Verkehr in Hamburg

E-Scooter-Anbieter Voi soll seine Nutzer täuschen

| Lesedauer: 3 Minuten
E-Scooter von Voi stehen am U-Bahnhof in Hamburg-Berne. Der Anbieter soll Nutzer getäuscht haben.

E-Scooter von Voi stehen am U-Bahnhof in Hamburg-Berne. Der Anbieter soll Nutzer getäuscht haben.

Foto: picture alliance/Markus Scholz/dpa

Laut Verbraucherzentrale hat Voi Kunden unter falschen Bedingungen angelockt. Der auch in Hamburg aktive Anbieter nimmt Stellung.

Hamburg. Wegen unlauterer Werbung hat die Verbraucherzentrale den schwedischen E-Scooter-Anbieter Voi abgemahnt. Voi habe Verbraucher angelockt mit einer unbegrenzten Anzahl an Fahrten, obwohl diese tatsächlich begrenzt seien. „Fahre so viel Voi wie du willst zu einem Festpreis“, verspreche die Webseite des Unternehmens und werbe für Tages- oder Monatspässe.

E-Scooter von Voi in Hamburg teurer als gedacht?

Ein Kunde mit einer Monatskarte für 39 Euro musste aber laut Verbraucherschützern zuletzt per Mail von Voi erfahren, dass er gegen die Nutzungsvereinbarung verstoßen habe. Voi habe geschrieben: „Wir haben festgestellt, dass deine Nutzung des Voi Passes die in unserer Richtlinie zur fairen Nutzung angegebene Grenze überschreitet. Der Grenzwert für die faire Nutzung liegt bei 9 Fahrten pro 24 Stunden oder 200 Minuten Nutzung insgesamt pro 24 Stunden.“

Mehr zum Thema:

Die Verbraucherzentrale rät, bei der Nutzung von Sharing-Angeboten grundsätzlich immer ins Kleingedruckte zu schauen. „Viele Dienstleistungen scheinen auf den ersten Blick günstiger als sie am Ende sind.“

Vor entschuldigt sich bei Nutzern – und nimmt Stellung

Am Sonnabend entschuldigte sich Voi bei allen Betroffenen. "Wir entschuldigen uns für die negativen Auswirkungen, die verantwortungsbewusste NutzerInnen durch diese Änderung erfahren haben könnten", heißt es in einer aktuellen Mitteilung. "Gleichzeitig möchten wir betonen, dass alle, die aus ihrem Monatspass gekündigt wurden, für die noch nicht genutzten Tage entschädigt werden." Zudem seien alle, die aus dem Dienst ausgesperrt wurden, sowohl in der App als auch per E-Mail über die möglichen Konsequenzen ihres Verhaltens gewarnt worden.

Dem Anbieter sei am Freitag zugetragen worden, dass bei der Verbraucherzentrale Hamburg Beschwerden von Nutzern bezüglich des Pass-Angebots eingegangen seien. "Die Änderungen am Pass-Modell wurden während der letzten Tage vorgenommen, um missbräuchliche Nutzung zu unterbinden", teilte das Unternehmen mit.

E-Scooter: Voi räumt Probleme bei der Kommunikation ein

"Vor einigen Wochen haben wir ein Problem mit der missbräuchlichen Nutzung unseres täglichen und monatlichen Voi Passes festgestellt." Seitdem seien zwei Nutzersegmente identifiziert worden, die die Sicherheit und Zugänglichkeit des Dienstes für andere Nutzer beeinträchtigten. "Eines der Segmente besteht aus kommerziellen NutzerInnen wie Lieferfirmen", so Voi. "Das zweite Segment sind NutzerInnen, die was wir als 'unverantwortliches Verhalten' bezeichnen, an den Tag legen". Diese nutzten die E-Scooter mehr als Spielzeug und nicht als Transportmittel.

"Es versteht sich von selbst, dass solches unverantwortliches Verhalten für uns inakzeptabel ist", heißt es in der Mitteilung weiter. "Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, unsere Nutzungsbedingungen mit einer Begrenzung auf 240 Minuten Nutzung oder 10 angefangene Fahrten, die länger als 2 Minuten dauern, pro Tag zu aktualisieren." Auf diese Grenzen werde in den Nutzungsbedingungen bei der Registrierung des Monatspasses hingewiesen.

Voi räumte jedoch ein, dass die Kommunikation zu dieser neuen Regelung "deutlicher" werden müsse. "Ein erster Schritt ist es, unsere NutzerInnen darüber zu informieren, was unsere Nutzungsbedingungen tatsächlich implizieren, wenn sie einen Tages- oder Monatspass in unserer App kaufen." Diese Änderung soll aller Voraussicht nach in kurzer Zeit live gehen.

( HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg