hilft

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„Abgeordnetenwatch.de“ gibt es seit 2004.

„Abgeordnetenwatch.de“ gibt es seit 2004.

Foto: Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Das Onlineportal Abgeordnetenwatch bietet eine Entscheidungshilfe für Wählerinnen und Wähler an: den Kandidierenden-Check.

Hamburg.  Das Onlineportal Abgeordnetenwatch bietet eine weitere Entscheidungshilfe für Wählerinnen und Wähler an, die nicht wissen, wem sie ihre Stimme bei der Bundestagswahl am 26. September geben sollen. Der „Kandidierenden-Check“, der über die Internetseite abgeordnetenwatch.de zu erreichen ist, funktioniert denkbar einfach: Man muss nur die Postleitzahl der eigenen Meldeadresse eingeben, schon erscheinen die Direktkandidaten des Wahlkreises, in dem man seine Stimme abgibt.

Anhand von 24 Thesen zu relevanten Themen wie Umweltschutz, Gleichberechtigung, Rente oder Corona-Pandemie wird zunächst das eigene politische Profil erstellt. Am Ende zeigt der Check an, mit welchem Direktkandidaten es die größte Übereinstimmung gibt. Nach Angaben von Abgeordnetenwatch haben sich bislang rund 60 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten in den Wahlkreisen beteiligt. Deren Teilnahme ist bis kurz vor der Wahl möglich.

Kandidatencheck analysiert Antworten der Direktmandatsbewerber

„Im Gegensatz zu Wahlentscheidungshilfen basiert der Kandidierenden-Check von abgeordnetenwatch.de auf den persönlichen Antworten der teilnehmenden Direktkandidaten, nicht auf den Positionen der Parteien. Vor allem für die Erststimme ist der Kandidierenden-Check daher ein hilfreiches Tool“, sagt Projektleiterin Ghasal Falaki.

Wie unterschiedlich die Positionen der teilnehmenden Bewerber auch innerhalb der Parteien ausgeprägt sind, zeigt sich am Beispiel der Frage, ob es nach der Pandemie eine Rückkehr zu einem strikten Sparkurs geben sollte. Die Kandidierenden von CDU und CSU sprechen sich zu 53 Prozent dafür aus, bei der AfD sind es 58 Prozent. Dafür sind 41 Prozent der FDP-Kandidierenden, zwölf Prozent sind dagegen, während sich 47 Prozent nicht eindeutig festlegen. Bei SPD, Grünen und Linken liegt die Ablehnung eines rigiden Sparkurses dagegen bei mehr als 90 Prozent.

Deutliche Differenzen zwischen den Parteien gibt es unter anderem bei der Frage nach einem vorgezogenen Kohleausstieg in Deutschland. Während die Grünen geschlossen für einen Austritt aus der Kohleenergie deutlich vor 2038 sind, wollen dies bei der SPD nur 76 Prozent. Die AfD-Kandidierenden lehnen ein vorgezogenes Austrittsdatum dagegen zu 99 Prozent ab. Bei CDU und CSU sind nur 13 Prozent dafür, bei der FDP legen sich 53 Prozent nicht fest, und nur 17 Prozent sind dafür.

( pum )

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