Trauer

Der Jesuit Bernd Hagenkord ist gestorben

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Bernd Hagenkord arbeitete zehn Jahre lang bei Radio Vatikan.

Bernd Hagenkord arbeitete zehn Jahre lang bei Radio Vatikan.

Foto: SJ-Bild

Hagenkord war Ansprechpartner für junge Hamburger, bevor er 2009 zu „Radio Vatikan“ ging. Er wurde nur 52 Jahre alt.

Hamburg/München. Der Jesuit und Journalist Bernd Hagenkord, der lange in Hamburg gewirkt hat, ist mit 52 Jahren in München verstorben. Das teilte der Jesuitenorden am Montag mit. Der Pater war gebürtiger Westfale und hatte in Gießen, Hamburg, München und London Journalismus, Geschichte, Philosophie und Theologie studiert. Sein erstes Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams hatte er 1994 abgelegt. Acht Jahre später war er zum Diakon, kurz danach zum Priester geweiht worden.

Während seiner Zeit in Hamburg wohnte Hagenkord zunächst im Ordenshaus am Schlump und dann im Pfarrhaus am Kleinen Michel. Von 2002 bis 2008 war er als Geistlicher Leiter der Katholischen Studierenden Jugend Ansprechpartner und Seelsorger für rund 500 Jugendliche.

Bernd Hagenkord wurde von Mitarbeitern außerordentlich geschätzt

„Diese Arbeit hat mir großen Spaß gemacht“, hatte er einmal im Gespräch mit dem Abendblatt gesagt. Anlass des Treffens war sein bevorstehender Wechsel zu Radio Vatikan gewesen. Dort leitete er zehn Jahre lang den deutschsprachigen Sektor, der damals noch in der Verantwortung des Jesuitenordens stand. Während seiner Tätigkeit in Rom brachte er zahlreichen Menschen den Vatikan und dessen Eigenheiten näher und machte sie ihnen vertrauter.

„Er hinterließ dort nicht nur einen moderneren vatikanischen Kommunikationsapparat, sondern vor allem zahlreiche Kollegen, die ihn als Mitarbeiter und Vorgesetzten außerordentlich geschätzt und respektiert haben, sowie eine Kommunität, in der er ein tragender Pfeiler geworden war“, teilte der Orden mit.

Hagenkord gestaltete den Synodalen Weg der Deutschen Kirche tatkräftig mit

Im September 2019 wurde Hagenkord nach Deutschland zurückgerufen, um dort die Leitung der Kommunität Berchmanskollegs in München zu übernehmen. Er gestaltete den Synodalen Weg der Deutschen Kirche tatkräftig mit: zunächst als Geistlicher Begleiter, dann auch als direkt gewähltes Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Als Ausbilder an der katholischen Journalistenschule ifp wollte er angehenden Journalisten das Handwerkszeug für ihren künftigen Beruf vermitteln und erkämpfte sogar ein Volontariat bei Radio Vatikan.

„An all seinen Wirkungsstätten hat die Nachricht vom frühen Tod unseres Mitbruders tief empfundene Anteilnahme ausgelöst“, schreiben die Jesuiten über Hagenkord. Als Mensch, der weit über den Orden hinaus wirkte, habe er durch seinen tiefen und unverfälschten Glauben, seinen scharfen Verstand und sein Wissen beeindruckt. Sein liebevolles und fürsorgendes Wesen sowie sein feinsinniger Witz würden vielen fehlen. Gegen die Krankheit, gegen die er nun verlor, habe er lange gekämpft.

( fru )

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