Drogendealer

Ehemaliger Kokainkönig ist wieder in Hamburg

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Einer der hochkarätigsten Dealer der Hamburger Kriminalgeschichte ist wieder in der Hansestadt eingetroffen (Symbolbild).

Einer der hochkarätigsten Dealer der Hamburger Kriminalgeschichte ist wieder in der Hansestadt eingetroffen (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Ralph van L. war nach dem Schmuggel von 700 Kilo Kokain in Nordmazedonien untergetaucht. Dort wurde er verhaftet und nun ausgeliefert.

Hamburg. Fast zwei Jahre nach seiner Festnahme in Nordmazedonien ist Ralph van L. (56) ausgeliefert worden. Er gilt als einer der hochkarätigsten Dealer der Hamburger Kriminalgeschichte. Elitepolizisten holten ihn per extra gechartertem Flieger aus Skopje ab. Schwer bewaffnete Beamte des SEK nahmen ihn am Flughafen in Empfang und brachten ihn in eine Haftanstalt. Es wurde ein Ausbruchs- oder Befreiungsversuch befürchtet.

Ralph van L. war von Zielfahndern im Zusammenhang mit dem Schmuggel von 700 Kilo Kokain gesucht und aufgespürt worden. Im April 2019 war das Rauschgift, versteckt zwischen einer Ladung Bananen aus Südamerika, im Hamburger Hafen entdeckt worden. Drei Komplizen des Mannes wurden festgenommen, als sie die Drogen abholen wollten. Ralph van L. floh und tauchte in dem nordmazedonischen Skiort unter.

Drogenkönig war schon in Hamburg inhaftiert

Der heute 56-Jährige beschäftigt Hamburgs Drogenfahnder seit Jahrzehnten. 1997 war er im Zusammenhang mit einem für damalige Verhältnisse spektakulären Kokainschmuggel festgenommen worden. 19 Kilo Kokain waren in Holmen von Oldtimern aus Bolivien nach Hamburg geschmuggelt worden.

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Schon vorher hatte der ehemalige Kneipier kleinere Kokaindeals abgewickelt. Nach längerer Haftstrafe machte er weiter. 2007 wurde er zu einer Haftstrafe von elf Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. 2008 kam er dennoch frei. In Nordmazedonien saß er nach seiner Festnahme ebenfalls in Haft.

56-Jährige wollte nicht nach Hamburg ausgeliefert werden

Auch dort hatte er offenbar mit Drogen gehandelt. Während er die Strafe absaß, gab es mehrere Fluchtversuche. Außerdem soll der nach Erkenntnissen von Sicherheitsbehörden europaweit gut in Verbrecherkreisen vernetzte Mann trotz Haft Kontakt in die Szene gehalten haben. Ausgeliefert werden wollte er auf keinen Fall, wohl auch, weil neben einer hohen Haftstrafe auch eine Sicherungsverwahrung droht. Auch deshalb wurde nicht ausgeschlossen, dass er seine Flucht plante.

( zv )

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