Hamburg persönlich

Was die Karans mit Sammy Deluxe verbindet

| Lesedauer: 10 Minuten
Charity-Dinner im Kultur Palast: Dörte Inselmann, Ian Karan, Peter und Eva-Maria Tschentscher, Stefan Wulff, Corinna Lampadius, Rolf Zuckowski (v. l.) sowie Django (v. l.) und Stok la Rock.

Charity-Dinner im Kultur Palast: Dörte Inselmann, Ian Karan, Peter und Eva-Maria Tschentscher, Stefan Wulff, Corinna Lampadius, Rolf Zuckowski (v. l.) sowie Django (v. l.) und Stok la Rock.

Foto: Jan-Rasmus Lippels / JAN-RASMUS LIPPELS

Die Kolumne des Hamburger Abendblatts mit Namen und Nachrichten aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Gastronomie.

Hamburg. Es ist nicht so schwer, sich vorzustellen, dass Medienunternehmer Frank Otto und Esin Rager vom Vorstand FC St. Pauli absolute Hip-Hop-Fans sind, aber dass auch Bürgermeister Peter Tschen­tscher und seine Frau Eva-Maria sich für die Breakdance-Einlagen der Hip-Hop-Academy-Tänzer begeistern würden, überraschte dann doch ein wenig. Doch keiner der Hundert Gäste des Charity-Dinners im Billstedter Kultur Palast blieb am Donnerstag unberührt angesichts des sensationellen Programms mit seiner Mischung aus Tanz und Gesang.

So erhielt der Tisch rund um Jörg und Nicola Verstl (Stiftung Kulturglück), an dem auch Musiker Stefan Rager (The Jeremy Days) saß, von Moderatorin Corinna Lampadius ein Sonderlob für die ganz unhanseatische Stimmungsmache. Aber auch am Tisch der Mäzene Ian und Barbara Karan, die drei ihrer Kinder samt Partner zum Benefiz-Event eingeladen hatten, wurde rhythmisch zu den Beats geklatscht. „Wir kennen uns aus, schließlich hat unser ältester Sohn gemeinsam mit Sammy Deluxe gerappt“, sagte Barbara Karan.

Volkmar Herms sorgt für viel Gelächter

Weitere Unterstützer, die gesichtet wurden waren: Prof. Norbert Aust (Handelskammer), Henner und Britta Buhck (Buhck Stiftung), Amelie Deuflhard (Kampnagel) und Bauunternehmer Stefan Wulff. Liedermacher Rolf Zuckowski und Volkmar Herms waren an diesem Abend vor allem als Förderer der Klangstrolche, einem Projekt für ganz Kleine der Stiftung Kultur Palast, geladen. Und Herms sorgte für viel Gelächter, als er auf der Bühne zugab, dass er und die Gremiumsmitglieder seiner Hubertus Wald Stiftung sich unter Tanz eher Ballett von John Neumeier vorstellten.

„Aber meine Mitglieder sind auch im Durchschnitt 75,8 Jahre alt“, sagte Herms. Zum Glück habe ihn Kultur-Palast-Intendantin Dörte Inselmann nicht vom Haken gelassen, „und uns überzeugt, dass Hip-Hop auch Kulturcharakter hat“. Neben dem leckeren Essen aus der Palastküche und den Musikeinlagen war die stille Auktion ein riesiger Erfolg des Abends. Bei ihr kamen 85.000 Euro zusammen.

Was ist für den Erfolgs-DJ Mousse T. Heimat?

Wo liegen unsere Wurzeln, was ist der Duft von Kindheit? Darüber diskutierte Ilka Peemöller, Leiterin des „Bunte“-Hauptstadtbüros und Autorin des Buches „Heimat – wo das Herz zu Hause ist“, im Hotel Vier Jahreszeiten mit Musikproduzent und Erfolgs-DJ Mousse T. (u. a. Megahit „Sex Bomb“ mit Tom
Jones
), mit CDU-Shootingstar Diana Kinnert und mit Hamburgs ehemaligem Wirtschaftssenator Ian Karan. Für Mustafa Gündoğdu, wie der in Hagen geborene Mousse T. eigentlich heißt, ist Heimat „nicht unbedingt nur mit einem Ort“ verbunden.

