Polizei Hamburg

Zahl der Raddiebstähle steigt rasant – ein Bezirk fällt auf

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Polizisten verladen mutmaßlich gestohlene Fahrräder in Hamburg. Die Zahl der Diebstähle ist deutlich gestiegen (Symbolbild).

Polizisten verladen mutmaßlich gestohlene Fahrräder in Hamburg. Die Zahl der Diebstähle ist deutlich gestiegen (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Die Statistik der Polizei zeigt einen deutlichen Anstieg von Fahrraddiebstählen. Welche Stadtteile besonders betroffen sind.

Hamburg. Deutlich mehr Straftaten als im April, aber etwas weniger Fälle als im Vorjahr. So sieht die Bilanz der Polizei bei den Straftaten aus, die besonders stark die Bürger treffen. Die größte Steigerung zum April gab es im Mai bei den gefährlichen Körperverletzungen. 371 Taten wurden angezeigt. Das sind 88 mehr als im Vormonat und auch mehr als im Mai vergangenen Jahres. Parallel dazu ist die Zahl der Raubüberfälle von 71 im April auf 100 im Mai gestiegen. Sie liegt auch nur etwas unter den Fallzahlen aus dem Mai 2019, als es noch keine Coronabeschränkungen gab.

Rasant zugenommen haben auch die Fahrraddiebstähle. Besonders betroffen ist der Bereich Eimsbüttel. 172 Taten wurden dort im Mai angezeigt, 57 mehr als im April. Im Vergleich zum Mai 2020 hat sich die Zahl der Fahrraddiebstähle dort nahezu verdoppelt. Auch im Bereich der polizeilichen Region Nord mit den Stadtteilen nördlich der Alster gab es diesen Mai mit 144 Taten deutlich mehr, 46, als im Vorjahr und 22 mehr als im April.

Weniger Fahrraddiebstähle in Harburg und Wilhelmsburg

Steigerungen im Vergleich zum Vormonat gab es auch im Bereich Altona, im Großraum Billstedt und im Bereich Bergedorf. Einen deutlichen Rückgang der Fahrraddiebstähle gab es im Bereich Harburg, Neugraben und Wilhelmsburg. Dort kamen im Mai 30 Fahrräder weg. Damit haben sich die Zahlen zum Vormonat fast halbiert. Es ist auch der einzige Bereich, in dem die Zahl der Fahrraddiebstähle in diesem Mai niedriger liegt als im Mai 2020.

Bei den Autoaufbrüchen und Autodiebstählen gibt es eine Zweiteilung der Stadt. In den westlichen Bereichen gingen die Zahlen teilweise deutlich zurück. In den östlichen Bereichen stiegen sie ausnahmslos im Vergleich zum Vormonat. Besonders auffällig ist auch hier der Bereich Harburg, Neugraben und Wilhelmsburg. Die Zahl der Taten hat sich von 186 im Mai 2020 auf 91 in diesem Mai mehr als halbiert. Hamburgweit liegen die Delikte rund um das Auto annähernd auf Vorjahresniveau. Sie liegen aber deutlich unter den Zahlen von 2019.

Wenige Wohnungseinbrüche in Hamburg

Bei den Wohnungseinbrüchen bleibt Hamburg weiter auf niedrigem Niveau. Zwar hat es in vielen Bereichen leichte Steigerungen im Vergleich zum April gegeben. Die absoluten Zahlen bleiben aber niedrig. Hamburgweit wurden von der Polizei 119 Taten registriert. Das sind 19 weniger als 2020 und nicht einmal halb so viele wie im Mai 2019. Zudem gelang es den Tätern in etwa der Hälfte aller Fälle nicht, in die Wohnung oder das Haus einzudringen.

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Auf niedrigem Niveau bleiben auch die Taschendiebstähle, die sich im Mai mit knapp 650 Taten etwas unter Vorjahresniveau bewegen, sich aber im Vergleich zur Vor-Coronazeit 2019 mehr als halbiert haben. Der Grund: Viele Veranstaltungen konnten wegen der Pandemie nicht stattfinden. So fehlten Taschendieben zahlreiche klassische Tatgelegenheiten. Außerdem gab es weniger Gedränge im Nahverkehr.

Drogenkriminalität in Hamburg bleibt konstant

Auf dem Niveau der Vorjahre bleibt die Drogenkriminalität. 1151 Fälle wurden im Mai dieses Jahres bekannt. Hier ist die Zahl der Taten mehr ein „Fleißindikator“ der Polizei, da es sich um klassische Dunkelfeldkriminalität handelt, die in der Regel nicht angezeigt wird. Die kontinuierlichen Zahlen von über 1000 Fällen im Monat in den vergangenen Jahren hängen mit dem hohen Einsatz an Personal zusammen, den die Polizei in dem Bereich leistet. Schwerpunkte der Bekämpfung der Drogenkriminalität sind weiter die Stadtteile St. Georg, St. Pauli und die Sternschanze.

( zv )

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