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Schleswig-Holstein ins neue Schuljahr gestartet

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Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.

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Schulstart im Norden mit Masken im Unterricht: Corona-Schutzmaßnahmen samt Pflichttests gehören weiterhin dazu. Forderungen und Kritik begleiten den Schuljahresauftakt.

Kiel. Während in Bayern und Baden-Württemberg gerade erst die Sommerferien begonnen haben, sind Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am Montag in das neue Schuljahr gestartet. In Schleswig-Holstein begrüßten die fast 800 öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen etwa 360 000 Mädchen und Jungen. Sie müssen in den ersten drei Wochen zum Schutz vor dem Coronavirus in den Innenräumen Masken tragen, also auch im Unterricht. Der Auftakt verlief offenkundig weitestgehend wie geplant. Negative Rückmeldungen habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums.

Wer nicht geimpft oder genesen ist und in die Schule will, muss sich zweimal pro Woche selbst testen. Das gilt für Schüler ebenso wie für alle Beschäftigten. Auf den Schulhöfen müssen die Mädchen und Jungen keine Masken mehr anlegen. Sie dürfen sich im neuen Schuljahr auch draußen wieder in beliebigen Gruppen aufhalten - die "Kohortenregelung" fällt weg.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte vor dem Schuljahresbeginn gesagt, die Startchancen seien klar besser als 2020. Hintergrund sind besonders die Fortschritte beim Impfen. Auch bei der Digitalisierung an den Schulen sei man deutlich vorangekommen. Impfaktionen an Schulen für Schüler ab zwölf Jahren und für Beschäftigte sollen am 19. August beginnen.

Der SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat sagte, das Land müsse konkrete Schritte zur Senkung der Lernmittelkosten für Eltern einleiten. Auch müsse die Höhe dieser Kosten für die Berufsschulen ermittelt werden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) habe digitale Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler versprochen. "Will er nicht wortbrüchig werden, muss er beschreiben, wie er dafür sorgen will."

Eltern im Norden gäben im Jahr durchschnittlich mehr als 1000 Euro aus, die sich aus dem Schulbesuch ihrer Kinder ergeben, sagte Habersaat. "Für viele Eltern, besonders, wenn sie mehrere Kinder haben, ist das nur schwer zu verkraften." Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes reiche nicht einmal im Ansatz aus, um Familien mit wenig Geld zu entlasten. Allen Versuchen, hier auf Landesebene tätig zu werden, habe sich die Koalition aus CDU, Grünen und FDP widersetzt, kritisierte Habersaat. Für die Eltern werde es eher noch schlimmer: Die Studie, die den Betrag von 1000 Euro ermittelte, stamme aus dem Jahr 2016. Seitdem seien zusätzliche Kosten für das digitale Lernen hinzugekommen.

Zum Start ins neue Schuljahr macht die Junge Union mit einer Aktionswoche auf ihren Social-Media-Kanälen auf ihre Positionen in der Bildungspolitik aufmerksam. "Unter anderem fordern wir ein landesweites Azubi-Ticket, die Einführung eines elternunabhängigen BAföG für Studentinnen und Studenten sowie Auszubildende und eine Fortbildungspflicht für Lehrkräfte", erklärte die Landesvorsitzende Birte Glißmann.

Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, warf der Politik angesichts steigender Corona-Zahlen eine mangelnde Vorbereitung auf den Schulstart vor. "Wir starten jetzt wieder in den Unterricht in den Bundesländern mit dem Credo "Das wird schon gut gehen - toi, toi, toi", aber ohne tatsächlich sich mal ausnahmsweise einen Plan gemacht zu haben", sagte er dem Fernsehsender Phoenix. Die vierte Corona-Welle sei voll erkennbar. Viele Kinder und Jugendliche seien noch nicht geimpft und dadurch voll empfänglich für das Virus. Konkret verlangte Schramm die Ausstattung der Schulen mit mobilen Luftfiltern. Außerdem müssten Schülergruppen in Bussen und Bahnen besser auseinandergehalten werden.

© dpa-infocom, dpa:210801-99-655315/5

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