Nachfolger von Caspar

Dieser Mann ist Hamburgs neuer Datenschützer

| Lesedauer: 2 Minuten
Der bisherige Direktor der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) soll Hamburgs neuer Datenschutzbeauftragter werden (Archivbild).

Der bisherige Direktor der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) soll Hamburgs neuer Datenschutzbeauftragter werden (Archivbild).

Foto: Thorsten Ahlf

Der 56-Jährige studierte Jura, Philosophie und Europäisches Recht. Nun ist er zum Nachfolger von Johannes Caspar gewählt worden.

Hamburg. Der bisherige Direktor der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, Thomas Fuchs, ist Hamburgs neuer Datenschutzbeauftragter. Die Bürgerschaft wählte den 56-Jährigen am heutigen Mittwoch mit überwältigender Mehrheit. Er erhielt 88 von 92 abgegebenen Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von fast 96 Prozent. Zwei Abgeordnete votierten in der geheimen Abstimmung mit nein, zwei enthielten sich der Stimme. Fuchs war von der rot-grünen Koalition als Kandidat vorgeschlagen worden.

Es sei die erste Wahl gewesen, seit das Amt 2016 vollkommen unabhängig aufgestellt worden sei. „Er wird einen guten Ausgleich zwischen den Belangen des Datenschutzes und der für Hamburg so wichtigen Digitalwirtschaft ermöglichen“, sagte der justizpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Urs Tabbert, über den 56-Jährigen.

Hamburgs neuer Datenschützer früher als Rechtsanwalt tätig

Fuchs studierte laut Medienanstalt Jura, Philosophie und Europäisches Recht in Hamburg, Brüssel und Bremen. Nach dem zweiten Staatsexamen und einer freiberuflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt trat er in den Staatsdienst der Stadt Hamburg ein. Er arbeitete von 1999 bis 2001 als persönlicher Referent des Wirtschaftssenators Thomas Mirow (SPD). Seit 2008 war er Direktor der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein.

"Mit seiner Expertise und Erfahrung bringt er die besten Voraussetzungen mit, die starke Rolle eines kritischen Datenschutzes in Hamburg weiterzuführen", sagte Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. "Allerdings kann die unzureichende Ausstattung der Behörde nicht ausschließlich durch eine herausragende Personalie ausgeglichen werden. Wie bei den vergangenen Haushaltsverhandlungen setzen wir uns auch in Zukunft für eine bessere Finanzierung ein." Hamburg könne und sollte hier eine Vorbildfunktion einnehmen.

Lesen Sie auch:

Datenschutzbeauftragter Caspar legte sich mit Facebook an

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar war nach zwölf Jahren regulär aus dem Amt geschieden. Nach Artikel 60a der Hamburgischen Verfassung darf der oder die Datenschutzbeauftragte maximal zwei Amtsperioden von jeweils sechs Jahren im Amt sein.

Caspar hatte den Tech-Giganten Facebook und Google das Datensammeln schwerer gemacht, gegen das Modeunternehmen H&M mit 35 Millionen Euro eines der bisher höchsten Bußgelder in Europa verhängt und zuletzt immer wieder vor dem Verlust jeglicher Anonymität durch moderne Gesichtserkennungssoftware gewarnt.

( dpa/HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg