Prävention

Rat der Polizei: So macht man Fahrraddieben das Leben schwer

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André Zand-Vakili
Tipp der Expertin: Geizen Sie nicht bei der Fahrrad-Sicherung.

Tipp der Expertin: Geizen Sie nicht bei der Fahrrad-Sicherung.

Foto: Olaf Döring / picture alliance / imageBROKER

Ein – oder besser zwei – solide Schlösser sind ein Muss. Wie man sein Rad darüber hinaus gegen Diebstahl sichert.

Hamburg. Wer bei der Sicherung seines Fahrrades geizt, der spart am falschen Ende: „Bei der Verhinderung von Fahrraddiebstählen kommt es ganz stark auf die Besitzer an“, sagt Frauke Hannes, Präventionsexpertin des Landeskriminalamtes Hamburg. Dort ist der Fahrradklau ein großes Thema. Allein im Juni wurden in der Hansestadt 1119 Diebstähle von Fahrrädern angezeigt. Dabei kommt erst jetzt noch die Hauptsaison des Fahrraddiebstahls.

„Bei dem Fahrrad ist es wie bei der Wohnung. Je besser die Sicherung, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass man Opfer wird“, sagt Hannes. Aber auch das gehöre zur Wahrheit: Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Um es Fahrraddieben möglichst schwer zu machen, gibt es allerdings zahlreiche Möglichkeiten, die auch gut ineinandergreifen: Man sollte zwei Schlösser nehmen, die nicht baugleich sind. Dafür bieten sich ein Bügel- und ein Faltschloss an. Der Dieb hat für jedes Schloss spezielles Werkzeug. Zwei Schlösser bedeuten, dass er zwei Werkzeuge bei sich haben muss.

Hamburger Polizei bietet Aktionen an

Die Schlösser müssen aus gehärtetem Stahl und zertifiziert sein. Die Zertifizierung garantiert, dass sie halten, was die Hersteller versprechen. Für ein gutes Schloss muss man mit einem Preis um die 100 Euro rechnen. Die Schlösser müssen am Rahmen angebracht und mit einem festen Punkt, beispielsweise einem Fahrradbügel verbunden sein, damit das Rad nicht einfach weggetragen werden kann. Das Schloss sollte möglichst hoch angebracht werden. Ist ein Schloss sehr tief angebracht, kann ein Dieb den Boden nutzen, um es besser aufzuhebeln.

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Ein Fahrrad sollte außerdem codiert sein. Diese zusätzliche Sicherung übernimmt die Polizei, sie bietet dafür immer wieder Aktionen an. Dabei erhält das Fahrrad eine Individualnummer, die gespeichert ist. Das schreckt Diebe ab. Schon beim Kauf sollte man die Individualnummer oder Rahmennummer in den Unterlagen vermerken. In Deutschland wird diese Nummer in der Regel nicht automatisch den Kaufbelegen beigefügt. Auch ein Foto von seinem Fahrrad zu machen, um es später bei Bedarf identifizieren zu können, ist sinnvoll. „Es passiert sehr oft, dass wir Fahrräder sicherstellen, die offensichtlich gestohlen sind, wir sie aber keiner Tat zuordnen können“, so Hannes.

Hamburger können Polizei die Arbeit erleichtern

Dunkle, schlecht einsehbare Ecken sollte man als Abstellplatz meiden. Zwar kommen an Bahnhöfen trotz Publikumsverkehrs viele Fahrräder weg. Das sind dann aber oft schlecht gesicherte Räder, für deren Diebstahl der Täter nicht viel Zeit und Mühe aufwenden muss. Tracker, kleine GPS-Sender, die den Standort des Fahrrades verraten, sind für die Polizei eine große Hilfe bei der Fahndung.

Sie müssen aber versteckt angebracht sein. Fahrraddiebe suchen mittlerweile, besonders bei hochwertigeren Fahrrädern, gezielt danach. Auf keinen Fall, so die Präventionsexpertin, sollte man sich selbst nach einem Diebstahl auf den Weg zum vom Tracker angegebenen Standort machen. Das kann mit einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit dem Dieb oder Hehler enden. Das Fahrrad sicherzustellen ist Sache der Polizei.

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