Gesundheit

114 neue Corona-Fälle treiben Inzidenz in Hamburg über 20

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dpa
Ein Arzt hält einen Coronavirus-Test in den Händen.

Ein Arzt hält einen Coronavirus-Test in den Händen.

Foto: dpa

Seit Mitte Mai hat es in Hamburg nicht mehr so viele neu bestätigte Corona-Fälle an einem Tag gegeben. Seit drei Wochen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz - wenn auch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Hamburg. Erstmals seit Anfang Juni ist die Corona-Inzidenz in Hamburg wieder über die 20er-Marke geklettert. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag mit 21,0 an. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 17,6 gelegen, eine Woche zuvor noch bei 12,8. Die Inzidenz-Kurve für Hamburg steigt seit Beginn des Monats deutlich. Zuvor war der Sieben-Tage-Wert bis zum 30. Juni auf 8,3 gefallen.

Mit 114 neu bestätigten Infektionen kamen am Donnerstag so viele Fälle wie seit Mitte Mai nicht mehr an einem Tag hinzu - 52 mehr als am Mittwoch und 64 mehr als vor einer Woche. Seit Beginn der Pandemie haben sich laut der Behörde in Hamburg nachweislich 78.225 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gelten 75.900 als genesen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie an oder im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen in Hamburg lag laut RKI unverändert bei 1606.

In Hamburger Krankenhäusern wurden laut Behörde mit Stand Dienstag 32 Covid-19-Patienten behandelt, davon 14 auf Intensivstationen. Das waren vier Covid-Patienten mehr als zuletzt am Freitag gemeldet, jedoch mussten vier weniger intensivmedizinisch betreut werden.

Nach RKI-Angaben wurden bis einschließlich Mittwoch mehr als 838.000 Menschen in Hamburg vollständig geimpft. Das entspricht einem Anteil von 45,4 Prozent der Bevölkerung. Eine Erstimpfung haben mehr als 1 140.000 Hamburger bekommen. Damit sind 61,7 Prozent der Einwohner zumindest teilweise immunisiert. Im Ländervergleich liegt Hamburg damit bei den Erstimpfungen auf dem 6. und bei den Zweitimpfungen auf dem 14. Platz.

Zwar geht die Zahl der täglichen Impfungen in Hamburg stark zurück, von Impfmüdigkeit wollen Ärzte und Gesundheitsbehörde aber nicht sprechen. Am Dienstag dieser Woche wurden laut Robert Koch-Institut 13.878 Impfungen gegeben (6533 Erst- und 7345 Zweitimpfungen). Auf dem bisherigen Höhepunkt der Kampagne in Hamburg waren am 23. Juni - einen Tag vor Beginn der Sommerferien - beinahe doppelt so viele Spritzen gesetzt worden, laut Gesundheitsbehörde genau 26.839 (17.059 Erst- und 9780 Zweitimpfungen).

Im zentralen Impfzentrum in den Messehallen, das Ende August geschlossen werden soll, werden nach Angaben der Gesundheitsbehörde weiterhin täglich rund 8000 Menschen geimpft. Die niedergelassenen Ärzte verabreichen zurzeit 40.000 bis 50.000 Impfungen pro Woche. Vor den Ferien waren es 60.000 bis 70.000. "Aktuell hat sich die Nachfrage beruhigt, was aber eindeutig auch an der Urlaubszeit liegt", erklärte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Walter Plassmann.

Die Gesundheitsbehörde bemüht sich um eine Beschleunigung des Impftempos. Ein Angebot zu Impfungen ohne Termin wurde am vergangenen Samstag gut angenommen. Über 2100 Menschen ließen sich impfen, mehr als erwartet. Weitere Impftage dieser Art sollen am 24. und 30. Juli sowie am 7. August folgen. Studenten können sich noch bis zum 27. Juli spontan eine erste Spritze im Impfzentrum abholen.

In sozial schwächeren Stadtteilen können sich Hamburger in Jobcentern und Bürgerhäusern impfen lassen. Weitere dezentrale Impfzentren gibt es in fünf Krankenhäusern. Auch Betriebsärzte und mobile Teams sind im Einsatz.

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( dpa )