Stadtentwicklung

Deshalb soll Hamburg mehr sechsgeschossige Wohnhäuser bauen

In der Neuen Mitte Altona in Hamburg wird teils sechsstöckig gebaut.

In der Neuen Mitte Altona in Hamburg wird teils sechsstöckig gebaut.

Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

Wohnungsunternehmerverband: Höhere Häuser lassen mehr Platz für Grünflächen. Chef Breitner sieht weitere Vorteile.

Hamburg. In der Hansestadt sollten nach Ansicht des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) künftig vermehrt höhere Wohnhäuser gebaut werden. „In nachgefragten Vierteln können Gebäude mit sechs statt mit vier Stockwerken helfen, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu beseitigen“, erklärte Verbandsdirektor Andreas Breitner am Sonntag.

Höhere Gebäude sind nach seiner Überzeugung nachhaltiger. Sie ermöglichten ein Nebeneinander von verdichtetem Wohnen und Klimaschutz. Mancher Stadtbewohner sorge sich vor einem Verlust von Grünflächen. Mit höheren Wohnbauten könnte man dieser Sorge Rechnung tragen und den Flächenbedarf begrenzen. Zudem müssten nicht, wie bei neuen Einfamilienhausgebieten, zusätzlich Straßen, Bushaltestellen oder andere Infrastruktur errichtet werden.

Vorteile für Bündnis für das Wohnen in Hamburg

Höher zu bauen, könne zudem dazu beitragen, die im jüngst unterzeichneten Bündnis für das Wohnen vereinbarten 10.000 Neubauwohnungen pro Jahr zu realisieren. Hochhäuser hätten derzeit nicht den besten Ruf, räumte Breitner ein. Das liege aber in erster Linie an einer falschen Stadtplanung und einer vernachlässigten Quartiersentwicklung. Er plädiere daher „für eine Renaissance höherer Gebäude. Hamburg sollte die baurechtlichen und -planerischen Voraussetzungen dafür schaffen“.

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Höhere Wohngebäude dürften aber keine Billigbauten sein. „In deren Wohnungen sollen die Menschen auch in 30 oder 40 Jahren noch gern leben wollen“, so Breitner. Er wisse auch um die höheren Kosten höherer Wohnhäuser, weil beispielsweise Brandschutzauflagen ins Geld gingen. Dennoch: „Sechsgeschosser können für Wohnraum sorgen, ohne dass Hamburg an Lebensqualität verliert“, ist er überzeugt.

( dpa/HA )

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