Der Fragebogen: Vorbild ist New Yorks Ex-Bürgermeister

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Was war der beste Rat Ihrer Eltern?

Mein Vater gab mir früh den Rat, mein eigener Herr zu sein. Er sagte immer, wenn Du nichts weißt, was du tun sollst, eröffne deinen eigenen Zeitungskiosk. Möglicherweise passt das Bild des Kiosk nicht mehr. Aber der Rat bleibt richtig.

Wer war bzw. ist Ihr Vorbild?

Ich bewundere Michael Bloomberg. Er hat ein tolles Unternehmen aufgebaut, welches auch Statista immer wieder inspirierte. Und danach hat er als Bürgermeister die Stadt New York gerettet.

Was haben Ihre Lehrer/Professoren über Sie gesagt?

Meine Grundschullehrerin hat empfohlen, mich nicht aufs Gymnasium zu schicken. Für Spätentwickler ist unser Bildungssystem nicht optimal. Später an der Universität: Professor Blankart, ein VWL-Professor der Humboldt Universität in Berlin, hat mich sehr gefördert.

Wann und warum haben Sie sich für Ihren heutigenden Beruf entschieden

Im Frühling 2007 in Mallorca auf einem Spaziergang habe ich mich final entschieden. Ich war vorher Berater und hatte auch ein eigenes Unternehmen, aber ich wollte zeigen, dass ich nicht nur „kluge Ratschläge“ geben kann, sondern auch selbst etwas aufbauen kann.

Wer waren Ihre wichtigsten Förderer?

Ich habe mit zwei sehr guten Freunden erst eine Unternehmensberatung und dann Statista gegründet: Hubert Jakob und Thilo Löwe. Später kam noch Tim Kröger hinzu. Wir haben alles gemeinsam besprochen und entwickelt. Noch heute führe ich gemeinsam mit Hubert und Thilo Statista. Außerhalb der Gruppe gibt es Burkhard Graßmann, Chief Marketing Officer des Burda Verlags. Er hat uns sehr gefördert.

Auf wen hören Sie?

Auf drei Personen insbesondere: Hubert Jakob, meine Frau Rita Pearson- Schwandt und meinen Bruder Christian Schwandt. Gelegentlich auf meine Kinder.

Was sind Eigenschaften, die Sie an Ihren Chefs bewundert haben?

Leidenschaft für sein Unternehmen, seine Produkte und seine Mitarbeiter. Mut zu Entscheidungen und Risiken.

Was sind die Prinzipien Ihres Führungsstils?

Personal: Stelle gute Leute ein, sage ihnen, dass sie gut sind. Gib ihnen Freiheit und setze ihnen ambitionierte, aber zu erreichende Ziele.

Nanny McPhee Prinzip: Nanny McPhee ist ein Spielfilm mit Emma Thompson. Vereinfacht heißt es: Sei als Chef gegenwärtig und helfe, wenn es Probleme gibt; zieh dich eher zurück, wenn alles läuft. Und delegiere dann.

Entscheidungen: Treffe Entscheidungen, auch auf Basis von unvollständigen Informationen. Man muss Dinge ausprobieren und ggf. später korrigieren.

Leidenschaft: Ich führe mit Leidenschaft: für Produkte, für Mitarbeiter, für Vertriebserfolge

Wie wichtig war/ist Ihnen Geld?

Meine wichtigsten Quellen der Motivation sind Unabhängigkeit und die Lust, etwas zu gestalten. Geld als Mittel, um unabhängig zu sein, ist mir wichtig. Geld als Status Symbol finde ich etwas lächerlich. Teure Uhren, teure Autos und teure Kleidung sind meine Sache nicht.

Was erwarten Sie von Mitarbeitern?

Leidenschaft, Neugier, Toleranz. Wir sind bei Statista sehr divers. Haben 55 Nationalitäten.

Worauf achten Sie bei Bewerbungen?

Ein hohes Energieniveau; Lust, etwas aufzubauen. Ggf. Führungsstärke

Was sind Ihre größten Stärken?

Leidenschaft, hohes Energieniveau, Fähigkeit zum Delegieren, ein gewisser Machtsinn, Gefühl für unsere Kunden

Was sind Ihre größten Schwächen?

Mein Streben nach persönlicher Unabhängigkeit, denn man kann nicht immer unabhängig sein.

Welche Entscheidung hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg geholfen?

Ich war drei Jahre bei der Deutschen Telekom, zuletzt als ein Assistent des Vorstandes. Dann habe ich recht plötzlich gekündigt. Sehr große Unternehmen sind nichts für mich.

Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche?

Zwischen 50 und 55 Stunden

Wie viele Stunden schlafen Sie (pro Nacht)?

8 Stunden

Wie kommunizieren Sie?

Ich versuche viel und regelmäßig zu kommunizieren. So gibt es beispielsweise jeden Monat via Teams ein Townhall Meeting für alle Statista Mitarbeiter. Hier werden alle positiven und einige negative Ereignisse des letzten Monats dargestellt. Jeder Mitarbeiter weiß praktisch alles. Ich rufe immer wieder aus dem Blauen Mitarbeiter an und frage, wie es denn so läuft. So bekomme ich ein gutes Gefühl für das Unternehmen.

Wenn Sie anderen Menschen nur einen Rat für ihren beruflichen Werdegang geben dürften, welcher wäre das?

Mach das, was Dir wirklich Spaß macht.

Und zum Schluss: Was wollten Sie immer schon mal sagen?

Baut einmal im Leben ein Unternehmen mit auf: Als Gründer oder Angestellter. Es macht unglaublich viel Spaß und zeigt, wer du bist und was du kannst. Meistens mehr als man denkt.

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