Elektromobilität

Hoheluft erhält Ladesäulen nur für die Nachbarschaft

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In Hoheluft startet ein Modellversuch für E-Autofahrer.

In Hoheluft startet ein Modellversuch für E-Autofahrer.

Foto: Martin Gerten / dpa

Behörde startet Modellversuch „Quartiersladen“. E-Stationen sind Anwohnern vorbehalten. Wie das Konzept funktionieren soll.

Hamburg. Bürger in zwei Hamburger Modellquartieren können zukünftig auch ohne eigenen Stellplatz verlässlich Ladeinfrastruktur zum Aufladen ihrer E-Fahrzeuge nutzen. Mit der Inbetriebnahme von zwei Ladesäulen am Standort Hoheluft-Ost hat das Modellprojekt „Quartiersladen“ begonnen.

Wie für insgesamt 10 Millionen Pkw deutschlandweit verfügen auch viele Bürger in Hamburg über keinen eigenen Stellplatz für ihr Fahrzeug. Bei Umstieg auf ein E-Fahrzeug müssen sie daher die öffentliche Ladeinfrastruktur nutzen. Hier kann es jedoch vorkommen, dass diese belegt ist, wenn man sie benötigt.

Anwohner erhalten exklusiven Zugang zu Ladesäulen

Im Modellprojekt erhalten Anwohner und Gewerbetreibende in urbanen Wohnquartieren mit wenig privaten Stellflächen nun exklusiven Zugang zu Quartiersladestationen und können diese für einen Ladevorgang reservieren. Neben dem Quartier Hoheluft-Ost werden zwei weitere dieser exklusiv zugänglichen Ladestationen am Standort Goldbek aufgebaut. Die Skalierbarkeit des Quartierladens steht bei dem Modellprojekt im Vordergrund.

„Die meisten Ladevorgänge finden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. In dichtbewohnten Stadtquartieren ist allerdings private Ladeinfrastruktur kaum vorhanden. Das Konzept „Quartiersladen“ verfolgt das Ziel, den Anwohnern eine zuverlässige Lademöglichkeit für E-Autos zu bieten. So wird der Umstieg auf Elektromobilität auch in unseren Gründerzeitvierteln möglich“, so Senator Michael Westhagemann, Präses der Behörde für Wirtschaft und Innovation.

Ladepunkte müssen über Website reserviert werden

Das Modellprojekt leistet einen Beitrag zur bedarfsgerechten Ausbau-Offensive der Ladeinfrastruktur und somit zur klimagerechten Mobilität in der Hansestadt. Zuverlässig verfügbare Ladeinfrastruktur bietet nicht nur Ladekomfort, sondern trägt zur Reduktion von CO2-Emissionen bei.

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Die Quartiersladesäulen stehen ausschließlich den Anwohnern und Gewerbetreibenden vor Ort nach einer digitalen Registrierung zur Verfügung. Über eine Webseite werden die Ladepunkte reserviert, vor Ort stellt ein digital steuerbarer Parkbügel die Verfügbarkeit zur gebuchten Uhrzeit sicher.

Auch Workshops für Hamburger geplant

Die Berechtigten können je nach Tageszeit zwischen unterschiedlich langen Buchungszeiträumen wählen, um ihre E-Fahrzeuge mit 100 Prozent Ökostrom zu laden. Die Anwohner sind ein wichtiger Bestandteil des Praxistests. Alle Haushalte im Quartier werden zu ihren Mobilitätsgewohnheiten befragt, darüber hinaus sind Workshops geplant. Die Evaluation soll aufzeigen, wie Quartiersladestationen für E-Fahrzeuge den Umstieg auf innerstädtische E-Mobilität positiv beeinflussen.

Die Quartiersladeinfrastruktur im öffentlichen Raum wird im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekts ELBE (Electrify Buildings for Electric Vehicles), von der Behörde für Wirtschaft und Innovation gemeinsam mit der hySOLUTIONS GmbH entwickelt und mit dem Verteilnetzbetreiber Stromnetz Hamburg umgesetzt.

( HA )

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