Großeinsatz und Zugchaos

Instagram-Nutzer klettern für Selfies auf Elbbrücken

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Offenbar für Instagram-Selfies klettern zwei junge Männer auf die eine der Hamburger Elbbrücken und lösen einen Großeinsatz der Polizei aus. Die Aktion ist lebensgefährlich (Symbolbild).

Offenbar für Instagram-Selfies klettern zwei junge Männer auf die eine der Hamburger Elbbrücken und lösen einen Großeinsatz der Polizei aus. Die Aktion ist lebensgefährlich (Symbolbild).

Foto: Michael Arning

Beim Geburtstagfeiern riskieren sie ihr Leben: Zwei junge Männer wollen "schöne Fotos" machen. Nun wartet eine hohe Rechnung.

Hamburg. Waghalsige Orte erklimmen und das eigene Gesicht immer gut in Szene setzen: Für spektakuläre Selfies nehmen manche Nutzer von sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok auch hohes Risiko in Kauf. Immer wieder enden die gefährlichen Aktionen tragisch. Für zwei junge Männer ist ein solches "Foto-Shooting" im Hamburger Hafen am Sonntag zwar glimpflich ausgegangen – eine hohe Rechnung droht ihnen dennoch.

Die beiden Männer im Alter von 23 und 24 Jahren waren am frühen Morgen auf die Freihafenelbbrücke geklettert, um "schöne Fotos zu machen", wie Thomas Hippler, Sprecher der Bundespolizei, dem Abendblatt sagte. Die Mopo hatte zuvor über den Vorfall berichtet.

Hamburger klettern für Instagram auf Elbbrücken

Der ältere der beiden Männer hatte mit seinem Freund gerade in seinen Geburtstag hineingefeiert und wollte die Nacht bei netter Aussicht ausklingen lassen. Was harmlos klingt, kann tödlich enden: Über die 300 Meter lange Brücke im Hafen brettert der Fernverkehr. Wer hier abstürzt, kann sterben.

Gegen 7 Uhr bemerkte ein Zugführer die jungen Männer auf dem Brückenbogen und alarmierte die Bundespolizei. Während die Deutsche Bahn den Verkehr auf der Strecke gänzlich einstellen musste, um die Leichtsinnigen nicht zu gefährden, rückten Bundespolizei, Feuerwehr und Beamte der Hamburger Polizei zu einem Großeinsatz aus. Auch zwei Löschboote und die Feuerwehr-Rettungstaucher wurden alarmiert.

Bundespolizei nimmt Hamburger fest

Überrascht von dem Meer an Blaulicht unter ihnen kletterten das Geburtstagskind und sein Freund unterstützt von Rettern der Feuerwehr gesichert vom Brückenbogen. Die Bundespolizei brachte sie zur Wache am Hauptbahnhof und führte Alkoholtests durch. Ergebnis: 1,05 und 1,9 Promille. Die Männer wurden später wieder entlassen, doch Konsequenzen warten noch auf sie.

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Wie Hippler sagte, wurde gegen die beiden ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach Paragraph 64 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung eingeleitet. Allein dabei könne die Geldbuße mit bis zu 50.000 Euro sehr teuer werden. Dazu kommen möglicherweise noch die Kosten für den Polizeieinsatz auf die jungen Männer zu.

Auch die Deutsche Bahn kann Ansprüche auf eine Ausfallentschädigung für die Streckensperrung anmelden. Am schlimmsten aber sei laut Hippler das persönliche Risiko, das die jungen Hamburger bei der Aktion in Kauf genommen haben.

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