Gesundheit

Senat: Trotz hoher Inzidenzwerte Corona-Regeln verlängern

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dpa
Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch.

Eine FFP2-Maske liegt auf einem Tisch.

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Seit zwei Wochen steigen die Corona-Zahlen in Hamburg wieder deutlich. Der Senat sieht aber keinen Grund, mit Einschränkungen gegenzusteuern. Weitere Lockerungen wird es allerdings auch nicht geben.

Hamburg. Trotz der laut Robert Koch-Institut bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz will der Hamburger Senat an den bisherigen Corona-Regeln festhalten. Eine für Dienstag angekündigte neue Verordnung werde bis auf kleine Ausnahmen der noch geltenden entsprechen, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Im Prinzip werde sie "fast unverändert verlängert". Sie soll am Mittwoch in Kraft treten und vier Wochen gelten. "Ob es dann weiteren Änderungsbedarf gibt, hängt vom Verlauf des Infektionsgeschehens ab."

Laut Robert Koch-Institut belegt Hamburg mit einer Inzidenz von 25 neu Infizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche den Negativ-Spitzenplatz unter den Ländern - gefolgt von Berlin (23,8) und dem Saarland (22,4). Die Gesundheitsbehörde, die den Wert auf anderer Grundlage berechnet, kam am Montag sogar auf 29,4. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz diesen Angaben zufolge bei 26,6 gelegen, eine Woche zuvor bei 15,4. Am Montag kamen 99 neu bestätigte Infektionen hinzu - 27 mehr als am Vortag und 52 mehr als am Montag vor einer Woche.

Helfrich verwies darauf, dass nicht allein die Inzidenz zur Beurteilung des Infektionsgeschehens herangezogen werden könne. Auch die "Hospitalisierungsrate" spiele eine Rolle, "weshalb die Entwicklung in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen mit hoher Aufmerksamkeit betrachtet wird". Sollte der Inzidenzwert in Hamburg die 35er-Marke erreichen, wäre der Senat aber laut Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, besondere Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Virusausbreitung zu treffen.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) setzt trotz steigender Zahlen auf die volle Öffnung der Schulen nach den Sommerferien Mitte kommender Woche. Gänzlich ausschließen könne er erneute Einschränkungen zwar nicht, sagte er. "Gefahren gibt es immer, aber im Moment dürfen wir mutig und zuversichtlich sein. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir die Sicherheitsmaßnahmen um ein Vielfaches erweitert. Deswegen, glaube ich, können wir jetzt im Moment eher über die Schulöffnung reden und nicht über künftige Schulschließungen."

Seit Beginn der Pandemie haben sich laut Behörde in Hamburg nachweislich 78.545 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Schätzungen des RKI gelten 76.000 davon als genesen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen in Hamburg blieb unverändert bei 1607.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Montagnachmittag 18 Corona-Fälle behandelt; davon mussten 14 Menschen invasiv beatmet werden. Die Behörde hatte zuletzt am Freitag 32 Covid-19-Patienten gemeldet, davon 14 auf Intensivstationen.

Seit Montag sind Corona-Schutzimpfungen im zentralen Impfzentrum in den Messehallen auch ohne Termin möglich. Der Andrang hielt sich am Morgen zunächst in Grenzen. Bis 16.00 Uhr hätten 900 spontane Besucher eine Impfung erhalten, sagte Behördensprecher Helfrich. Weitere 1300 Impfungen seien bis dahin mit Terminvergabe erfolgt.

Nach RKI-Angaben wurden bis einschließlich Sonntag knapp 856.000 Menschen in der Hansestadt vollständig geimpft. Das entspricht einem Anteil von 46,3 Prozent der Bevölkerung. Eine Erstimpfung haben mehr als 1.151.000 Hamburger bekommen. Damit sind 62,3 Prozent der Einwohner zumindest teilweise immunisiert. Unter den 16 Bundesländern liegt Hamburg damit bei den Erstimpfungen auf dem sechsten und bei den vollständigen Impfungen auf dem vorletzten Platz.

© dpa-infocom, dpa:210726-99-535397/3

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