Ähnlich sieht das Ian Karan, der im Norden Ceylons (heute Sri Lanka) aufwuchs und später mit einem Sportstipendium zum Studium nach London kam. „Für mich ist Heimat ein Sammelbegriff für Liebe, Freundschaft, Beruf, Kultur und Sprache“, so Karan, der im Herzen längst Hamburger ist. Für Publizistin Diana Kinnert spielt das „Gefühl der Geborgenheit“ eine Rolle: „Das kommt auf, wenn man bei Nachbarn und im Umfeld bekannt ist.“

Ilka Peemöller selbst, die auf einem Bauernhof in der Nähe von Trittau groß wurde, erinnerte an ihre Kindheit in Schleswig-Holstein. Viele Gäste waren der Einladung von Kristina Tröger, Präsidentin des Clubs europäischer Unternehmerinnen, gefolgt, darunter Estelle Rytterborg mit Enno Freiherr von Ruffin, PR-Unternehmerin Marietta Andreae, Abendblatt-Marketingchefin Vivian Hecker und Viola Fuchs (Viola’s Gewürze).

72 Gäste kommen zum Europa-Salon in den Anglo-German Club

Europa hat nichts an Zugkraft eingebüßt. Als die WWW-Stiftung (Wissen Weltethos Weltzukunft) am Mittwochabend zum Europa-Salon lud, war die Warteliste lang. Weit mehr als die 72 Gäste, die unter Corona-Bedingungen in den Anglo-German Club kamen, wären der Einladung gern gefolgt, erzählte Stefanie Stoltzenberg-Spies, Vorstand der WWW-Stiftung.

Das dürfte auch mit der Rednerin des Abends zu tun gehabt haben: Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, sprach über das Thema „Europa und das Vereinigte Königreich nach dem Brexit“. Die SPD-Politikerin, Tochter einer Deutschen und eines Briten, gewährte Einblicke ins Innenleben der europäischen Politik wie in ihr eigenes Seelenleben. Sorgenvoll sprach sie über die Aushöhlung demokratischer Prinzipien nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Staaten wie Ungarn oder Polen. Ihr flammendes Plädoyer für Europa gründet tief: Ihr Vater jubelte als Dreikäsehoch in Lincolnshire den startenden Bombern der Royal Air Force zu, ihre Mutter irrte als Vierjährige durch das zerstörte Dresden – und hat den Brandgeruch nie vergessen.

Jule Seemannstochter widmet Song neuem SOS-Kinderdorf

Die Hamburger Musikerin Jule Seemannstochter veröffentlicht in diesen Tagen einen Song, der dem neuen SOS-Kinderdorf Hamburg gewidmet ist. Die junge Frau ist Botschafterin des Dorfes, und in dieser Funktion schrieb sie das Lied Lichtermeer. Eingesungen hat sie es gemeinsam mit einem Kinderchor, beim Videodreh waren Kinder des SOS-Kinderdorfs dabei. „Wir hatten viel Spaß bei den Proben für den Song und beim Dreh an der Elbe.

Die Kraft der Gemeinschaft war in jeder Minute spürbar“, so die Sängerin. „Für mich ist das SOS-Kinderdorf in Hamburg ein Lichtermeer ausstrahlende Lichtquellen, die eine Gemeinschaft bilden. Das Lichtermeer ist der sichere Weg in den schützenden Hafen und in ein neues Zuhause.“ Nach fast einem Jahrzehnt Planung und rund drei Jahren Bauzeit ziehen drei SOS-Kinderdorffamilien ein.

Torsten Rebbe, Leiter von SOS-Kinderdorf Hamburg, freut sich auf die Bewohner: „Wie ein richtiger Hafen soll auch der Hafen für Familien ein Ort des Austausches und der Begegnung sein. Wir heißen alle Hamburger willkommen und bieten besonders für Familien Beratung und Entlastung an.“ So können Besucher im Familiencafé Krümel vorbeischauen, im Kinderkleiderladen Klecks nach sehr gut erhaltener Kinderkleidung stöbern oder an einem der vielen Kurse teilnehmen. Jule Seemannstochter will auch öfter vorbeischauen und mit den Kindern Musik machen.

