Medizin

Gratis Lungen-Check: Studie zur Krebsfrüherkennung startet

dpa
Zahlreiche Zigarettenstummel liegen in einem Aschenbecher.

Zahlreiche Zigarettenstummel liegen in einem Aschenbecher.

Foto: dpa

Hannover. Lungenkrebs verursacht im frühen Stadium oft keine Beschwerden und wird deshalb häufig zu spät erkannt. Mediziner wollen deshalb mit einer Studie herausfinden, wie die Früherkennung verbessert werden kann. Am Freitag startete in Hannover das sogenannte Hanse-Vorsorgeprogramm. Nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) handelt es sich um das bisher größte deutsche Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs.

Zielgruppe sind vor allem ehemalige und aktive Raucherinnen und Raucher, die ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs haben. Menschen zwischen 55 und 79 Jahren sind eingeladen, an dem Programm teilzunehmen. Bis zu 5000 Personen sollen eine kostenlose Untersuchung mit einer Niedrigdosis-Computertomographie (CT) in einem Studien-Truck erhalten. Er soll zwischen der niedersächsischen Landeshauptstadt und den beiden anderen Studienstandorten Lübeck und Großhansdorf bei Hamburg wechseln.

Schirmherr der Studie ist der Arzt und Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen. Das Programm läuft bis zum Sommer 2023. In dieser Zeit sollen 350 000 Personen im Großraum der drei Städte kontaktiert werden. Unter www.hanse-lungencheck.de können sich Interessierte anmelden.

Neben dem CT wird den Teilnehmenden ein Angebot zum Rauchstopp gemacht. Die beste Prävention sei immer noch mit dem Rauchen aufzuhören, hieß es. An allen drei Studienstandorten gebe es professionelle Raucherentwöhnungsprogramme.

Lungenkrebs ist die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen und die häufigste bei Männern. Mittlerweile zeigen den Wissenschaftlern zufolge jedoch Studien, dass mit Hilfe von Niedrigdosis-CT Lungentumore frühzeitig erkannt und damit die Lungenkrebssterblichkeit verringert werden könne.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-482886/6

( dpa )