Zentrales Fundbüro Hamburg

Kuriose Fundsachen: Ein Crosstrainer in der Hamburger U-Bahn

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Maybrit Nolte
Leiter Peter Jander mit Fundsachen in den neuen Räumen.

Leiter Peter Jander mit Fundsachen in den neuen Räumen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Solche Fundstücke sind im Fundbüro keine Seltenheit. Jetzt zog die Stelle an die Luruper Chaussee 125 um.

Hamburg.  In einem Flechtkorb stapeln sich in einem Raum voller Fahrräder bunte Kinderroller. Eine Tür weiter schaut neben zusammengebundenen Regenschirmen ein Stoffhund aus einer Tüte mit vergessenen Kuscheltieren die Besucher aus seinen Knopfaugen an. Auf 4700 Quadratmetern stehen nunmehr im Quartier Bahrenfeld in der Luruper Chaussee 125 insgesamt 41 Räume für Hamburgs Fundschätze bereit.

Der Umzug des Fundbüros war notwendig geworden, da der ehemalige Standort im Vivo an der Bahrenfelder Straße zu einer Stadtteilschule umgebaut werden soll. Mit 50.000 abgegebenen Fundsachen pro Jahr ist das Zentrale Fundbüro Hamburg, in dem auch Fundsachen der HVV verwahrt werden, sogar noch größer als das Fundbüro in Berlin und somit Deutschlands größte kommunales Stelle für verlorene Habseligkeiten.

Das Herzstück des neuen Fundbüros sei der hellere und größere Empfangsbereich, in dem jetzt auch mehrere Kunden gleichzeitig betreut werden können, erläutert der Leiter Peter Jander beim Rundgang. An manchen Tagen seien es bis zu 600 Kunden die von einem 16-köpfigen Team bedient werden, das die Fundstücke registriert und verwahrt.

18.000 Hamburger Fundsachen mussten umziehen

„Das Zentrale Fundbüro ist nicht einfach nur eine Fundgrube, es ist ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit – weil es mit seiner Arbeit ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzt“, sagt Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg.

In die neuen Räumlichkeiten sind 18.000 Fundsachen mit umgezogen. Ob Schlüsselbund, Portemonnaie, Handy oder auch größere Fundsachen wie Kinderwagen, Wakeboards oder aktuell 1200 Fahrräder: Innerhalb von bis zu sechs Monaten können Eigentümer die Sachen dort abholen, danach werden sie versteigert.

Kurioses Fundstück: Ein Crosstrainer in der U-Bahn

Doch nur jedes fünfte Fundstück wird abgeholt – viel zu wenig, findet Peter Janders. Deshalb sei das Zentrale Fundbüro aktiver auf Social Media geworden ist. Die Auktionen erfahren bundesweites Interesse und finden zurzeit online statt.

Auch im neuen Gebäude befinden sich Versteigerungshallen, die sobald wieder möglich für Präsenzversteigerungen genutzt werden. Auf einer solchen Auktion wurde einmal die kurioseste Fundsache verkauft, die Janders in seiner Zeit im Fundbüro je erlebt hat: einen Crosstrainer, der einen ganzen Tag in einer U-Bahn durch die Stadt gefahren war.

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