Ausstellung widmet sich dem legendären Porsche 930

Eine eher ungewöhnliche Ausstellung gibt es in der kommenden Woche im Porsche Zentrum Hamburg Nord-West an der Holsteiner Chaussee 151. „The Whale Tail Project“ widmet sich ganz dem legendären Porsche 930. Der Künstler Johans Lamic hat sich dafür ein besonderes Teil des Fahrzeugs vorgenommen, den markanten Heckflügel. Der Spoiler erinnert an eine Walflosse – und ist nun das Zentrum der kleinen Ausstellung, die vom 25. bis zum 28. August besucht werden kann. Sie kann zu den regulären Öffnungszeiten kostenfrei angeschaut werden.

Noch eine Ausstellung gibt es an dieser Stelle anzukündigen. Die Galerie Mensing in Hamburg hat den amerikanischen Neo-PopArt-Künstler Ed Heck eingeladen, der am Sonnabend kommender Woche, 28. August, seine neusten Comicstrip-artigen Bilder ausstellen wird. Die Vernissage mit Ed Heck beginnt um 13 Uhr. Besucher sind zur Ausstellung herzlich eingeladen – eine vorherige Anmeldung ist allerdings erforderlich.

Restaurant La Paz wurde von Grund auf überholt

Seit mehr als 30 Jahren ist das La Paz eine feste Größe in der gastronomischen Welt von Eimsbüttel. Aber mit der lateinamerikanischen dunklen Studenten-, Bier- und Fußball-Kneipe hat der Betrieb an der Ecke Heussweg/Stellinger Weg nichts mehr gemein. Betreiber Kemal Üres hat das La Paz während der Corona-Zwangspause von Grund auf überholt und lässt jetzt die Herzen von Tapas-Liebhabern höher schlagen.

„Ein Jahr lang wurde umgebaut, es blieb kein Stein auf dem anderen“, erzählt der 44 Jahre alte Gastronom, der in Konstanz aufwuchs und seit mehr als 20 Jahren in Hamburg lebt. Designerin Arzu Kartal hat das Interior in freundlichen Grau­tönen mit warmen Akzenten in Kupfer, Samt, Holz und spanisch inspirierten Fliesen gehalten. Die Kronleuchter hat Kemal Üres selbst entworfen.

25 Angestellte in Küche, Service und an der Bar servieren Tapas wie Guacamole, gegrillten Oktopus mit Linsen-Püree oder saftig-zart geschmorte Lammschulter. Auf der Weinkarte stehen rund 70 Positionen aus Spanien, Deutschland und Übersee sowie Cocktails, aber auch Kaffee-Spezialitäten und ein frisch gezapftes Bier. Rund 60 Plätze gibt es innen, auf der weitläufigen Terrasse können bis zu 160 Gäste das trubelige Flanieren im Herzen Eimsbüttels beobachten. „Ich freue mich über mein renoviertes Lokal und habe schon das nächste Projekt auf der Zielgeraden“, so Üres. „Im Oktober erscheint mein neues Buch.“

Editor’s Lunch im Elb-Restaurant Am Kai

Wenn Medienleute nach fast zwei Jahren Pause wieder aufeinandertreffen, summt es im Raum von all den Gesprächen. Gunnar Henke (Henke Relations), Christian Dunger (WDI Media) und Klaus Schümann („Hamburger Klönschnack“) hatten gemeinsam mit Gas­tronom Enzo Caressa in dessen wunderschönes Elb-Restaurant Am Kai zum Editor’s Lunch eingeladen. Und an den edel gedeckten Tischen, an denen u. a. auch NDR-Moderator Gerhard Delling und Gala.de-Chefin Doris Brückner saßen, kursierte die Frage, wie man denn so den Lockdown überstanden hätte. Während Volker Blöte (Lühmanndruck GmbH) sein Haus entrümpelte, Henke einen Online-Weinshop aufbaute, schrieb PR-Frau Yvonne von Stempel ein Buch über den bekannten norddeutschen Pferdemaler Klaus Philipp.

( tes/vas/sla/fis/ike )

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